Als der Aufbau auf dem Infield in Wanhöden noch im Gange ist, wird das Sturm-Szenario geprobt. Bühnen-Aufbauten könnten durch Böen umstürzen und Besucher verletzen. Foto: Nina Germer
Als der Aufbau auf dem Infield in Wanhöden noch im Gange ist, wird das Sturm-Szenario geprobt. Bühnen-Aufbauten könnten durch Böen umstürzen und Besucher verletzen. Foto: Nina Germer
Festival in Wanhöden

Premiere zum Deichbrand 2025: Wieso die Feuerwehr erstmals auf eine große Übung setzt

18.07.2025

Das Wetter spielt für den Verlauf des Deichbrand-Festivals eine entscheidende Rolle. Sturmböen sind durchaus möglich. Am Sonntag könnte es Gewitter geben. Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, führte die Feuerwehr vorab erstmals eine Übung durch.

Sturmwarnung mit einer Windgeschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde: Das war die Ausgangslage für eine Großübung, die im Aufbaugeschehen vor dem Deichbrand-Festival 140 Einsatzkräfte alarmierte. Die Feuerwehrleute sahen sich mit unter Bühnenaufbauten eingeklemmten Besuchern konfrontiert. Vor dem Hintergrund der Wetterprognose für Sonntag, wenn zwischen Sonne, Wolken und Schauern auch einzelne Gewitter auftreten könnten, spielt die Übung eine wichtige Rolle.

"Das Schwierigste ist dabei, den Zustand der Patienten zu beurteilen", sagt Jens Itjen, stellvertretender Gemeindebrandmeister Wurster Nordseeküste und Gesamteinsatzleiter auf dem Deichbrand.

Eingeklemmt unter Bühnenteilen: Dieser Unfall wird bei der Übung dargestellt - von einer Puppe. Foto: Nina Germer

Bei einem Massenanfall von Verletzten (ManV) werden sowohl die Feuerwehrrettungskräfte als auch Rettungskräfte aus dem Sanitätsdienst alarmiert.

Erstmals große Übung im Vorfeld des Festivals

Die Johanniter stellen rund 600 ehrenamtliche Einsatzkräfte aus ganz Deutschland für die sanitätsdienstliche Versorgung der fast 60.000 Besucher. Doch die Übung, die Jens Itjen schon mehrere Jahre in der Schublade liegen hatte und wegen Corona und dem Bürgermeisterwechsel in Wurster Nordseeküste bislang noch nicht umsetzen konnte, lief nur mit den Feuerwehren ab.

Beteiligt waren 140 Ehrenamtliche, die aus den fünf Zügen der Stadt Cuxhaven, Geestland, Wurster Nordseeküste und Land Hadeln kamen. Besonders wird von der Einsatzleitung darauf geachtet, dass "alle umsichtig arbeiten", auch wenn es nur Puppen zur realistischen Darstellung des Übungsszenarios gab.

Unübersichtliche Lage: Die Feuerwehrkräfte müssen sich mit den Folgen von umgestürzten Traversen auseinandersetzen. Foto: Nina Germer

Die Einsatzkräfte müssen sowohl mit Schwerverletzten als auch mit Toten rechnen. Der von der Deichbrand-Festivalleitung beauftragte Brandschutzingenieur Tom Schilling war beeindruckt, so Itjen, wie professionell dabei vorgegangen wurde.

Konkrete Vorgaben leiten sich aus dem Wetterreaktionsplan ab

Bei der Übung waren auch Bürgermeister Jörg Sagemühl sowie die Veranstalter dabei. Täglich wird sich zweimal während des Festivals mit der realen Lage in der Koordinierungsstelle, mit dem Veranstalter, den Behörden und Organisationen besprochen.

Mit einer Liege den Verletzten aus der Unfalllage befreien. Die Übung soll den Ernstfall darstellen. Foto: Nina Germer

Gerade das Wetter ist ein entscheidender Faktor in der Risikobewertung. Dazu gibt es Vorgaben in einem Wetterreaktionsplan, wie Itjen mitteilt. Daraus leitet sich auch ein konkretes Vorgehen ab, ab welcher Windgeschwindigkeit bestimmte Maßnahmen abgerufen werden müssen.

Der Sonntag ist aktuell vom Wettergeschehen der heikelste Tag, so Itjen. Gewitterzellen tauchen in den Vorhersagen auf. Doch es sei noch zu schwammig, um etwas Konkretes daraus abzuleiten.

Von Julia Dührkop

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