Allemannsmanöver bei der P-3C Orion: Die Fliegerhorst-Feuerwehr beim Abtransport einer verletzten Person. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr
Allemannsmanöver bei der P-3C Orion: Die Fliegerhorst-Feuerwehr beim Abtransport einer verletzten Person. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr
25 Verletzte

Militärische und zivile Kräfte: So lief die große Fliegerhorst-Übung in Nordholz

von Redaktion | 30.04.2026

In Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste / Kreis Cuxhaven) trainierten Einsatzkräfte intensiv für den Ernstfall: Ein simuliertes Flugunglück forderte Teamarbeit von zivilen und militärischen Kräften.

Ausgiebig haben zahlreiche Einsatzkräfte am Mittwoch (29. April 2026) für den Erstfall trainiert: Das Übungsszenario sah einen simulierten Zusammenstoß eines Sea-Lynx-Hubschraubers mit einem P-3C-Orion-Seefernaufklärer auf dem Rollweg vor. Weil beide Luftfahrzeuge in Flammen standen, wurden in dem Szenario mehr als 25 multiple Verletzungen unterschiedlicher Schweregrade bis hin zu einer toten Person und traumatisierten Augenzeugen dargestellt.

Die Übung begann um 16.30 Uhr. Die Löschzüge der Flugplatzfeuerwehr, die bei Flugbetrieb an der Startbahn in ständiger Bereitschaft stehen, begannen mit den Löscharbeiten. Zeitgleich wurde die Notdienstgruppe des Marinefliegergeschwaders 3 "Graf Zeppelin" unter der Leitung des Flugsicherheitsoffiziers alarmiert. Alle notwendigen Koordinierungsmaßnahmen wurden umgehend eingeleitet und zusätzliche Einsatz- und Rettungskräfte wurden angefordert. Aufgrund der großen Anzahl an Verletzten wurden die zivilen Rettungskräfte zusätzlich alarmiert. Verstärkung aus der Feuerwehrwache und die Sanitätskräfte aus dem Standort rückten an.

Die Fliegerhorst-Feuerwehr transportiert einen Verletzten aus dem Bordhubschrauber Sea Lynx. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr

Wie Stabsbootsmann Sascha Jonack vom Stützpunkt in Nordholz berichtet, wurde das Feuer innerhalb weniger Minuten gelöscht und unverzüglich mit der Rettung der Verletzten begonnen. Nach und nach rückten die zivilen Rettungskräfte zur Unterstützung der Verletztenversorgung und zum simulierten Abtransport in die umliegenden Krankenhäuser an.

Fliegerhorst-Feuerwehr und zivile Rettungskräfte arbeiten Hand in Hand. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr

Das Team Flugsicherheit der Marineflieger und die Rettungsorganisation des Landkreises beobachteten das Vorgehen. Das Team Flugsicherheit verfügt über Flugsicherheitsexperten und ist für die Sicherheit des Flugbetriebs am Marinefliegerstützpunkt Nordholz verantwortlich. "Bei einem Flugunfall spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Koordination der Maßnahmen und der Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Rettungskräften", heißt es.

Erstversorgung durch Sanitätskräfte der Bundeswehr. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr

Die Führung der Marineflieger und der Landrat hätten sich von Art und Umfang der Übung und den notwendigen Maßnahmen beeindruckt gezeigt. Nach drei Stunden war die Übung beendet.

Rettungskräfte werden mit dem Pilotenretter zur Flugzeugtür gehoben. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr

"Bei diesem Übungsszenario wollten wir feststellen, ob die Koordination und Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Hilfskräften funktioniert", berichtet einer der Flugsicherheitsmeister laut Pressemitteilung. Ausschließlich ehrenamtliche Rettungsdienste wie das Deutsche Rote Kreuz wurden angefordert. "Wir können einen Massenanfall von Verletzten nicht alleine bewältigen. Wir sind auf die Einsatz- und Rettungskräfte im Umkreis angewiesen." Das Fazit des Flugsicherheitsmeisters: "An der einen oder anderen [...] Schnittstelle müssen wir noch optimieren. Wir werden die [...] Übung auswerten und uns in den kommenden Wochen nochmals zusammensetzen und unsere Ergebnisse zusammentragen. Immer mit dem Ziel, auftretende Notsituationen gemeinsam und zielorientiert im Sinne der Flugsicherheit und Patientenversorgung abzuarbeiten." 

Das Deutsche Rote Kreuz bei der Versorgung von Verletzen. Foto: Beatrix Krone/Bundeswehr

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Redaktion
Redaktion

Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung
Tel.: 04721 585 360

redaktion@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Ausstellung im Aeronauticum

Mit Geschick und viel Liebe zum Detail: BMC feiert 50-jähriges Bestehen in Nordholz

Der Bremer Modellbau-Club (BMC) feierte sein 50-jähriges Bestehen im Aeronauticum. Rund 80 Aussteller aus Deutschland und den Niederlanden zeigten in Nordholz Modelle aller Sparten.

Sensationsfund

Über 80 Jahre im Boden: Nordholzer Sturmgeschütz hat sein neues Zuhause erreicht

von Maren Reese-Winne

Ein spektakulärer Fund aus dem Zweiten Weltkrieg hat seine Reise beendet: Das Nordholzer Sturmgeschütz ist sicher an seinem neuen Standort angekommen. Dort beginnt für das mehr als 80 Jahre alte Relikt nun ein neues Kapitel.

Auffahrunfall auf K14

Unfall in der Wurster Nordseeküste: Zwei Autos müssen abgeschleppt werden

Eine 19-Jährige hat auf der K14 in der Wurster Nordseeküste offenbar zu spät auf den vorausfahrenden Verkehr reagiert. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem eine 23-Jährige leicht verletzt wurde. Beide Autos mussten abgeschleppt werden.

Nächtliche Spritztour

Jugendliche entwenden Auto des Vaters - Fahrt im Kreis Cuxhaven endet im Graben

von Redaktion

Nächtliche Spritztour mit Folgen: Zwei Jugendliche aus Dorum haben nach Angaben der Polizei Cuxhaven den Autoschlüssel ihres Vaters entwendet und sind mit dessen Citroën losgefahren. Die Fahrt endete in einem Graben.