Polarlichter über Otterndorf: Wie gut stehen die Chancen in den nächsten Tagen?
Dank verstärkter Sonnenaktivität waren Nordlichter am Wochenende über dem Kreis Cuxhaven sichtbar. Ob sich das Himmelsspektakel beobachten lässt, hängt von mehreren Faktoren ab. Ein Blick auf die Prognosen zeigt, wie sich die Chancen entwickeln.
Ein seltenes Naturschauspiel hat am Wochenende wieder den Himmel über dem Kreis Cuxhaven erleuchtet: Nordlichter waren sichtbar und eine Leserin hielt den Moment fest. "Habe leider keine so gute Kamera, aber dafür riesenglück", schreibt Britta Lippold in ihrer Nachricht an CNV-Medien und schickt dazu ein Bild des farbenprächtigen Himmels über Otterndorf.
Aktive Sonne sorgt für erhöhte Chancen
Grund für die erhöhte Wahrscheinlichkeit solcher Sichtungen ist die aktuell starke Sonnenaktivität im Rahmen des rund elfjährigen Sonnenzyklus. In dieser Phase kommt es häufiger zu intensiven Sonnenstürmen, die Polarlichter auch in niedrigeren Breiten - wie hier in Norddeutschland - möglich machen.
Kp-Index als wichtiger Indikator
Ein wichtiger Anhaltspunkt für Beobachter ist der sogenannte Kp-Index. Dieser misst die geomagnetische Aktivität auf einer Skala von null bis neun. Je nach Region sollte der Wert über sechs liegen, damit eine realistische Chance besteht, Nordlichter zu sehen.
Für eine erfolgreiche Sichtung spielen zudem die Bedingungen vor Ort eine entscheidende Rolle: Ein klarer Himmel und möglichst wenig Lichtverschmutzung sind ideal. Zwar waren die Lichter zuletzt sogar in Städten wie Bremen zu erkennen - das bleibt jedoch die Ausnahme.
Technik macht Unsichtbares sichtbar
Auch technische Entwicklungen tragen dazu bei, dass Polarlichter heute häufiger dokumentiert werden. Moderne Smartphone-Kameras können mit Nachtmodus selbst schwache Erscheinungen sichtbar machen, die mit bloßem Auge oft kaum wahrnehmbar sind. Zudem verbreiten sich Hinweise auf aktuelle Sichtungen über soziale Medien deutlich schneller.
Aurora-App gibt Hinweise auf die Chancen
Wer wissen möchte, wie gut die Aussichten auf Nordlichter sind, kann einen Blick in spezielle Vorhersage-Apps werfen. Eine davon ist die sogenannte Aurora-App, die auf Basis aktueller Sonnen- und Magnetfelddaten Prognosen zur geomagnetischen Aktivität erstellt und den erwarteten Kp-Index anzeigt.
In den kommenden Tagen sinkt der Index zunächst, sodass die Chancen auf Polarlichter eher gering bleiben. Erst Anfang April deutet sich wieder eine mögliche Verbesserung an: Für Donnerstag (9. April) wird ein Kp-Wert von 5,0 erwartet, am Freitag (10. April) könnte er sogar auf 6,0 steigen, bevor er am Sonnabend (11. April) wieder bei etwa 5,0 liegt.
Blick lohnt sich - mit etwas Glück
Wer Ausschau halten möchte, sollte regelmäßig die Prognosen im Blick behalten, einen dunklen Ort aufsuchen und etwas Geduld mitbringen - denn wie im Fall von Britta Lippold gehört oft auch eine Portion Glück dazu.