Eine Maus frisst Vogelfutter in einer Gartenanlage. Hantaviren werden durch den indirekten Kontakt mit Speichel, Urin oder Kot von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen. Foto: Holger Hollemann/dpa
Eine Maus frisst Vogelfutter in einer Gartenanlage. Hantaviren werden durch den indirekten Kontakt mit Speichel, Urin oder Kot von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen. Foto: Holger Hollemann/dpa
Schädlingsbekämpfung

Mäuse-Skandal bei Aldi in Cuxhaven: Experte gibt Tipps - und klärt über Folgen auf

von Jens Potschka | 18.08.2023

Der Mäuse-Skandal, in dem es um Mäusekot in der Backwarenabteilung eines Cuxhavener Aldi-Discounters geht, zieht weitere Kreise. Was Privatleute tun sollten, wenn sie einem Mausbefall ausgesetzt sind, und was die Folgen sein können, sagt ein Experte.

Wer Geräusche in der Garage, auf dem Dachboden oder in der Speisekammer hört, sollte sofort handeln, wenn Mäuse die Ursache dafür sind. Denn die Nagetiere fallen nicht nur über Nahrungsmittel her, ihr Kot kann Salmonellen und gefährliche Erreger wie das Hantavirus übertragen.

Ist die Maus erst einmal im Haus - wie beim Aldi-Discounter an der Brockeswalder Chaussee in Cuxhaven -, sollte nicht lange gefackelt werden, denn nach Angaben von Fachmann Dietrich Callwitz können sich die kleinen Nager innerhalb von nur sechs Wochen erheblich vermehren. "Mäuse sind unter anderem Überträger von Salmonellen,  das ist ja schon seit Jahrhunderten so. Damit werden wir Menschen auch weiter leben können", sagt Dietrich Callwitz, der in Hildesheim eine Firma zur Schädlingsbekämpfung betreibt. Denn auch andere Betriebe sind von Mäusen betroffen.

Die Gefahr lauert in den Hinterlassenschaften der wendigen Nager. Wenn Lebensmittel mit Kot in Berührung kommen oder Menschen Kot oder Urinspuren von Mäusen berühren, können schädliche Stoffe in den Organismus des Menschen gelangen. 

Fachmann auf Nougatcreme oder Schokolade

Was kann gegen die nicht gewollten Untermieter unternommen werden? "Auch wenn nur eine Maus im Haus ist, empfehle ich, gleich viele Fallen aufzustellen. Mäuse sind Fluchttiere, die sich nie lange an einem Ort aufhalten. Sie sind immer aum laufen", sagt Dietrich Callwitz aus langjähriger Erfahrung. Anstelle von Käse und Speck setzt der Fachmann in seinen Fallen auf Nougatcreme oder Schokolade. 

Das Problem bei mit Gift bestückten Fallen ist, dass die Maus in der kurzen Zeit ihres Verweilens genug von dem giftigen Stoff aufnehmen muss. Doch wenn sie das nicht macht, weil sie gestört wird und stattdessen nur geringe Mengen Gift frisst, dann sorgt das in der Regel zu den bekannten Resistenzen.  

Deshalb setzt der Schädlingsbekämpfer auch in großen Betrieben darauf, möglichst viele Fallen aufzustellen. Die gemeine Maus sei nicht blöd, sonst wäre sie schon längst ausgestorben, resümiert Dietrich Callwitz und gibt den Tipp: "Mit Giften ist es schwierig, gegen die Mäuse anzukommen, weil sie Fluchttiere sind. Das Beste bei einer hohen Mäusepopulation sind viele Fallen und die tägliche Kontrolle." So könne das Problem mit den Nagern in einem angemessenen Rahmen in den Griff bekommen werden. Außerdem mahnt der Fachmann zur Sauberkeit. Essensreste sollten nicht offen herumstehen. Ein Problem sieht Callwitz auch in der Art unserer Müllentsorgung mit den Braunen Tonnen und Gelben Säcken. Diese würden oft zu lange offen gelagert. Auch die achtlos in der Natur zurückgelassenen Verpackungen mit Essensresten aus den Schnellrestaurants stellen dabei ein Problem dar.  

Im Fachmarkt gibt es Fallen und Beratung

Mache Verbraucher beunruhigt zudem der Gedanke, dass eine vergiftete Maus von einer Katze oder einem Vogel gefressen werden könnte und sich die Tiere dabei selbst vergiften. Dietrich Callwitz beruhigt diese Zeitgenossen: "Ein Vogel und eine Katze gehen in der Regel nicht an verendete Mäuse heran. Warum sollte eine Katze, die bestes Futter bekommt, sich ausgerechnet an einem Mäusekadaver gütlich tun?"

Dietrich Callwitz empfiehlt Privatleuten, die Mäuse im Haus haben, den Gang in den Fachmarkt. "In einen Raiffeisenmarkt sind die Verbraucher gut aufgehoben. Dort gibt es alle möglichen Arten von Fallen und die Leute, die dort arbeiten, kommen zudem oft aus der Landwirtschaft und können entsprechend qualifiziert beraten." 

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Jens Potschka

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