Der Seefernaufklärer P-3C Orion hat für die Deutsche Marine ausgedient. Die meisten der Maschinen gehen nach Portugal. Archivfoto: Ingo Wagner/dpa
Der Seefernaufklärer P-3C Orion hat für die Deutsche Marine ausgedient. Die meisten der Maschinen gehen nach Portugal. Archivfoto: Ingo Wagner/dpa
Vor Abschied aus Nordholz

Flugzeug-Unfall auf den Bermudas: Fast ausgediente P-3C Orion in Kollision verwickelt

von Joscha Kuczorra | 21.11.2025

Ein Unfall auf den Bermuda-Inseln verzögert die Verabschiedung der "P-3C Orion" vom Marinefliegerstützpunkt in Nordholz. Die Maschine kollidierte mit einem anderen Flugzeug. Wie die Folgen aussehen und wie es weitergeht mit der ausgedienten Maschine.

Eigentlich sollte die "P-3C Orion" am Donnerstag (20. November 2025) offiziell auf dem Marinefliegerstützpunkt "Graf Zeppelin" in Nordholz verabschiedet werden. Doch ein Flugzeug aus der Flotte, zu der eigentlich insgesamt acht Seefernaufklärer gehörten, fehlt der Marine. Vorausgegangen ist ein Unfall auf den Bermuda-Inseln.

Die Marine bestätigt Informationen von cnv-medien.de, wonach es bereits Anfang Oktober zu einer Kollision auf einem Flughafen des Inselstaates gekommen ist. Nach Auskunft einer Sprecherin der Marine hatte die Besatzung die P-3C Orion auf dem Rollfeld abgestellt. "Die Soldaten befanden sich in Dienstunterbrechung", heißt es, sodass zum Zeitpunkt des Unfalls keine Personen an Bord gewesen seien.

Ein anderes Flugzeug sei in den Seefernaufklärer der Marine gefahren. Wie der NDR Niedersachsen und die "Welt" berichten, sei ein Privatflugzeug beim Rangieren mit der Maschine der Marine zusammengestoßen. Ob es sich tatsächlich um ein Privatflugzeug handelte, teilt eine Sprecherin der Marine gegenüber cnv-medien.de mit Verweis auf Datenschutzgründe nicht mit. Verletzt wurde jedenfalls niemand.

Der Atlantik vor den Bermudas (hier ein Foto aus dem Jahr 2013) ist bekannt für sein klares Wasser. Foto: picture alliance / dpa | IUCN

Fakt ist zudem: Beim Zusammenstoß "wurde die P-3C so sehr beschädigt, dass sie nicht mehr flugfähig war", heißt es. Das Flugzeug musste wieder instand gesetzt werden. Das war kein kurzer Prozess: Laut der Sprecherin wurde der Schaden zunächst einmal begutachtet. Anschließend folgten Beweisaufnahme und Ersatzteilbeschaffung, bevor die Maschine repariert werden konnte. "Und die Bermudas sind nicht mal eben um die Ecke", verdeutlicht die Mitarbeiterin der Pressestelle mit Blick auf die weiten Wege. Erst ganz zum Schluss gab es die Freigabe zum Fliegen.

Die Tage der P-3C Orion in Nordholz sind gezählt. Bilder vor dem Hangar des Marinefliegergeschwaders 3 wird es bald nicht mehr geben. Foto: Potschka

Nun soll die P-3C Orion nach Informationen von cnv-medien.de in Kürze von den Bermuda-Inseln im Atlantik direkt nach Portugal gehen. Denn an die Luftwaffe des Landes wurden sechs der acht zur Flotte gehörenden Orions verkauft. Die Bundeswehr hatte die acht Maschinen im Jahr 2006 im gebrauchten Zustand von den Niederlanden übernommen. Die alten P-3C Orion-Flugzeuge werden von neuen P-8A-Poseidon-Maschinen ersetzt, die auf der Boeing 737 basieren.

Die P-8A Poseidon (r.) löst die P-3C Orion (l.) in Nordholz ab. Foto: Bundeswehr/Julia Kelm

Die Nordholzer Crew hatte sich laut der Marine-Sprecherin zu Trainings- und Ausbildungsflügen mit einer Partnernation im Atlantik befunden. Nach Informationen von cnv-medien.de wurde mit den Fliegern der US-amerikanischen Armee die U-Boot-Jagd geübt. Beim Atlantik handelt es sich teilweise um ausgewiesenes U-Boot-Jagdgebiet. Direkt in der Nähe der Bermudas befindet sich ein Trainingsgebiet.

Die Stammbesatzung der P-3C beträgt elf Personen. Die Mitarbeiterin der Marine-Pressestelle betont gegenüber cnv-medien.de, dass die Crew kurz nach dem Unfall reduziert wurde. Das fliegerische Personal der Besatzung wurde umgehend nach Nordholz zurückgeholt, während das Personal zur Instandsetzung der beschädigten Maschine in den Atlantik flog.

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Joscha Kuczorra

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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