Tag der Bundeswehr 2026 in Nordholz: Das Programm auf dem Marinefliegerstützpunkt
Dass der Marinefliegerstützpunkt Nordholz im Kreis Cuxhaven am 6. Juni den Tag der Bundeswehr ausrichtet, ist kein Zufall. Das Großereignis werde für lange Zeit die letzte Gelegenheit sein, den Marinefliegern so nahe zu sein, heißt es.
Der Nordholzer Marinefliegerstützpunkt ist einer der zehn großen Schauplätze in Deutschland beim Tag der Bundeswehr. Mit rund 60.000 Besucherinnen und Besuchern rechnet Kapitän zur See Broder Nielsen am Sonnabend, 6. Juni 2026. Es werde für viele Jahre die letzte Gelegenheit sein, den Marinefliegern so nahe zu sein, unterstreicht der Kommandeur: "Wer uns live erleben will, muss jetzt nach Nordholz kommen."
Der Standort Nordholz befindet sich an der Schwelle zu einem Ausbau bislang ungekannten Ausmaßes. Parallel zur Beschaffung neuer Waffensysteme und Fluggeräte befinden sich Großbaustellen auf dem gesamten Gelände, auf denen neue Hallen und Wartungsgebäude entstehen. Keine Projekte, bei denen sich die Bundeswehr auf die Finger schauen lassen will.
Deshalb kommt die Einladung gerade jetzt. Auf einem rund 1,5 Kilometer langen Rundkurs und auf rund sieben Hektar Fläche werden Gäste nicht nur mit den Marinefliegern, sondern mit allen Teilen der Bundeswehr sowie zahlreichen Katastrophenschutz- und Blaulicht-Behörden in Berührung kommen. "Es erwartet Sie eine der größten Veranstaltungen der letzten 20 Jahre an diesem Ort", verspricht der Kommandeur.
Angesagt haben sich rund 120 Aussteller. Das gesamte Leistungsspektrum der Bundeswehr solle dargestellt werden, erklärt Fregattenkapitän Tobias, Leiter des Projektstabs (Familiennamen werden zum Schutz der Soldaten außer bei leitenden Positionen nicht genannt). Rund 25 Luftfahrzeuge würden im Rahmen eines Static Display (am Boden) gezeigt und könnten besichtigt werden.

Die Gäste erwartet jedoch auch ein vierstündiges Flugprogramm - 1,5 Stunden am Vormittag und drei Stunden am Nachmittag -, bei dem die Marineflieger alles zeigen werden, was sie am Start haben, natürlich auch die P8-A Poseidon und den Bordhubschrauber NH-90 Sea Tiger. Für weitere Überflüge wird unter anderem ein Airbus 330 MRTT der Luftwaffe erwartet.
Das strategische Tank- und Transportflugzeug basiert auf einem zivilen Verkehrsflugzeug des Typs A330-200, ist fast 60 Meter lang und kann bis zu 267 Soldatinnen und Soldaten inklusive Ausrüstung aufnehmen. Die ebenfalls angekündigten Fallschirmsprünge sind wie das gesamte Flugprogramm abhängig vom Wetter beziehungsweise der Wolkenuntergrenze. Dass alle hoffen, dass Regen und Gewitter Nordholz diesmal weit umkreisen, versteht sich von selbst.

"Wir zeigen alles, was wir können und was wir bekommen haben", so Nielsen, "noch wichtiger ist mir aber, der Bevölkerung den Spirit unserer Leute zu vermitteln und zu zeigen, was diese für unser Land tun." Auf größtmögliche Transparenz dürfe die Bevölkerung, die den Standort großartig unterstütze, auch einen Anspruch erheben. "Wir wollen der Region so etwas zurückgeben", sagt der Chef der Marineflieger gegenüber cnv-medien.de. Dazu gehöre auch die Aufklärung über die Verwendung erheblicher Investitionen in neue Hubschrauber, Flugzeuge und Infrastruktur.
Trotz aller Offenheit wird das Thema Sicherheit die wohl größte Rolle spielen. Der Zugang wird ausschließlich an zentralen Eintrittspunkten möglich sein. Ohne Sicherheits- und Ausweiskontrollen wie am Flughafen werden die Gäste nicht einmal die Shuttle-Busse besteigen dürfen. Große Rucksäcke sollten direkt zu Hause gelassen werden. Die Parkplätze sollen sich an den Parkflächen des Deichbrand-Festivals in Nordholz konzentrieren.

Der zentrale Abfertigungspunkt für Gäste, die mit dem Fahrrad oder dem Zug kommen, wird der ehemalige Sky-Parkplatz in Nordholz sein. "Mit dem Fahrrad ans Tor - keine Chance", warnt Broder Nielsen vor. Besondere Aufmerksamkeit kündigt er auch für die Kontrolle ausländischer Passdokumente an. In weltpolitisch brisanten Zeiten könnten nicht alle Details gezeigt werden. Dennoch solle der Bevölkerung der Einblick in eine P8-A Poseidon gewährt werden; allerdings bei striktem Fotografierverbot.
Alle Prozesse seien durchdacht und geprobt worden, unter anderem mit der Übung einer Großschadenslage vor einigen Wochen. Alle 2000 Beschäftigten des Standorts seien eingebunden, im Militär ist das ein sogenanntes "All Hands-Manöver". Sichergestellt werden soll außerdem eine Rundumversorgung inklusive Musik, kostenlosem Wasser und Erbsensuppe.
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