Der Bösehof soll moderner werden. Die neuen Eigentümer haben große Pläne für das Traditionshotel. Foto: Polgesek
Der Bösehof soll moderner werden. Die neuen Eigentümer haben große Pläne für das Traditionshotel. Foto: Polgesek
"Müssen uns verjüngen"

Romantikhotel Bösehof in Bad Bederkesa: Neue Eigentümer planen große Veränderungen

20.08.2026

Die neuen Eigentümer des Romantikhotels Bösehof in Bad Bederkesa wollen das traditionsreiche Haus fit für die Zukunft machen. Dabei steht ihnen ein besonderer Spagat bevor: jüngere Gäste gewinnen, ohne die treuen Stammgäste zu verlieren.

Die braunen Holzbalkone mit roten Geranien vom Haus Allmers erinnern eher an das Allgäu als an die norddeutsche Tiefebene. Es ist das älteste Gebäude des Romantikhotels Bösehof in Bad Bederkesa. Die neuen Geschäftsführer haben große Pläne. Das Gebäude soll grundlegend saniert werden.

Traditionellen Charme mit modernen Ansprüchen verbinden: Vor dieser Herausforderung stehen Andrea und Michael Baumgarten mit dem Bösehof.

Das Unternehmer-Paar ist mit dem Industrie-Betrieb Forma im Handels- und Gewerbepark in Bad Bederkesa erfolgreich. Sie steigen mit dem Kauf des renommierten Luxus-Hotels, das über die Grenzen des Cuxlands hinaus bekannt ist, in ein neues Geschäftsfeld ein.

Vorbesitzer Klaus Manke hat die Immobilien mit Grundstück am Montag verkauft. Bevor der Eigentümer-Wechsel über die Bühne gehen konnte, musste erst ein Insolvenzverfahren überstanden werden. Entscheidend zum erfolgreichen Abschluss hat das Ehepaar Baumgarten beigetragen.

Das Haus Allmers steht vor einer Modernisierung. Auch der Bösehof soll zeitgemäßer gestaltet werden. Foto: Polgesek

Den Bösehof, der aus dem Landsitz von Hauptmann Heinrich Böse vor 200 Jahren entstanden ist, haben die Eltern von Klaus Manke zu dem gemacht, was es heute ist. Vater Günter Manke kaufte den Böse-Landsitz im Jahr 1957. Das Haus Allmers ist das erste und damit älteste Objekt, das von Günter Manke erbaut wurde.

Das Haus Allmers des Bösehofs soll umfangreich modernisiert werden

Pläne für eine Modernisierung hatte schon die Familie Manke. "Es ist old school", beschreibt Andrea Baumgarten den Zustand. Alle Zimmer sollen renoviert werden. "Auch an die Fassade müssen wir ran", sagt die Hotel-Chefin. Die Einzelzimmer seien klein und nicht mehr zeitgemäß. Nach ihren Vorstellungen sollten aus den Doppelzimmern und Einzelzimmern, Familienzimmer mit einer Verbindungstür entstehen.

Optisch soll sich das Haus Allmers an das Haus Jan Bohls angleichen. Der Neubau ist bereits rund 20 Jahre alt.

Familienzimmer und Suiten sind im Haus Bohls. An dieser Architektur soll sich das ältere Haus Allmers orientieren. Foto: Polgesek

In welchem Investitionsrahmen sich die Sanierungs- und Umbaupläne bewegen, ist noch nicht kalkuliert. Am liebsten würden die neuen Geschäftsführer die Sanierung schon Anfang 2027 angehen. "Die ersten drei Monate sind immer die ruhigsten im Jahr", sagt sie. Doch die dreiwöchigen Betriebsferien reichen definitiv nicht für die umfangreichen Bauarbeiten aus.

Zweites großes Vorhaben ist, ein neues Restaurant-Konzept einzuführen

Etabliert ist das Restaurant Heinrich im Stammhaus des Bösehofs. "Ich wünsche mir ein zweites Restaurant-Konzept, das legerer angelegt ist", sagt Andrea Baumgarten. Edel und chic ist nicht nur die Einrichtung des klassischen Restaurants, sondern damit einhergehend auch die Garderobe der Gäste. Sowohl die Hotelgäste als auch die Restaurantbesucher sollen zukünftig zwischen zwei unterschiedlichen Speisekarten wählen können. Statt Menü soll es in dem moderneren Restaurant auch Kleinigkeiten auf den Teller geben.

Das Restaurant Heinrich des Romantikhotels bleibt erhalten. Ein moderneres Restaurant soll zusätzlich eingerichtet werden. Foto: Polgesek

Einen Vorgeschmack darauf könnte es schon am Sonntag, 23. August, von 12 bis 16 Uhr beim Tag der offenen Tür geben, wenn Küchenchef Ralf Sommer ein Fingerfood-Buffet anbietet. Er steht auch für Fragen von Gästen zur Verfügung.

Aus traditionellen Räumen soll ein modernes Restaurant entstehen

Dieses zweite Restaurant-Konzept soll im Stammhaus verwirklicht werden. Dazu sollen die traditionellen Räume wie die Bauernstube, das Jagdzimmer und das Weinzimmer umgebaut werden.

Der Hintergrund für diese Vorhaben liegt in der Gästestruktur. "Wir müssen uns verjüngen", sagt Andrea Baumgarten. Das Kunststück wird darin liegen, die Stammgäste, die auch in diesem schwierigen Jahr, in dem es um die Existenz und Zukunft des Romantikhotels ging, gekommen sind, nicht zu verprellen. Gleichzeitig soll sich das Hotel für jüngere Urlauber öffnen. So soll das Romantikhotel in die Zukunft geführt werden.

Von Julia Dührkop

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Lesen Sie auch...
Polizei beschreibt Verdächtige

Schützenfest im Kreis Stade eskaliert: Bis zu 20 Personen an Schlägerei beteiligt

von Redaktion

Nach einer Schlägerei auf dem Schützenfest in Harsefeld (Kreis Stade) sucht die Polizei nach Tatverdächtigen und Zeugen. In der Nacht zu Sonntag gingen mehrere Notrufe ein, zwei Festbesucher wurden leicht verletzt.

Immobilienmarkt

Traumimmobilien in Stadt und Kreis Cuxhaven: Lage und Zustand sind entscheidend 

von Wiebke Kramp

Gebrauchte Immobilien in Stadt und Kreis Cuxhaven bleiben begehrt und die Preise stabil hoch.  Bestimmte Lagen und Energieeffizienz bestimmen zunehmend die Kaufentscheidungen. Eine Wohnung in Duhnen oder Döse - gerne mit Meerblick - ist nachgefragt.

Drei Menschen verletzt

Unfall in Midlum: Schulbus mit sieben Kindern kollidiert mit Traktor

von Redaktion

Bei einem Verkehrsunfall in Midlum ist am Mittwoch ein mit sieben Schulkindern besetzter Linienbus mit einem Traktor kollidiert. Ein Kind und beide Fahrzeugführer wurden leicht verletzt. 

Alle Veranstaltungen abgesagt

Streit um Richtlinie: Seniorenbeirat in der Samtgemeinde Hemmoor hat sich aufgelöst

von Egbert Schröder

Der Seniorenbeirat der Samtgemeinde Hemmoor existiert nach einem nahezu kollektiven Rücktritt nicht mehr. Der Verwaltungschef bedauert diesen Schritt. Doch die Beiratsmitglieder bleiben bei ihrer Entscheidung.