Naturphänomen über Cuxhaven: Experte erklärt Polarlichter - und ob sie zurückkehren
Ein faszinierendes Naturphänomen: Polarlichter tauchten den Himmel im Landkreis Cuxhaven in magisches Licht. Ein Experte erklärt, wie es zu dem Spektakel kommt und ob weitere Polarlichter gesichtet werden können.
Am vergangenen Montag (19. Januar 2026) und Dienstag (20. Januar) erhellten am Abend Polarlichter den Himmel über dem Landkreis Cuxhaven. Zahlreiche Menschen sichteten das Spektakel. Wie stehen die Chancen auf weitere Lichter am Himmel? CNV-Medien hat bei einem Experten nachgefragt.
"In den vergangenen Tagen hatten wir Phasen von erhöhter Sonnenaktivität", erklärt Prof. Dr. Markus Rex. Er leitet die Sektion Atmosphärenphysik des Alfred-Wegener-Instituts. Es gibt einen 11-jährigen Zyklus, in dem die Aktivität der Sonne bis zu ihrem Maximum ansteigt und danach wieder abfällt. "Das solare Maximum war bereits im Spätsommer und Herbst 2024", so der Experte. Ob Polarlichter bis in niedrigere Breiten zu sehen sind, hängt davon ab, wie viele Partikel der Sonne die Erde erreichen. In den letzten Tagen gab es ein so genanntes "Sonnenflare" - eine Phase, in der besonders viele Partikel der Sonne in Richtung Erde geschleudert wurden.
"Ich möchte für die nächsten Tage nicht so viel Mut machen". Die Chance, Polarlichter in nächster Zeit sehen zu können, sei da, aber doch eher gering, meint Rex. In den nächsten Wochen und Monaten könnten Polarlichter jedoch erneut zu sehen sein. Ab 2028/2029 werde die Aktivität so weit runtergehen, dass keine Polarlichter mehr zu sehen seien, das absolute Minimum werde in den Jahren 2030 und 2031 erreicht, erläutert der Physiker.

Kp-Index im Blick haben
Wer wissen möchte, wie gut die Chancen auf Polarlichter stehen, sollte den Kp-Index im Blick haben. Dieser gibt an, wie hoch die geomagnetische Aktivität ist. "In den letzten Tagen hatten wir Werte über acht. Diese sind jetzt geringer", so Rex. Der Index geht von null bis neun, je nach Region sollte der Index über sechs liegen, damit es eine reale Chance für Polarlichter gibt.
Optimale Bedingungen für die Sichtung seien ein klarer Himmel und ein dunkler Ort, an dem wenig bis kein Licht ist. "Trotz der Lichtverschmutzung waren die Lichter selbst mitten in Bremen zu sehen. Das ist aber eher die Ausnahme", beschreibt der Physiker.
Technische Entwicklung verstärkt die Sichtung
Polarlichter wird es auch früher bereits über Deutschland gegeben haben. "Da hat man sie, wenn höchstens als mattes Licht am Himmel wahrgenommen", meint Rex. Meist sei das Spektakel mit bloßem Auge nur sehr schwer zu sehen. Die Handykameras sind erst in den letzten Jahren so weit entwickelt worden, dass die Lichter über den Nachtmodus aufgenommen werden können. "Heute bekommt man die Sichtung von Polarlichtern auch über soziale Medien viel schneller mit", meint der Experte.
Dem Zyklus der Sonne nach werden 2036 wieder erhöhte Chancen bestehen, um Polarlichter am Himmel zu entdecken, erklärt Rex.
