Kommentar: Wo soll dieser Weg für Rot-Weiss Cuxhaven hinführen?
Erst die Abmeldung der Zweiten, dann die Trennung vom Trainer nach nur einem Spiel: Bei Rot-Weiss Cuxhaven läuft vieles schief. Der einstige Fußball-Gigant der Stadt muss sich unbequemen Fragen stellen - und dringend Antworten finden. Ein Kommentar.
Rot-Weiss Cuxhaven sorgt mal wieder für ungläubiges Kopfschütteln. Erst die Abmeldung der zweiten Herrenmannschaft, dann der Trainer-Rausschmiss der Bezirksliga-Truppe. Zwei Entscheidungen, die aus Sicht der Vereinsverantwortlichen unausweichlich gewesen seien. Ein gutes Bild in der Öffentlichkeit geben sie aber nicht ab. Nach nur einem Spiel einen Trainer zu entlassen, lässt tief blicken. Es scheint schon vorher einiges im Argen gewesen zu sein. Dass diese Probleme dann im Sommer mehr oder weniger verdrängt wurden, ist das eigentliche Problem. Nun, nach dem ersten Spieltag Konsequenzen zu ziehen, wirkt heuchlerisch. Viel schlimmer dürfte aber die Entwicklung der gesamten Abteilung sein. Das ehemalige Schlachtschiff des Cuxhavener Fußballs ist ein weiteres Mal mächtig ins Wanken geraten. Dass nur noch eine Herrenmannschaft am Spielbetrieb teilnimmt, ist bedenklich. Das nur mit weniger werdenden Fußballspielern und fehlender Bindung vieler junger Akteure zu erklären, ist viel zu einfach. Beim FC Cuxhaven wurde gerade im Sommer eine dritte Mannschaft gegründet, auch der TSV Altenwalde hat drei Herrenmannschaften, die am Spielbetrieb teilnehmen. Duhnen hat zwei, Sahlenburg hat zwei, Altenbruch hat zwei. Der Verein mit der größten Fußballabteilung hat jetzt nur noch eine.
Die Vakanz hat sich angedeutet, im Verein wurde der Umstand aber anscheinend nicht ernst genommen. Wenn selbst der Fußballabteilungsleiter lieber in der dritten Mannschaft des Nachbarvereins spielt, wirft das Fragen auf. Auch in der Vergangenheit gab es den Vorwurf, dass im Verein der Fokus komplett auf die erste Mannschaft gerichtet war, die anderen Mannschaften fielen dementsprechend hintenüber. Jetzt sogar so weit, dass es keine anderen Rot-Weiss-Teams im Herrenbereich mehr gibt. Offensichtlich wurden Fehler gemacht. Jetzt geht es darum, diese auch so schonungslos zu analysieren, wie es anscheinend beim Trainer der ersten Mannschaft geschehen ist. Was machen die umliegenden Vereine besser als Rot-Weiss? Warum schafft es der FC Cuxhaven eine dritte Mannschaft aufzubauen, während Rot-Weiss seine zweite abmeldet? Im Frühjahr fanden auf Initiative eines fußballbegeisterten Cuxhaveners erneut Fusionsgespräche mit einem anderen Stadtverein statt. Rot-Weiss soll diese mit der Begründung, man sei mit Trainer, Mannschaft und Umfeld auf einem guten Weg, frühzeitig beendet haben. Nun, wenige Monate später hat der Verein keine zweite Mannschaft mehr und nach nur einem Spieltag den Trainer der letzten verbliebenen Herrenmannschaft entlassen. Der Teammanager spricht auch danach vom richtigen Weg, auf dem der Verein sei. Die Frage ist, wo dieser am Ende hinführen soll ...
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