Café Brüning: Wenn manchem die Presse in Otterndorf zu kritisch wird, folgen Lügen
Wegen möglicher Steuerverschwendung von 300.000 Euro in Otterndorf schaltete sich der Bund der Steuerzahler ein. Und nun werden Lügen über ein Mitglied der CNV-Medien-Redaktion verbreitet. Dieser Beitrag widerlegt die Anschuldigungen.
Es wirkt ungeheuerlich, wie scheinbar gemäßigte Kräfte mit der Wahrheit umgehen, wenn die Presse offensichtlich nicht in ihrem Sinne berichtet. Es ist zwar nicht derselbe Modus Operandi, aber gewisse Parallelen zu Akteuren, die geradezu zwanghaft Lügenpresse skandieren, sind unübersehbar.
Im Fall der Berichterstattung über eine mögliche Verschwendung öffentlicher Mittel im Zuge der Causa Café Brüning in Otterndorf werden aktuell Unterstellungen und glatte Lügen über unseren Redakteur verbreitet. Das trifft den Kollegen persönlich. Das lassen wir uns nicht bieten. Unser Medienhaus darf nicht zum Spielball politischer Ränkespiele im Kommunalwahlkampf werden. Und deshalb soll dieser Beitrag für Aufklärung sorgen, aber auch gleichzeitig als Mahnung für diejenigen dienen, die (ob leichtfertig oder fahrlässig) zur Verbreitung des Lügenkonstrukts beigetragen haben.
Diese Unwahrheiten sind im Umlauf:
Der Redakteur habe die Stadt Otterndorf beim Bund der Steuerzahler (BdSt) angezeigt, weil der Kommune wegen des Rechtsstreits um den Um- und Rückbau des Cafés Kosten von rund 300.000 Euro drohten. Der BdSt hätte auf Nachfrage bestätigt, dass der Redakteur den Fall gemeldet habe.
Das ist die Wahrheit:
Der Redakteur hat den Vorgang nicht beim Bund der Steuerzahler angezeigt. Somit hat auch der BdSt niemandem bestätigt, dass der Redakteur den Fall gemeldet hat.
Der zeitliche Ablauf genau aufgelistet:
Am 23. April 2026 erschien in unserer Zeitung der Artikel "Café-Streit kostet Stadt 300.000 Euro".
Am 27. April hat ein Bürger aus Otterndorf (der Redakteur war es nicht, er wohnt nicht in der Medemstadt) den Bund der Steuerzahler (BdSt) auf den Artikel aufmerksam gemacht. Das bestätigte uns Nico Steinert vom BdSt aus Hannover. Der Bürger bat um Prüfung des Falls.
Der BdSt teilte dem Bürger am 29. April mit, dass der dargelegte Sachverhalt als "äußerst interessant und prüfenswert" erachtet wird.
Es folgte eine Anfrage an die Stadt Otterndorf beziehungsweise an die Samtgemeinde Land Hadeln. Diese Anfrage ist am 29. April gen Otterndorf versendet worden.
Am 16. Mai schilderte ein weiterer Bürger Otterndorfs dem BdSt den Sachverhalt und bat ebenfalls um Prüfung.
Nach dem Studium des Zeitungsartikels und weiterer Informationen aus dem Ratsinformationssystem war es dem BdSt schon möglich, dem Hinweisgeber eine kritische Einordnung mitzuteilen. Aus Sicht des Steuerzahlerbundes seien "zwei entscheidende Fehler" einzuordnen: "Einmischung in Privatangelegenheit durch Anpachtung des Cafés" und "fehlende Verankerung der Rückbaupflicht im Unterpachtvertrag".
Am 20. Mai teilte der Stadtdirektor dem BdSt mit, dass mit der Beantwortung der Anfrage im Juni zu rechnen sei.
Am 19. Juni erinnerte der BdSt den Stadtdirektor an die noch ausstehende Beantwortung.
Am 1. Juli wandte sich der CNV-Redakteur mit einer Presseanfrage an den BdSt, "also ca. zwei Monate nach der Aufnahme unserer Recherchen zum Fall", wie Nico Steinert vom Bund der Steuerzahler schriftlich erläutert.
Am 2. Juli erhielt der BdSt die erbetene Antwort von der Stadt Otterndorf.
Das sagt der BdSt zur Gerüchteküche:
Der Bund der Steuerzahler hält es für äußerst bedenklich, dass solche Gerüchte die Runde machen. Nico Steinert: "Der Bund der Steuerzahler wurde nicht von den CNV-Medien auf den Fall ,Café-Brüning' aufmerksam gemacht, sondern von interessierten Bürgern aus Otterndorf. Dies geschah bereits im April 2026. Daraufhin hat der Bund der Steuerzahler eigenständig Recherchen eingeleitet und eine Anfrage an die Stadt Otterndorf zur Einordnung und Klärung des Sachverhalts gestellt. Die Aufnahme von Recherchen auf der Grundlage von Hinweisen aus der Bevölkerung stellt dabei ein gängiges Vorgehen beim Bund der Steuerzahler dar."
Unsererseits zur weiteren Einordnung:
Der CNV-Redakteur hat bei einer öffentlichen Stadtratssitzung von der Anfrage des BdSt erfahren. Daraufhin hat er beim Bund der Steuerzahler nachgefragt. Die erhaltenen Informationen ordnete er ein und verarbeitete sie in der Berichterstattung. So läuft qualifizierter Journalismus. Egal über welche Kanäle versucht wird, Druck auf die Redaktion auszuüben oder einzelne Redaktionsmitglieder zu diskreditieren, wir werden weiterhin unabhängigen Lokaljournalismus als oberste Maxime unserer Arbeit betrachten.
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