Zwischen Ahlenfalkenberg und Krempel: eine faszinierende Landschaft. Um auch Menschen, die ansonsten wenige Berührungspunkte mit dem Moor haben, zu begeistern, soll das Thema auf unterschiedliche Art und Weise aufbereitet und vermittelt werden. Foto: Schröder
Zwischen Ahlenfalkenberg und Krempel: eine faszinierende Landschaft. Um auch Menschen, die ansonsten wenige Berührungspunkte mit dem Moor haben, zu begeistern, soll das Thema auf unterschiedliche Art und Weise aufbereitet und vermittelt werden. Foto: Schröder
Millionen-Investitionen

Moore als verbindendes Element der Elbe-Weser-Region

von Egbert Schröder | 01.03.2026

Sie sind nicht nur ein bedeutender Lebensraum, sondern auch ein wichtiger Faktor bei der Klimaentwicklung: Moore. Die Kreise Cuxhaven, Stade, Osterholz und Rotenburg haben sich zu einer "Moorregion Elbe-Weser" zusammengeschlossen und wollen handeln.

Im Schulterschluss zu mehr Klimaschutz: Das Landkreis-Quartett hat seine Vorgehensweise abgesteckt, um die Ressourcen von Mooren zu entwickeln und gleichzeitig in der Bevölkerung mehr Wissen über die Moore und deren Bedeutung, Bewirtschaftungsmöglichkeiten und Pflege zu vermitteln. Dabei geht es unter anderem um die Funktion intakter Moore als CO₂‑Speicher.

"Flächendeckende Bildungsangebote"

Es lag thematisch nahe, dass die vier Landkreise bei der Bildung einer "Zukunftsregion" auf das Moor kamen; schließlich handelt es sich um ein kreisübergreifendes und verbindendes Element des Elbe-Weser-Raumes. Nach vielen Vorgesprächen und Abstimmungen ist eine Zweiteilung der Schwerpunkte vorgesehen. Dabei geht es um die Handlungsfelder "Biologische Vielfalt, funktionierende Naturräume" sowie "Kultur und Freizeit". "Zielgruppenspezifische, leicht zugängliche und flächendeckende Bildungsangebote zum Thema Moor" sind dabei wesentliche Elemente.

Dieses Ziel verfolgt auch das darin implementierte Bildungsprojekt "Moorregion Elbe-Weser - leben und erleben". Die Federführung bei der Projektsteuerung liegt beim Landkreis Cuxhaven. Dabei geht es nicht nur um Appelle oder Absichtsbekundungen, sondern um konkrete Maßnahmen, die ein Gesamtvolumen von 4,85 Millionen Euro umfassen. 60 Prozent dieser Summe kommen aus dem Topf der "Zukunftsregion"; jeweils zehn Prozent tragen die beteiligten Landkreise selbst. Der Eigenanteil für den Kreis Cuxhaven beträgt somit zehn Prozent und könnte sich sogar noch durch eine projektbezogene Kofinanzierung des Landes reduzieren. Ein entsprechender Antrag ist gestellt worden. 

Neben einem gemeinsamen "Dachprojekt" sind drei weitere regionale Vorhaben sowie sieben lokale Initiativen geplant. "Im Zentrum als große, regionsweite Teilprojekte stehen die 'Mobile Moorbildung', der Messeauftritt des Netzwerks Moorpflege und Moorbewirtschaftung ('Moormesse') sowie die multimediale Wissensvermittlung zum Thema Moor als digitale Erlebnisinszenierung", heißt es beim Landkreis Cuxhaven.

Im Rahmen der "Moormesse" soll es Präsentationen bei verschiedenen Veranstaltungen geben. Dazu zählt unter anderem ein Messestand bei der Tarmstedter Ausstellung, der anschließend auch bei lokalen Märkten in der Region zum Einsatz kommen soll. Ein weiterer Baustein des Vorhabens ist zudem die digitale Wissensvermittlung durch moderne Kommunikationsmittel.

Förderprogramm für zunächst drei Jahre

Ziel ist es, dass man das Thema auch in Bereichen beleuchtet, die weit von Moorgebieten entfernt sind. So ist unter anderem von interaktiven "Moorstelen" und Hörstationen in touristischen "Hotspots" die Rede. Aber auch Besuche in Kindertagesstätten und in Schulen sowie kindgerechte "Moorpfade"  sind vorgesehen.

Angelegt ist das Projekt auf drei Jahre: "2029 ist erst einmal Schluss. Dann endet die Förderperiode", so Kerstin Norda (Geschäftsführerin der Naturschutzstiftung) im Umweltausschuss des Kreistages. Wie und ob es dann fortgeführt wird, müsse sich noch zeigen.

Im Umweltausschuss wurde die Konzeption positiv aufgenommen, ungeachtet der vorerst festgelegten Frist von drei Jahren. "Das ist eine tolle Geschichte; ein echter Gewinn für das Cuxland und die drei anderen Landkreise", meinte SPD-Fraktionschef Gunnar Böltes. Dass es dafür eine 90-prozentige Bezuschussung  geben würde, sei keine Selbstverständlichkeit.

Im Ahlenmoor gibt es bereits Flächen, die sich wieder naturnah entwickelt haben und eine wichtige Funktion für Klima und Natur einnehmen. Aktuell läuft dort unter anderem auch das wissenschaftlich begleitete Projekt "OptiMuM", in dessen Mittelpunkt die Renaturierung von Mooren steht. Archivfoto: Schröder

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Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

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