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Neu auf dem Gelände und direkt ein Publikumsliebling: Die „New Port Stage“ konnte bei ihrer Premiere auf dem diesjährigen Deichbrand-Festival ordentlich punkten. Kein Wunder also, dass die neue Bühne jetzt zu den Nominierten für den „Best Of Live Award“ zählt. Foto: Penning/dpa
Neu auf dem Gelände und direkt ein Publikumsliebling: Die „New Port Stage“ konnte bei ihrer Premiere auf dem diesjährigen Deichbrand-Festival ordentlich punkten. Kein Wunder also, dass die neue Bühne jetzt zu den Nominierten für den „Best Of Live Award“ zählt. Foto: Penning/dpa
Landrat besucht Festival-Team

Gerüchte um Deichbrand in Nordholz: So geht es mit dem Festival weiter

von Christian Mangels | 03.11.2026 Zuletzt aktualisiert: 03.11.2026 17:17 Uhr

Wie sieht die Zukunft des Deichbrand-Festivals aus? Bei einem Gespräch mit Landrat Thorsten Krüger machten die Veranstalter ihre Pläne deutlich: Sie wollen Nordholz treu bleiben, in feste Infrastruktur investieren und bis 2038 planen können.

Verlässt das Deichbrand-Festival Nordholz? Entsprechende Gerüchte halten sich hartnäckig und wurden zeitweise durch eine KI-Suche verbreitet. Tatsächlich verfolgen die Veranstalter jedoch ganz andere Pläne: Sie wollen am bisherigen Standort festhalten, weiter in die Infrastruktur investieren und die Vereinbarung mit der Gemeinde Wurster Nordseeküste möglichst bis 2038 verlängern.

Das wurde bei einem Besuch von Landrat Thorsten Krüger am Dienstag (3. November) deutlich, der im Rahmen seiner Unternehmenstour durch den Landkreis Cuxhaven beim Deichbrand-Team Station machte. Gemeinsam mit Bürgermeister Jörg-Andreas Sagemühl sprach er mit Festival-Mitgründer Marc Engelke, Geschäftsführer von ESK Events & Promotion und FKP Eventservice, über die wirtschaftliche Bedeutung des Festivals, neue Investitionen und die Herausforderungen der kommenden Jahre.

"Planungssicherheit ist das A und O", machte Engelke deutlich. Die Veranstalter wollen die bisherige Perspektive bis 2033 um weitere fünf Jahre verlängern. Sagemühl signalisierte Zustimmung: "Ich glaube, wir können sagen, wir beide sind uns darüber einig, dass wir das machen wollen." Allerdings müssten noch Verträge ausgearbeitet und die zuständigen politischen Gremien beteiligt werden. Beschlossen ist die Verlängerung also noch nicht.

Landrat Thorsten Krüger (rechts) diskutiert mit Deichbrand-Chef Marc Engelke (links) und Jörg-Andreas Sagemühl, Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste, über die Zukunftsplanung des Festivals. Foto: Mangels

Zweite Halle und neue Wege sind geplant

Für Engelke ist eine langfristige Vereinbarung die Voraussetzung für weitere Investitionen. Bereits heute verfügt das Festivalteam über eine feste Halle am Standort. Eine zweite soll hinzukommen. Sie könnte insbesondere Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten als feste Basis dienen. Bislang werden für diese Bereiche jedes Jahr aufwendig Containeranlagen mit Strom-, Internet- und Sanitäranschlüssen aufgebaut.

Auch beim Wegebau sehen die Veranstalter Einsparmöglichkeiten. Allein die temporären Fahrwege zu Park- und Wohnmobilflächen hätten zuletzt rund 130.000 Euro gekostet, berichtete Engelke. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren summierten sich solche wiederkehrenden Ausgaben auf Millionenbeträge. Dauerhaft befestigte Wege und Versorgungsleitungen könnten deshalb wirtschaftlich sinnvoller sein. "Wir sind absolut gewillt, hier weiter zu investieren in den Standort", betonte Engelke. Die Planungen seien ein langfristiges Bekenntnis zur Wurster Nordseeküste.

