Bad Bederkesa: Traditionshotel "Bösehof" macht wichtigen Schritt aus der Insolvenz
Nach Monaten der Ungewissheit gibt es Hoffnung für den "Bösehof" in Bad Bederkesa: Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt, alle Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Jetzt richtet sich der Blick auf den Verkauf des Traditionshotels.
Seit Ende vergangenen Jahres steht das traditionsreiche Hotel in Bad Bederkesa zum Verkauf, im Januar wurde Insolvenz angemeldet. Der Betrieb war aus verschiedenen Gründen "in eine wirtschaftliche Schieflage geraten", so Geschäftsführerin Natascha Grotjohann damals. Das Verfahren wurde am 1. April eröffnet.
Gläubiger haben abgestimmt: Insolvenz wird beendet
Zwischenzeitlich wurde unter Mitwirkung eines regionalen Investors beim Amtsgericht Cuxhaven ein Insolvenzplan eingereicht. In einer Gläubigerversammlung wurde nun über diesen Plan abgestimmt, der unter anderem vorsieht, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben und die Gläubiger eine Quotenzahlung erhalten, also einen prozentualen Anteil der ursprünglichen Forderung.
"Ich kann Ihnen die erfreuliche Mitteilung machen, dass es geklappt hat", so Insolvenzverwalter Dr. Thilo Streck. "Der Plan hat die Zustimmung der Gläubiger erhalten." Bis das Verfahren endgültig abgewickelt ist, dauert es allerdings noch ein paar Wochen."
Einspruch gegen gerichtlichen Beschluss noch möglich
Gegen den gerichtlichen Beschluss ist im Nachgang noch eine Beschwerde der Gläubiger möglich, die Frist beträgt zwei Wochen ab Verkündung beziehungsweise Zustellung der gerichtlichen Entscheidung.
"Bösehof"-Geschäftsführerin Natascha Grotjohann zeigte sich nach der Verhandlung aber vorerst erleichtert. "Selbst der Richter hat betont, dass so ein Verlauf eines Insolvenzverfahrens außergewöhnlich ist und sich gefreut, dass ihm kurz vor seinem Ruhestand noch mal so etwas Positives widerfährt", sagt sie.
Auch, dass das Team des "Bösehof" durchweg zusammengehalten hat, freut sie. "Dass wir das trotz des Drucks und der Anspannung so gut gewuppt haben, rührt mich."

Kaufvertrag ist noch nicht unterschrieben
Was jetzt noch fehlt, ist der offizielle Verkauf des Hotels. Die Verhandlungen stünden kurz vor dem Abschluss, wie Insolvenzverwalter Thilo Streck Anfang des Monats sagte. "Wir sind auf der Zielgeraden", betonte er. Die Vermutung liegt nahe, dass die potenziellen Käufer erst noch die Beschwerdefrist und das offizielle Ende des Verfahrens abwarten wollen, ehe sie den Vertrag unterschreiben.
Von Mareike Blumenthal
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