Nach der Bergung mit einem Kran steht das 29 Tonnen schwere Sturmgeschütz III auf dem Stützpunkt an einem Zwischenlagerplatz. Foto: Reese-Winne
Nach der Bergung mit einem Kran steht das 29 Tonnen schwere Sturmgeschütz III auf dem Stützpunkt an einem Zwischenlagerplatz. Foto: Reese-Winne
So sieht die Kriegswaffe aus

Sturmgeschütz III aus Weltkrieg in Nordholz präsentiert: Ein ganz besonderer Anblick

11.06.2026

Ein historisches Sturmgeschütz III aus dem Zweiten Weltkrieg wurde in Nordholz (Kreis Cuxhaven) entdeckt und soll bald ausgestellt werden. Der erstaunlich gut erhaltene Fund erzählt von seiner bewegten Geschichte. Eine Kriegswaffe zum Anfassen.

Auf einer Wiese an einem nicht näher bestimmten Ort auf dem Fliegerhorst in Nordholz. Nach der Bergung mit einem Kran steht das 29 Tonnen schwere Gefährt auf dem Stützpunkt an einem Zwischenlagerplatz. Das historische Fundstück sieht genau so aus, wie man sich einen großen, rostigen Panzer vorstellt, der 80 Jahre unter der Erde lag. Nur, dass es sich bei dem Nordholzer Fund genaugenommen nicht um einen Panzer handelt, sondern um ein Sturmgeschütz III aus dem Zweiten Weltkrieg, das sich nur durch bauliche Details von einem Panzer unterscheidet.

Es ist die erste Gelegenheit, das verrostete Vollkettenfahrzeug aus der Nähe zu betrachten. Am 1. Juni 2026 wurde es vom Ausgrabungsort geborgen. Nun sind es nur noch einige Wochen, bis das Sturmgeschütz III im Deutschen Panzermuseum Munster ausgestellt werden soll. Wie beim Pressetermin am Donnerstagnachmittag (11. Juni 2026) bekannt gegeben wurde, ist der Transport des Exponats für August angesetzt.

Dr. Andreas Hüser von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Cuxhaven (links) und Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann tauschen sich vor dem geborgenen Sturmgeschütz III über die wissenschaftliche Bedeutung des außergewöhnlichen Fundes aus. Foto: Polgesek

Zustand des Nordholzer StuG III erstaunlich gut

Der Zustand des Objekts ist für die lange Zeit unter Tage erstaunlich gut. "Oft findet man einen Haufen Schrott, der mal ein Panzer war", sagt Götz Ulrich Penzel vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Viel Feuchtigkeit kann nicht im Boden gewesen sein - gut für die Zukunft des Fundes als Ausstellungsstück. "Das war bestimmt wie eine Konservierungsglocke da unten", so Penzel weiter.

Die Gummis an den Ketten sind auf einer Seite des Fahrzeugs nahezu neu. Sie müssen kurz vor Kriegsende noch einmal erneuert worden sein, sagt Henning Haßmann, Landesarchäologe beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. "Die sind keine zwei, drei Kilometer gefahren", bestätigt Andreas Hüser von der unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Cuxhaven.

Vor dem geborgenen Sturmgeschütz III präsentieren (v.l.) Christian Schulz, Mariel Kubatz (BImA, Hauptstelle Verwaltungsaufgaben Koblenz), Dr. Henning Haßmann (Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege), Dr. Andreas Hüser (Landkreis Cuxhaven), Wissenschaftlicher Direktor Götz Ulrich Penzel (MHMBw) und weitere Beteiligte die Ergebnisse des außergewöhnlichen Fundes. Foto: Polgesek

Gerüchte, dass sich in dem Sturmgeschütz Munition befunden haben soll, wurden heute ausgeräumt. "Es wurden unter, um und in dem Exponat keine Kampfmittel festgestellt", sagt Mariel Kubatz von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz Bima.

Präsentation im Deutschen Panzermuseum Munster

Das Sturmgeschütz III wurde nun dem Militärhistorischen Museum Dresden als Leitmuseum der Bundeswehr übereignet. Bereits am Mittwoch hatte die Bima bekannt gegeben, dass das Fahrzeug zunächst als Exponat im Deutschen Panzermuseum Munster ausgestellt wird. Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Exponat aller Wahrscheinlichkeit auch in Dresden zu sehen sein. Erst einmal gehe es aber um die Präsentation des Fahrzeugs in Munster, so Penzel.

Die stark korrodierte Mündungsbremse des Sturmgeschützes III zeugt von den Jahrzehnten, die das Fahrzeug verborgen im Boden verbracht hat.

Das Exponat soll dort in seinem jetzigen Zustand ausgestellt werden, inklusive Sand und Rost. Um das Exponat weiterhin in einem guten Zustand zu erhalten, wird das Deutsche Panzermuseum Munster von einer Präsentation im Freien absehen.

Kontrast zwischen restauriertem und Nordholzer Exponat

In der Sammlung des Museums gibt es bereits ein Sturmgeschütz III der gleichen Ausführung. Der große Unterschied: Das bereits vorhandene Exponat wurde restauriert, ist sogar wieder fahrtüchtig und damit sozusagen das genaue Gegenteil des Bodenfundes.

Die Präsentation im Fundzustand ist aus Sicht der Experten vor allem deshalb sinnvoll, um den geschichtlichen Rahmen einzuordnen. Das in Nordholz gefundene Sturmgeschütz III wurde damals in einem Graben entsorgt und mit Sand zugeschüttet. Keine unübliche Praxis nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Für Archäologe Andreas Hüser steht fest: "Es ist ein eindrucksvolles Zeugnis der Zeit".

Von Marie Petersen

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