"Chapeau": Was Minister Falko Mohrs auf der Kultur-Tour durch Otterndorf begeistert
Dass Otterndorf viel zu bieten hat, hat sich bis nach Hannover herumgesprochen. Falko Mohrs (SPD), Minister für Wissenschaft und Kultur, überzeugte sich beim Besuch vom kulturellen Reichtum der Medemstadt. Eine Ausstellung tat es ihm besonders an.
Falko Mohrs nahm sich fast drei Stunden Zeit für den Gedankenaustausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Kultur und Ehrenamt. Im historischen Rathaus traf der Minister, der auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Oliver Ebken nach Otterndorf gekommen war, mit Bürgermeister Claus Johannßen (SPD), Stadtdirektor Frank Thielebeule, dem Ersten Kreisrat Friedhelm Ottens, der Kulturbeauftragten Julia Heuer sowie mehreren Mitgliedern des Stadtrates zusammen, um sich zunächst über die Geschichte der Stadt und die Bedeutung der Kultur in Otterndorf und darüber hinaus zu informieren, etwa über die Kulturprojektreihe "Nasses Land", die unter anderem das Schöpfwerk Otterndorf zur Theaterbühne gemacht hat.

Anschließend trug sich Mohrs in das Gästebuch der Stadt Otterndorf ein. "Kultur ist nicht nur eine Bereicherung für Geist und Gesellschaft, sondern auch ein wesentlicher Standortfaktor", sagte Mohrs. Und: Kultur finde überall statt, nicht nur in der Landeshauptstadt Hannover, sondern auch auf dem Land. Der Minister hob in diesem Zusammenhang die dezentrale Förderung von Kulturprojekten über die Landschaftsverbände hervor.
Werke der dänischen Künstlerin Ruth Campau
Wie kompakt und nah beieinander die Otterndorfer Kultureinrichtungen liegen, erlebte Mohrs bei einem Stadtrundgang, der zunächst zum Museum gegenstandsfreier Kunst führte. Museumsdirektor Wilko Austermann begleitete den Minister durch die Museumsräume und machte neugierig auf die neue Einzelausstellung "Colour on Brush in Space" mit Werken der dänischen Künstlerin Ruth Campau, die am 7. März 2026 eröffnet wird. Das Kunststück, mit einem kleinen Team jedes Jahr drei bis vier Ausstellungen auf die Beine zu stellen, würdigte Falko Mohrs mit einem "Chapeau".
Dass mit relativ kleiner Mannschaft Großes geleistet werden kann, machten auch Julia Kuhnt, Leiterin des Kreisarchivs und des Kranichhaus-Museums, und Thomas Dock, Vorsitzender der Kranichhaus-Gesellschaft, deutlich. Archiv und Verein organisieren gemeinsam eine Vielzahl von Veranstaltungen. Falko Mohrs zeigte sich vor allem von der Ausstellung zum Rechtsextremismus im Cuxland beeindruckt, die zurzeit im Kreisarchiv gezeigt wird.

Weitere Stationen des Minister-Rundgangs waren die St.-Severi-Kirche mit der rundum sanierten Gloger-Orgel und das Johann-Heinrich-Voß-Museum, das in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen feiert - den 275. Geburtstag und den 200. Todestag des Dichters und Übersetzers Johann Heinrich Voß.
Die Kulturakteure nutzten den Besuch von Falko Mohrs in der Medemstadt, um dem Minister einige Anliegen mit auf den Weg zu geben. So wünscht sich Julia Heuer aus dem Kulturbüro eine Neuauflage der Kultur-Tour durch Niedersachsen, die während der Corona-Zeit einen Austausch zwischen hauptamtlichen Kulturschaffenden und dem Ehrenamt ermöglicht hatte. Oliver Ebken machte auf das neu aufgelegte Mikroförderungsprogramm des Landes aufmerksam. Ab Anfang März können Vereine, Initiativen und Engagierte Zuschüsse zwischen 100 und 2.500 Euro beantragen.