Um ein solches oder ähnliches Fahrzeug handelt es sich (das Stug III wurde in mehreren Varianten erbaut): Ein von der US-Army erbeuteter deutscher Stug III-Panzer mit amerikanischen Hoheitszeichen. Foto: gemeinfrei
Um ein solches oder ähnliches Fahrzeug handelt es sich (das Stug III wurde in mehreren Varianten erbaut): Ein von der US-Army erbeuteter deutscher Stug III-Panzer mit amerikanischen Hoheitszeichen. Foto: gemeinfrei
Bima äußert sich

In Nordholz gefundenes Sturmgeschütz: Bund warnt vor unbefugter "Schatzsuche"

von Maren Reese-Winne | 18.05.2026

Ein in Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste/Kreis Cuxhaven) entdecktes Sturmgeschütz aus der NS-Zeit wirft Fragen über den Umgang mit Kriegsrelikten auf. Die Bundesanstalt für Immobilien (Bima) warnt vor unbefugtem Auftauchen.

Zum verantwortungsvollen Umgang mit Kriegsgerät aus der NS-Zeit gehört immer auch die kritische Auseinandersetzung und Mahnung, so die Bundesanstalt für Immobilien (Bima) nach dem Fund eines Sturmgeschützes in Nordholz. Es hat also seine Gründe, wenn die Bima auf die Frage, ob nach dem Fund eines Stug III (Sturmgeschütz III) auf dem Marinefliegerhorst Nordholz nun an anderen Stellen des Fliegerhorsts oder in der Nähe nach weiteren Objekten gesucht wird, antwortet auf CN/NEZ-Anfrage: "Der Bund ist grundsätzlich an einer Bergung von früherem reichseigenen Kriegsgerät nicht interessiert."

Bergungsgenehmigungen würden nach Einzelfallprüfung nur in begründeten Ausnahmefällen - beispielsweise zur Aufklärung von Fliegerschicksalen oder in Fällen der Kampfmittelräumung, zwingender Baumaßnahmen oder ähnlichen Umständen - erteilt. Sollten im Rahmen der Kampfmittelsuche in Nordholz weitere Objekte auftauchen, werde jeder Fall einzeln betrachtet. Eine aktive Suche nach ähnlichen Objekten finde nicht statt.

Das weit verbreitete Sturmgeschütz (Stug) III wurde in mehreren Varianten für die Wehrmacht gebaut. Für das in Nordholz aufgetauchte Objekt wird nun ein Museum oder eine Sammlung gesucht. Foto: gemeinfrei

Als Mahnung verstehen, nicht als Glorifizierung

Nach dem Risiko einer Verherrlichung des NS-Regimes durch solche Funde befragt, hieß es gegenüber cnv-medien.de, dass der Umgang mit dem nationalsozialistischen Erbe eine klare Trennung zwischen historischer Bewahrung und ideologischer Vereinnahmung erfordere: "Ein geeignetes Umfeld für dieses schwierige Erbe bieten museale und historisch-politische Ausstellungen. Durch kritische Auseinandersetzung und wissenschaftliche Aufarbeitung wird im Allgemeinen sichergestellt, dass das Unrecht wie auch ehemaliges reichseigenes Kriegsgerät nicht glorifiziert, sondern als Mahnung verstanden wird." Ziel sei es, Geschichte transparent und begreifbar zu machen, ohne ihr eine Plattform zur unreflektierten Bewunderung zu bieten. Es ist geplant, das Nordholzer Fundstück einem Museum oder einer Sammlung anzubieten.

"Darf nicht auf dem Militariamarkt landen"

Grundsätzlich sei der Bund vor diesem Hintergrund nicht an einer Bergung derartiger Kriegsrelikte, insbesondere durch Dritte, interessiert. Bergungsgenehmigungen würden daher, wie erläutert, nur in Ausnahmefällen erteilt. Gegenstände mit Bezug zum nationalsozialistischen Unrechtssystem oder zum Kriegsgeschehen dürften nicht auf dem Militaria-Markt landen. 

Im Internet kursieren die Bilder der Fundstelle bereits in zahlreichen sozialen Netzwerken und Foren. Sie sollen echt sein. Foto: Reese-Winne

Bundeseigene Vermögensgegenstände seien unabhängig davon gemäß Bundeshaushaltsordnung in erster Linie zur Erfüllung der Aufgaben des Bundes bestimmt. Sie könnten - wie im Nordholzer Fall vorgesehen - jedoch Museen und deren Trägern, Ausstellungen und ähnlichen Einrichtungen übereignet werden. Eine Bergung ohne Einverständnis des Bundes und weiterer Behörden sei illegal und könne rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Das "Einsammeln" ehemaligen Wehrmachtsgeräts sei bereits 1953 durch den Bundesgerichtshof als Unterschlagung bewertet worden. Eine unbefugte "Schatzsuche" gelte somit keineswegs als Kavaliersdelikt.

Auch bei einer erlaubten Bergung durch Dritte sei die Verwertung auf dem Militaria-Markt sowie die Verfolgung gewinnorientierter Ziele auszuschließen. Vielmehr sei sicherzustellen, dass die Exponate in geeigneten und der Öffentlichkeit zugänglichen Einrichtungen ausgestellt würden, hieß es.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

Google News

Wenn Sie etwas googeln, bekommen Sie neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn Sie CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinterlegen, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Sie auf. Hier CNV-Medien als bevorzugte Quelle hinzufügen.


CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Maren Reese-Winne
Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Warum es kein Panzer ist 

Spektakulärer Fund aus der NS-Zeit in Nordholz: Ein Museum wird schon gesucht

von Maren Reese-Winne

Das auf dem Nordholzer Fliegerhorst (Kreis Cuxhaven) ans Licht gekommene Stug III (Sturmgeschütz III) aus dem Bestand der deutschen Wehrmacht soll geborgen und an ein Museum weitergegeben werden. Dafür braucht es zunächst aber einen anderen Schritt.

Sensationsfund im Kreis Cuxhaven

Bei Baggerarbeiten: Alter Wehrmacht-Panzer auf dem Fliegerhorst Nordholz entdeckt

von Maren Reese-Winne

Ein sensationeller Fund auf dem Fliegerhorst Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste / Kreis Cuxhaven): Ein gut erhaltener Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg wurde entdeckt und wirft Licht auf die bewegte Geschichte der Region kurz nach Kriegsende.

25 Verletzte

Militärische und zivile Kräfte: So lief die große Fliegerhorst-Übung in Nordholz

von Redaktion

In Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste / Kreis Cuxhaven) trainierten Einsatzkräfte intensiv für den Ernstfall: Ein simuliertes Flugunglück forderte Teamarbeit von zivilen und militärischen Kräften.

Großer Rettungseinsatz geübt

Flugunfall, Feuer und viele Verletzte in Nordholz: Marineflieger proben den Ernstfall

von Redaktion

Am Mittwoch kam es in Nordholz (Kreis Cuxhaven) zu einer groß angelegten Alarm- und Rettungsübung der Marineflieger. Trainiert wurden dabei der Ernstfall eines Flugunfalls mit vielen Verletzten und die Zusammenarbeit mit zivilen Einsatzkräften.