CDU und SPD geraten sich wegen der Stadtbibliothek Otterndorf in die Haare
Hitzig wurde am Donnerstag im Schul- und Sportausschuss der Samtgemeinde Land Hadeln über einen Antrag der CDU zur Zukunft der Stadtbibliothek Otterndorf diskutiert. Die SPD/Grünen/Kurschat-Gruppe hielt mit einem Änderungsantrag dagegen.
Die Stadtbibliothek Otterndorf, eine Einrichtung der Samtgemeinde Land Hadeln, ist derzeit führungslos. Die CDU-Fraktion will die Leitungsstelle erst nachbesetzen, wenn Ergebnisse einer interfraktionellen Arbeitsgruppe zur künftigen Ausrichtung der Samtgemeinde-Bibliothek vorliegen. Bei der SPD/Grünen/Kurschat-Gruppe und der FDP kommt dieser Antrag gar nicht gut an. Sie halten eine Arbeitsgruppe für überflüssig und drängen darauf, die Stelle so schnell wie möglich wiederzubesetzen.
In der Sitzung des Schul- und Sportausschusses prallten die unterschiedlichen Standpunkte zur Zukunft der Bibliothek aufeinander. Stefan Skowron (CDU) verteidigte den Antrag der Christdemokraten und stellte klar, dass es nicht um die Abschaffung der Einrichtung gehe. Die CDU habe nie einen Antrag zur Schließung der Bibliothek gestellt. "Uns geht es darum, die Bibliothek zukunftsträchtig aufzustellen und das Angebot zu erweitern", so Skowron. Die Zusammenarbeit der Bibliothek mit Schulen sei derzeit primär auf die Otterndorfer Grundschule begrenzt, "in anderen Orten lässt sich die Bibliothek nicht blicken". Skowron untermauerte die CDU-Forderung, dass sich die Stadt Otterndorf - vor allem finanziell - mehr einbringen müsse, und machte den Vorschlag, die benachbarte Touristinformation in den Ausleihservice einzubeziehen. Auch eine Beitragserhöhung brachte Skowron ins Gespräch.
Stadt Otterndorf will sich nicht an der Bibliothek beteiligen
Die SPD-Fraktion erwiderte, dass die Diskussion über eine mögliche Schließung der Bibliothek allein durch die CDU mit ihrem (letztlich nicht eingereichten) Antragsentwurf in Gang gebracht worden sei. Dass die meisten Ausleihen von Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Otterndorf kommen, sei unzweifelhaft. "Otterndorf ist nun einmal der zentrale Ort", sagte Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannßen (SPD).
Die Stadt Otterndorf werde sich dennoch nicht finanziell an der Bibliothek beteiligen, stellte Johannßen klar, schließlich sei dies originär eine Aufgabe der Samtgemeinde. Der SPD-Politiker drohte, Beiträge für die Strandnutzung in Otterndorf von den Mitgliedsgemeinden zu nehmen, sollte Otterndorf verpflichtet werden, die Bibliothek mitzufinanzieren. Der CDU-Politiker Christian Roth wertete das als "Erpressung".
Die Einrichtung einer Arbeitsgruppe hält Malte Hinck (SPD) für "völlig falsch". Über die Zukunft der Bibliothek könne auch im Ausschuss gesprochen werden. Und: "Ein Konzept muss die neue Leitung festlegen", so Hinck. Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule, der auch Stadtdirektor von Otterndorf ist, erklärte, dass mit der Nachbesetzung der Bibliotheksleitung nicht mehr länger gewartet werden kann. Eine Arbeitsgruppe ohne Beteiligung des Leiters oder der Leiterin macht für ihn keinen Sinn.
Die SPD/Grünen/Kurschat-Gruppe brachte schließlich einen Änderungsantrag mit folgendem Wortlaut ein: "Die im Stellenplan der Samtgemeinde Land Hadeln ausgewiesene und zurzeit vakante Stelle der Leitung Stadtbibliothek wird umgehend ausgeschrieben und besetzt." Dieser Antrag wurde mehrheitlich angenommen, die CDU-Ausschussmitglieder enthielten sich.