Am Medembogen in Otterndorf entstehen moderne Sozialwohnungen in Holzbauweise. Foto: Sowade Gruppe
Am Medembogen in Otterndorf entstehen moderne Sozialwohnungen in Holzbauweise. Foto: Sowade Gruppe
Millionen-Projekt

21 neue Sozialwohnungen in Otterndorf: Das plant die Hadelner Bau am Medembogen

von Christian Mangels | 31.08.2026

Die Warteliste ist lang, der Bedarf groß: Die Hadelner Baugesellschaft will in Otterndorf 21 neue Sozialwohnungen bauen. Alle Infos zu Mieten, Terrassen und Baustart rund um den Holzbau.

Bezahlbarer Wohnraum ist gefragt - auch in Otterndorf. Die gemeinnützige Hadelner Baugesellschaft will deshalb am Medembogen gegenüber dem DRK-Seniorenheim ein neues Wohnhaus mit 21 Sozialwohnungen errichten. Realisiert werden soll das rund 4,25 Millionen Euro teure Projekt gemeinsam mit dem Cuxhavener Handwerks- und Bauunternehmen Sowade. Wenn alles nach Plan läuft, beginnen die Arbeiten im Juni 2027.

Für die Hadelner Baugesellschaft ist das Vorhaben in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes. Es ist ihr erster Neubau seit 2015. Die grundsätzliche Idee, wieder ein Projekt im sozialen Wohnungsbau auf den Weg zu bringen, habe es bereits zu Beginn der laufenden Legislaturperiode gegeben, berichtet Geschäftsführer Sönke Westphal. Bedarf sei in jedem Fall vorhanden: Die Hadelner Bau verfügt derzeit über rund 250 Wohneinheiten. "Es gibt ständig eine Warteliste von 80 bis 100 Leuten", sagt Westphal.

Zwei Wohnungen werden barrierefrei ausgeführt

Die 21 neuen Wohnungen sollen jeweils zwischen 50 und 60 Quadratmeter groß sein und sich vor allem an Ein- und Zwei-Personen-Haushalte richten. Zwei Wohnungen werden barrierefrei ausgeführt, außerdem erhält das Gebäude einen Fahrstuhl. Jede Wohnung soll über eine Terrasse oder einen Balkon sowie eine Einbauküche verfügen.

Die vorgesehene Kaltmiete liegt bei 6,60 Euro pro Quadratmeter. Für eine 60 Quadratmeter große Wohnung wären damit knapp 400 Euro Kaltmiete im Monat fällig. Voraussetzung für den Einzug ist ein Wohnberechtigungsschein.

Gebaut werden soll das Haus in serieller Holzständerbauweise. Sowade setzt dabei auf die Vorfertigung standardisierter Bauteile wie Wand- und Deckenelemente sowie Fenster. Eine Tiefgründung ist nicht vorgesehen. Auch bei der Heizung geht das Unternehmen einen anderen Weg als bei vielen konventionellen Neubauten: Statt eines wassergeführten Systems sollen Infrarotheizungen zum Einsatz kommen. "Das macht das Heizen nicht so träge", sagt Tim Sowade, Dachdeckermeister und Geschäftsführer des Unternehmens.

Von der Holzbauweise verspricht sich Sowade zudem ein besonderes Raum- und Wohnklima. "Das ganze Haus atmet", sagt er. Energetisch soll der Neubau auf aktuellem Stand sein und zugleich einen hohen Wohnkomfort bieten. Derzeit befindet sich das Unternehmen in der finalen Planungsphase. Für Sowade ist es das erste Projekt im sozialen Wohnungsbau. Die Bauzeit veranschlagt Tim Sowade auf rund zwölf Monate.

Der Kontakt zwischen der Hadelner Baugesellschaft und dem Cuxhavener Unternehmen reicht bereits mehrere Jahre zurück. Entstanden sei er bei einer Betriebsbesichtigung, erzählt Westphal. "Und der Kontakt ist nie abgerissen." Vor etwa drei Jahren habe es dann erste Gespräche über das jetzige Vorhaben gegeben. Anschließend wurde die Idee im Aufsichtsrat der Hadelner Bau vorgestellt. "Die Idee wurde sehr positiv aufgenommen", sagt dessen Vorsitzender Frank-Uwe Strüning.

Direkt vergeben wurde der Auftrag an Sowade allerdings nicht. Das Bauprojekt sei regulär öffentlich ausgeschrieben worden, betont Sönke Westphal. Den Zuschlag habe schließlich das Cuxhavener Unternehmen erhalten.

Zinsloses Darlehen der N-Bank über vier Millionen Euro

Finanziert wird das rund 4,25 Millionen Euro teure Vorhaben unter anderem mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen. Die Hadelner Baugesellschaft bringt 500.000 Euro Eigenkapital ein. Hinzu kommt ein zinsloses Darlehen der N-Bank über vier Millionen Euro. Davon muss die Gesellschaft nach den derzeitigen Planungen lediglich 70 Prozent zurückzahlen.

Auch Otterndorfs Stadtdirektor Frank Thielebeule begrüßt das Projekt. "Otterndorf ist eine wachsende Stadt", sagt er. Mit dem Neubau soll nun zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.

Und möglicherweise bleibt es nicht bei den 21 Wohnungen. Auf dem Grundstück am Medembogen ist noch Platz für ein weiteres Gebäude. Bei einem solchen zweiten Bau könnten stärker Wohnungen für Familien in den Mittelpunkt rücken. Konkrete Planungen dafür gibt es allerdings noch nicht - bislang ist das Zukunftsmusik.

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Christian Mangels

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