Das Unternehmen Greenovative entwickelt, installiert und betreibt Solarparks in ganz Deutschland (hier eine Anlage im Landkreis Schweinfurt). Auch in Otterndorf soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Foto: Greenovative
Das Unternehmen Greenovative entwickelt, installiert und betreibt Solarparks in ganz Deutschland (hier eine Anlage im Landkreis Schweinfurt). Auch in Otterndorf soll eine Photovoltaik-Freiflächenanlage entstehen. Foto: Greenovative
Photovoltaik-Projekt

Land Hadeln treibt Energiewende voran: Solarpark an Bahntrasse in Otterndorf geplant

von Christian Mangels | 14.04.2026

Große Pläne für erneuerbare Energien in Otterndorf: Ein Solarpark entlang der Bahntrasse soll auf 30 Hektar entstehen. Das Projekt verbindet Energieproduktion mit Naturschutz und könnte Teil eines zukunftsweisenden Hybrid-Energieparks werden.

Im Kontext der Energiewende rückt die Photovoltaik zunehmend in den Fokus. Bis 2030 soll die installierte Leistung in Deutschland nach dem Willen des Gesetzgebers auf 215 Gigawatt anwachsen. Auch Niedersachsen verfolgt ambitionierte Ziele: Bis 2035 sollen 15 Gigawatt aus Freiflächenanlagen realisiert werden. Entsprechend nimmt die Zahl geplanter Projekte im ganzen Land spürbar zu.

Auch in der Samtgemeinde Land Hadeln zeichnet sich diese Entwicklung deutlich ab. Erst vor wenigen Wochen sind Pläne für einen Solarpark in Osterbruch-Nubhusen vorgestellt worden, jetzt ziehen Projektierer in Otterndorf nach. Die Firma Greenovative plant den Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage auf den Flächen eines Otterndorfer Landwirts am Westerwördener Weg. Das Gebiet liegt in einem 500-Meter-Streifen entlang der Bahntrasse - womit die geplante Anlage laut dem Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG) förderfähig wäre.

Thomas Horch und Thorben Hildemann von der Firma Greenovative, die bundesweit Solarparks und Dachanlagen entwickelt, installiert und betreibt, stellten die Pläne in der jüngsten Sitzung des Otterndorfer Bauausschusses vor. Die für den geplanten Solarpark nutzbare Fläche ist rund 30 Hektar groß, umgerechnet sind das 42 Fußballfelder. Die Höhe der Module ist auf maximal 3,50 Meter festgelegt. Wenn gebaut werden kann, dann soll die Bauphase höchstens ein halbes Jahr dauern. Bereits berücksichtigt hat Greenovative die geplante Verlegung der B73, die laut des Bundesverkehrswegeplans 2030 zwischen Otterndorf und Cadenberge neu trassiert werden soll.

Für den geplanten Solarpark in Otterndorf sehen die Verantwortlichen nicht nur Vorteile für die Energiegewinnung, sondern auch für Natur und Umwelt. So kommt es bei der Umsetzung laut Greenovative zu keiner Flächenversiegelung. Gleichzeitig sei eine ökologische Aufwertung des Areals vorgesehen.

Kleintiere und Insekten könnten Rückzugsort finden

Während der gesamten Betriebsdauer des Solarparks bleibt der Boden laut der Planer weitgehend ungestört, was zu einer sogenannten Bodenruhe führt. "Diese schafft ideale Bedingungen für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten", sagte Thorben Hildemann. Kleintiere und Insekten könnten hier künftig einen geschützten Rückzugsort finden. Insgesamt soll das Projekt dazu beitragen, die Artenvielfalt zu steigern.

Die Photovoltaik-Anlage soll in direkter Nachbarschaft zum geplanten Windpark der Energiegenossenschaft Otterndorf (EGO) entstehen, sodass wertvolle Synergieeffekte genutzt werden könnten. Insbesondere ergeben sich Vorteile bei der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur und beim Netzanschluss. Wie berichtet, plant die EGO zusammen mit dem Unternehmen "Energie 3000" aus Alfstedt den Bau eines Windparks mit insgesamt acht Windkraftanlagen auf dem Gebiet der Stadt Otterndorf und der Gemeinde Osterbruch. Horst Mangels, Geschäftsführer von "Energie 3000" und Windkraftanlagenbetreiber der ersten Stunde, steht mit Greenovative bereits seit einiger Zeit in engem Austausch.

Ziel sei es, die Planungen beider Projekte möglichst gut aufeinander abzustimmen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. "Auf diese Weise könnte ein Hybrid-Energiepark entstehen, der die Vorteile von Wind- und Solarenergie intelligent miteinander verbindet", erklärte Hildemann. Ein solcher Hybridansatz gilt als zukunftsweisend für die regionale Energieversorgung. Silke Eulenstein aus dem Vorstand der Energiegenossenschaft begrüßt die aktuellen Entwicklungen ausdrücklich: "Wir unterstützen die Pläne für den Solarpark."

Im Bauausschuss wurde das Vorhaben insgesamt positiv aufgenommen. Bevor der Solarpark tatsächlich realisiert werden kann, sind mehrere Planungsschritte erforderlich. So muss unter anderem ein Bebauungsplan aufgestellt und die Öffentlichkeit beteiligt werden. Erst wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kann mit dem Bau begonnen werden. Fest steht jedoch schon jetzt: Mit den parallel geplanten Wind- und Solarprojekten könnte sich die Samtgemeinde Land Hadeln zu einem bedeutenden Standort der Energiewende entwickeln.

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