Eine besondere Herausforderung wird die Neuordnung des Veranstaltungsgeländes. Durch die Entwicklung des angrenzenden Industrie- und Gewerbegebiets fallen bisher genutzte Festivalflächen weg. Teile des Geländes müssen deshalb für das Deichbrand 2027 neu angeordnet werden.

Rund 60.000 Besucher zieht das Deichbrand-Festival jedes Jahr nach Nordholz. Die Veranstalter wollen dem Standort langfristig treu bleiben. Foto: Petersen

Nach Engelkes Vorstellungen sollen Veranstaltungsbereiche stärker nach Westen verschoben werden. Dabei geht es nicht nur um Bühnen und Campingflächen, sondern auch um die Wegeführung und die Aufenthaltsbereiche für die Besucher. 

Sagemühl verwies darauf, dass die Veränderungen mit den angesiedelten Unternehmen abgestimmt würden. Auch die Verkehrsachsen müssten gesichert bleiben. Engelke sieht in der Neuplanung trotz aller Herausforderungen die Möglichkeit, Abläufe zu verbessern und die Infrastruktur dauerhaft weiterzuentwickeln.

Ein weiteres zentrales Gesprächsthema war die Energieversorgung. Die Festivalstadt benötigt während der Veranstaltung enorme Strommengen. Bisher wird ein großer Teil davon durch mobile Dieselaggregate erzeugt. Durch ein neues, zentral organisiertes Versorgungsnetz konnte deren Zahl nach Angaben Engelkes bereits von 52 auf 38 reduziert werden.

Das spart Transporte, Kraftstoff und Betriebskosten. Langfristig möchte der Veranstalter weitere Bereiche an ein festes Stromnetz anschließen. Die energieintensiven Hauptbühnen dürften allerdings auch künftig auf zusätzliche Aggregate angewiesen sein. Engelkes Wunsch ist es, möglichst viel regional erzeugten Ökostrom zu nutzen. "Dass der grüne Strom, der hier oben produziert wird, direkt bei uns ins Entertainment für das Festival an der Nordsee geht - das wäre schon klasse."

Das Deichbrand-Festival ist seit Jahren fest in Nordholz verwurzelt. Nun planen die Veranstalter weitere Investitionen in die Infrastruktur. Foto: Overschmidt

Krüger sieht darin eine Verbindung zur Energiepolitik des Landkreises. Dieser arbeite gemeinsam mit den Kommunen an einer regionalen Energieversorgung und am Ausbau der Netze. "Wenn wir nichts machen würden, hätten wir perspektivisch ein Problem", sagte der Landrat. Ziel sei es, dass Unternehmen, Bürger und öffentliche Haushalte von erneuerbarer Energie aus der Region profitieren.

Auch künstliche Intelligenz nahm breiten Raum in dem Gespräch ein. Engelke sieht hier Potenzial, etwa bei Gästelisten, Akkreditierungen, der Personalsteuerung und organisatorischen Abläufen.

Welche wirtschaftliche Bedeutung das Deichbrand-Festival für die Region hat, verdeutlichte Engelke an einem Beispiel: Allein für Hotelzimmer gibt der Veranstalter jedes Jahr rund 500.000 Euro aus. Hinzu kommen Aufträge für Dienstleister, Lieferanten und zahlreiche weitere Unternehmen. Mit rund 60.000 Besuchern ist das Festival damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Landkreis Cuxhaven. Landrat Krüger hob in diesem Zusammenhang zudem die Bedeutung der Gewerbesteuer hervor.

Daneben wurde über Nachhaltigkeit gesprochen. Engelke berichtete von einer deutlichen Reduzierung der Müllmenge je Besucher. Krüger lobte die Bemühungen und warb dafür, Menschen bei Veränderungen mitzunehmen, statt ausschließlich auf Vorschriften zu setzen.

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Christian Mangels

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