Herkunftsland in Afrika, Asien, Ex-UdSSR: So viele Nationalitäten leben auf Helgoland
Die kleine Insel Helgoland ist ein "Vielvölkerstaat". Die Bevölkerung mit knapp 1500 Einwohnerinnen und Einwohnern ist zwar überschaubar, aber die Nordseeinsel bietet Menschen aus erstaunlich vielen Nationen ein Zuhause. Wie klappt denn das?
Ihren Hauptwohnsitz auf Helgoland haben 1463 Personen, den Nebenwohnsitz 340 Menschen. 1208 Deutsche und 255 Ausländer sind hier mit erstem Wohnsitz gemeldet.
Rumänien ist das Herkunftsland der meisten ausländischen Personen; 50 Leute kommen von dort. So wie Csilla Gere. Das Besondere: Sie stammt aus Transsilvanien, ist aber keine Rumänin, sondern Ungarin. Seit fast elf Jahren lebt Csilla auf Helgoland. Die 41-Jährige kam der Liebe wegen auf die Nordseeinsel. Die Beziehung ist längst zerbrochen, die Liebe zum Wohnort geblieben. Arbeit fand sie zunächst im Gastgewerbe. Nach mehr als zwei Jahren im Hotel wechselte die studierte Germanistin und Sprachwissenschaftlerin in die Tourist-Info. Mittlerweile ist sie im Rathaus für das Marketing des Helgoland Tourismus-Service zuständig.

Knapp 40 verschiedene Nationen
Ein Blick in die Statistik des Einwohnermeldeamtes der Gemeinde Helgoland beweist, dass Scilla Gere in guter Gesellschaft ist. Denn auf der Nordseeinsel gibt es einen höchst bunten Nationalitätenmix: 131 männliche und 139 weibliche Personen führt die Statistik als Ausländer auf. Ihre Herkunftsländer sind vielfältig, liegen sogar in Afrika, Asien und der früheren UdSSR: Diese 270 Insulaner kommen aus knapp 40 verschiedenen Nationen. Dabei bildet die EU allerdings die signifikante Mehrheit. Neben den Leuten aus Rumänien leben 41 Polen, 25 Ungarn und 22 Bulgaren auf Helgoland.
Svenja Lunter aus dem Bürgerbüro und Einwohnermeldeamt Helgolands ist immer beeindruckt, wenn sie auf das Zahlenwerk schaut - und sie weiß, was es im echten Leben ausmacht, wenn so viele verschiedene Nationalitäten auf so einem kleinen Fleck Erde wie der Nordseeinsel leben: "Wir verstehen uns alle untereinander - das ist das Tolle hier."
"Man muss sich schon selbst Mühe geben"
Das mag auch Csilla Gere und fühlt sich sehr wohl. "Insgesamt wird man hier herzlich aufgenommen", sagt sie. Aber sie räumt auch ein, dass es am Anfang gar nicht so leicht gewesen sei. "Man muss sich schon selbst Mühe geben." Daher sei sie bewusst zu Veranstaltungen gegangen, um so die Leute kennenzulernen. "Für Familien ist es einfacher, allein dauert es ein bisschen länger." Und wie sieht es mit dem berüchtigten Inselkoller aus? Der hat Csilla Gere bisher nicht heimgesucht. Sie schmunzelt: "Aber ich sorge auch dafür, dass ich regelmäßig rüberfahre." Die Insel hat sie in ihr Herz geschlossen: "Helgoland ist für mich Wahlheimat."