Drei Meter lang und 550 Kilo schwer: Hemmoor bekommt ein neues Kunstwerk
Aus dem Atelier ins Zentrum: Eine Skulptur des Künstlers Frijo Müller-Belecke wird in Hemmoor schon bald nicht mehr zu übersehen sein. Am Freitag (28. August) erfolgt die offizielle Präsentation des Kunstwerks.
"Die Reisenden" ist ein bislang unvollendetes Kunstwerk des 2008 verstorbenen Hemmoorers Frijo Müller-Belecke. Die Vorlage stand etliche Jahre im Atelier des Künstlers. Doch jetzt ist daraus eine Skulptur geworden, die am Freitag - zunächst provisorisch - am Rathausplatz platziert werden soll, bevor sie dann nach einem weiteren Zwischenstopp am endgültigen Standort am Hemmoorer Bahnhof aufgestellt wird. Am Freitag (28. August) um 14.30 Uhr kann man "Die Reisenden" aber schon einmal bei einem kleinen Fest anschauen.
Müller-Belecke schuf viele Werke
Müller-Belecke hat in vielen Städten und Gemeinden seinen unverkennbaren Kunststil hinterlassen. Im Cuxland gehören unter anderem der "Utröper", die "Voß-Büste", die "Deichbauer" (alle in Otterndorf), das "Deister"-Denkmal in Osterbruch, "Carsten Niebuhr" (vor der Lüdingworther Kirche) oder auch die Skulptur "Der Vogelflug" in Cuxhaven und "Graf Zeppelin" in Nordholz dazu. Doch auch weit über die Kreisgrenzen hinaus findet man Werke des Hemmoorers (unter anderem in Schneverdingen, die "Fischfrau" in Stade oder auch "Lucas Cranach d.Ä." in Wittenberg).
In Hemmoor weisen bislang nur der "Zementpacker" am Rathaus und der Wolf (vor der gleichnamigen Apotheke im Zentrum) auf die Kreativität des Bildhauers hin. Jetzt kommt mit "Die Reisenden" ein weiteres Kunstwerk hinzu. Bei der Feier zur Umsiedlung des restaurierten "Zementpackers" vom Zementmuseum ans Rathaus im Dezember vergangenen Jahres war die Idee, die Vorlage für den Entwurf von "Die Reisenden" ebenfalls zu realisieren, schon ziemlich weit vorangeschritten. Treibende Kraft: die "Archivgruppe" des Geschichts- und Heimatvereins in Hemmoor. Sie hat einen engen Draht zu Susanne Müller-Belecke, die von der Idee begeistert war und ist. 10.000 Euro für das Projekt stellte die "Weser-Elbe Sparkasse" zur Verfügung.
Corthenstahl: Rost dient als Schutz
Erst vor wenigen Tagen nahmen alle Beteiligten in einer Spezialwerkstatt für CNC-Stahlbearbeitung das drei Meter lange und rund 1,80 Meter hohe Kunstwerk in Augenschein. Mit einem Wasserstrahlschneider war zuvor von einem Experten eine rund 150 Millimeter dicke Platte aus Corthenstahl so bearbeitet worden, dass die Umrisse der drei dargestellten Personen zu erkennen sind: eine Frau, ein Mann und ein Kind, die sich augenscheinlich beeilen, mit Koffern in der Hand rechtzeitig zu einem Zug zu kommen.
Es handelt sich um ein rund 550 Kilogramm schweres Kunstwerk, das von einer Rostschicht bedeckt ist. Der Vorteil bei Corthenstahl: Der Rost dient quasi als wasser- und luftundurchlässige Sperrschicht, sodass sich der Rost nicht weiter - wie bei üblichem Stahl - im Laufe der Jahre "durchfressen" kann. Corthenstahl gilt als extrem witterungsbeständig und wird im Außenbereich und sogar als Fassadenschutz eingesetzt.
Am nächsten Freitag um 14.30 Uhr kann jeder Interessierte bei der Enthüllung des Kunstwerks vor dem Standort der "Weser-Elbe Sparkasse" am Rathausplatz zu Gast sein. Es soll auch einige Reden und ein Glas Sekt geben.
Der endgültige Zielort der "Reisenden" befindet sich dort allerdings nicht. Vielmehr ist ein Platz am Bahnhof vorgesehen, an dem jedoch in den nächsten Monaten noch umfangreiche Bauarbeiten stattfinden werden. Daher wird das Kunstwerk auch zwischenzeitlich "eingelagert", damit es bei der Baumaßnahme nicht beschädigt wird.
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