Ein Vermesser mit Blick fürs Ganze: Peter Alpers leitet Regionaldirektion Otterndorf
Peter Alpers kennt die Region aus vielen Perspektiven - von oben auf der Karte ebenso wie aus nächster Nähe. Von Otterndorf aus leitet der 42-Jährige seit fünf Monaten die Regionaldirektion des Landesamts für Geoinformation und Landvermessung.
Wenn Peter Alpers über Karten, Grundstücksgrenzen und Geodaten spricht, dann klingt das nicht nach trockener Verwaltung, sondern nach Verantwortung für die Region. "Der Job ist spannender, als sich das so mancher vorstellt", sagt der gebürtige Bremervörder. Seit Oktober 2025 steht der 42-Jährige an der Spitze der Regionaldirektion Otterndorf des Landesamtes für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) - und ist damit zuständig für rund 200 Mitarbeitende. Ganz neu ist die Rolle für Alpers allerdings nicht. Schon seit Anfang 2025 führt er die Regionaldirektion kommissarisch als Nachfolger der früheren Leiterin Viola Rickel, die mittlerweile in Lüneburg arbeitet. Nun ist der Wechsel auch ganz offiziell vollzogen.
Vom Vertretungslehrer zum Vermessungschef
Alpers ist das, was man einen Quereinsteiger nennt. Der Familienvater studierte zunächst Mathematik und Religion auf Lehramt und war kurzzeitig als Vertretungslehrer tätig, bevor er sich für ein zweites Masterstudium der Geodäsie und Geoinformatik in Hannover entschied. Nach dem Referendariat und einem kurzen beruflichen Ausflug ins Bundesland Bremen in der Stabsstelle Bodenordnung und Grundsatzfragen wechselte er ins LGLN und übernahm 2021 die Katasteramtsleitung in Stade. 2024 wurde ihm zusätzlich die Koordinierung aller Fachaufgaben im Bereich des Liegenschaftskatasters im gesamten Dienstbezirk der Regionaldirektion übertragen.
"Das Religionsstudium hilft mir heute noch", sagt Alpers, der mit seiner Familie in Selsingen (Landkreis Rotenburg) lebt. Der Glaube verleihe ihm Kraft und Rückhalt, in schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ihm ein Anliegen - nicht nur privat, sondern auch als Führungskraft. Vielleicht passt genau das zu seinem Beruf: Vermesser sorgen dafür, dass Grenzen klar sind und Orientierung möglich bleibt. Peter Alpers hat nun die Aufgabe, diese Orientierung auch für eine ganze Behörde und ihre Region zu geben.
Peter Alpers übernimmt die neue Aufgabe allerdings in unruhigen Zeiten: Das Land Niedersachsen will 14 seiner 53 Katasterämter schließen und die Beschäftigten auf die verbleibenden Standorte verteilen. Die Regionaldirektion in der Medemstadt und die dazugehörenden Katasterämter in Bremervörde, Osterholz-Scharmbeck, Rotenburg (Wümme), Stade, Wesermünde und Otterndorf kommen (bislang) ungeschoren davon. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da rangeht", verbreitet der Vermessungsingenieur Optimismus. Alle sechs Standorte werde es auch noch in zehn Jahren geben, glaubt er. Ganz ohne Veränderungen werde es dennoch nicht gehen. "Aufgaben ändern sich, die technische Entwicklung und die Digitalisierung schreiten voran." Exemplarisch nennt der frühere Leiter des Katasteramtes Stade neue Messverfahren mit Drohnen.
Ob Vermessungsdienstleistungen, Geodatenmanagement oder Immobilienwertermittlung - Peter Alpers, der in seiner Freizeit gern wandert oder Gesellschaftsspiele spielt, hebt die Vielseitigkeit der Arbeit in der Regionaldirektion und den Katasterämtern hervor und wirbt zugleich für die Ausbildung. Beim "Tag der offenen Tür", der am Sonntag, 26. April, im Rahmen des Otterndorfer Bauernmarktes stattfindet, können sich die Besucherinnen und Besucher in der Zeit von 11 bis 16 Uhr selbst ein Bild vom breiten Aufgabenspektrum im Katasteramt machen.