Was wie ein schwimmendes Vogelhäuschen aussieht, ist die neue Wassersonder mit modernster Messsensorik. Die jungen Angler Jonas und Justin Ehlers platzierten sie in der Aue in Bülkau, dirigiert wurden sie von Christian Ehlers vom Wasser- und Bodenverband.
Was wie ein schwimmendes Vogelhäuschen aussieht, ist die neue Wassersonder mit modernster Messsensorik. Die jungen Angler Jonas und Justin Ehlers platzierten sie in der Aue in Bülkau, dirigiert wurden sie von Christian Ehlers vom Wasser- und Bodenverband.
Pilotprojekt "Nala-ai"

Live und digital aus Bülkau: Modernstes Wassermonitoring aus der Aue

von Wiebke Kramp | 29.06.2025

Mit dem innovativen Projekt "Nala-ai" zeigt die Aue in Bülkau in Echtzeit ihren Zustand - ein Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und modernster Messtechnik, das neue Maßstäbe im Gewässerschutz und Wassermanagement setzt.

Das kleine Flüsschen Aue ist wieder auf Live-Sendung. Aus Bülkau teilt es in Echtzeit mit, wie es um den Zustand bestellt ist. Möglich macht dies ein Pilotprojekt, das modernste Messtechnik mit Künstlicher Intelligenz (KI) vereint. Das digitale Frühwarnsystem "Nala-ai" bringt Menschen zusammen, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben. Wissenschaft, Wasserwirtschaft, Anger und Bauern sitzen in diesem Gewässerschutzprojekt begeistert in einem Boot.  Die Initialzündung ging von Elke Freimuth aus Belum mit ihrer Naturschutzorganisation wilde-natur.org aus. Sie lässt in diesem Kampf um sauberes Wasser nicht locker und sieht darin Potenzial, weltweit das Wassermonitoring zu revolutionieren.

Als Doktorandin arbeitet die Elektro-Ingenieurin und Wasser-Expertin Julia Steiwer von der Uni Bremen daran, die modernste Sensortechnologie mit maschinellem Lernen zu vereinen. Sie hat einen Bachelor in Meerestechnik und den Master in Marinesensorik. Gemeinsam mit Friedhelm Pöppe vom Anglerverband Niedersachsen, Regionsleiter Elbe/Unterweser, entwickelte sie einen neuen Prototyp, nachdem sich "Nala 1" als zu instabil herausgestellt hatte. Der Elektrotechniker und Nautiker baute die robustere "Nala 2" in Doppelrumpfform bei sich in Elsfleth und sorgte dafür, dass die Elektronik sich besser gesichert unter dem Gehäuse befindet. Was aussieht wie ein schwimmendes Vogelhäuschen, vereint nun Hightech unterm Solardach. "Nala 2" soll nicht nur Daten sammeln, sondern in Echtzeit kommunizieren und konkrete Handlungsempfehlungen bei kritischen Werten geben.

Friedhelm Pöppe (M.). vom Angelverband Niedersachsen baute das Messgerät. Für die Software zeichnet die Doktorandin Julia Steiwer (l.) verantwortlich.

Die Sonde täglich im Blick

Justin Ehlers ist als Gewässerwart beim Dobrocker Angelsportverein Aktivposten im Projekt. Mit seinem Bruder Jonas platzierte er vom Boot aus "Nala 2" in Ufernähe an der Brücke hinter gesetzten Holzpfählen der Aue. Dadurch könnte auch ein Mähboot keinen Schaden anrichten. Da Justin nebenan bei Eckhard Hein arbeitet, hat er "Nala 2" täglich im Blick. Christian Eggers vom Wasser- und Bodenverband und Friedhelm Pöppe dirigierte die beiden jungen Angler von Land aus. Alle setzen nun mit Begeisterung auf den praxistauglichen Erfolg.  

Initatorin Elke Freimuth (l.) mit Julia Steiwer.

Die Angler haben großes Interesse an dieser KI-gestützten Messtechnik. Bisher müssen nämlich die Gewässerwarte einmal die Woche die Messungen regelmäßig per Hand vornehmen. Das ist zeitraubend. Von "Nala 2" versprechen sie sich einen Quantensprung. Alle fünf Minuten senden jetzt ihre Sonden verschiedene Parameter wie Temperatur, Leitfähigkeit, gesamtgelöste Feststoffe, Sauerstoffgehalt, PH-Wert und Trübung und sind so im Internet (nala-ai.org) abrufbar. Und beim Verband sieht man darin ebenfalls gute Chancen. Christian Eggers meinte: "Wir wollen und müssen doch mit der Natur leben. Hier bekommen wir durch die Messungen eine super Gelegenheit, schnell entsprechend handeln zu können." Bei kritischen Werten könne sofort reagiert werden, zum Beispiel bei drohendem Fischsterben durch Sauerstoffzehrung.   

"Nala 2" bevor sie zu mWasser gelassen wurde.

Von dem Pilotprojekt, digitale Frühwarnsystem Verschmutzungen schneller zu bestimmen, soll letztlich nicht nur die kleine Aue zwischen dem Balksee in Wingst und dem Hafen in Neuhaus profitieren. Das modellhafte Naturschutzprojekt hat ein ehrgeiziges, großes Ziel.  Am Ende könnte stehen, dass beispielsweise Schöpfwerke oder Schleuse anhand dieser gemessenen Daten effizienter gesteuert werdewnn.

Ausgerichtet auf weltweites Wachstum

Gedacht ist es als Lösung für Wassermanagement und ist auf weltweites Wachstum ausgerichtet. Schließlich hat nicht nur die Aue Probleme, sondern vielen anderen Flüssen geht es schlecht. Das smarte Wassersondenprojekt verleiht ihnen eine Stimme. 

Doktorandin Julia Steiwer.

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Wiebke Kramp

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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