Militärische und zivile Kräfte: So lief die große Fliegerhorst-Übung in Nordholz
In Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste / Kreis Cuxhaven) trainierten Einsatzkräfte intensiv für den Ernstfall: Ein simuliertes Flugunglück forderte Teamarbeit von zivilen und militärischen Kräften.
Ausgiebig haben zahlreiche Einsatzkräfte am Mittwoch (29. April 2026) für den Erstfall trainiert: Das Übungsszenario sah einen simulierten Zusammenstoß eines Sea-Lynx-Hubschraubers mit einem P-3C-Orion-Seefernaufklärer auf dem Rollweg vor. Weil beide Luftfahrzeuge in Flammen standen, wurden in dem Szenario mehr als 25 multiple Verletzungen unterschiedlicher Schweregrade bis hin zu einer toten Person und traumatisierten Augenzeugen dargestellt.
Die Übung begann um 16.30 Uhr. Die Löschzüge der Flugplatzfeuerwehr, die bei Flugbetrieb an der Startbahn in ständiger Bereitschaft stehen, begannen mit den Löscharbeiten. Zeitgleich wurde die Notdienstgruppe des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin" unter der Leitung des Flugsicherheitsoffiziers alarmiert. Alle notwendigen Koordinierungsmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet und zusätzliche Einsatz- und Rettungskräfte wurden angefordert. Aufgrund der großen Anzahl an Verletzten wurden die zivilen Rettungskräfte zusätzlich alarmiert. Verstärkung aus der Feuerwehrwache und die Sanitätskräfte aus dem Standort rückten an.

Wie Stabsbootsmann Sascha Jonack vom Stützpunkt in Nordholz berichtet, wurde das Feuer innerhalb weniger Minuten gelöscht und unverzüglich mit der Rettung der Verletzten begonnen. Nach und nach rückten die zivilen Rettungskräfte zur Unterstützung der Verletztenversorgung und zum simulierten Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser an.

Das Team Flugsicherheit der Marineflieger und die Rettungsorganisation des Landkreises beobachteten das Vorgehen. Das Team Flugsicherheit verfügt über Flugsicherheitsexperten und ist für die Sicherheit des Flugbetriebs am Marinefliegerstützpunkt Nordholz verantwortlich. "Bei einem Flugunfall spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Koordination der Maßnahmen und der Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Rettungskräften", heißt es.

Die Führung der Marineflieger und der Landrat hätten sich von Art und Umfang der Übung und den notwendigen Maßnahmen beeindruckt gezeigt. Nach drei Stunden war die Übung beendet.

"Bei diesem Übungsszenario wollten wir feststellen, ob die Koordination und Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Hilfskräften funktioniert", berichtet einer der Flugsicherheitsmeister laut Pressemitteilung. Ausschließlich ehrenamtliche Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz wurden angefordert. "Wir können einen Massenanfall von Verletzten nicht alleine bewältigen. Wir sind auf die Einsatz- und Rettungskräfte im Umkreis angewiesen." Das Fazit des Flugsicherheitsmeisters: "An der einen oder anderen [...] Schnittstelle müssen wir noch optimieren. Wir werden die [...] Übung auswerten und uns in den kommenden Wochen nochmals zusammensetzen und unsere Ergebnisse zusammentragen. Immer mit dem Ziel, auftretende Notsituationen gemeinsam und zielorientiert im Sinne der Flugsicherheit und Patientenversorgung abzuarbeiten."
