David McAllister als Außenminister? Spekulationen über den Cuxländer in Berlin
Während CDU und SPD in Berlin noch um einen Koalitionsvertrag ringen, schießen die Spekulationen um die Besetzung der Ministerposten ins Kraut. Ein Name ist der eines Cuxländers: Wird der Europaabgeordnete David McAllister (CDU) neuer Außenminister?
Erst die Themen, dann die Verteilung der Ministerposten: So stellen sich die künftigen Koalitionäre die Reihenfolge vor. Doch da spielen insbesondere die Hauptstadtmedien nicht mit. Erst in dieser Woche hatte der US-Journalist Erik Kirschbaum bei "Welt am Morgen" den Europaabgeordneten aus Bad Bederkesa ins Spiel gebracht und sprach davon, dass dieser ein "begnadeter Außenminister" für Deutschland wäre sowie eine "steile Karriere" auf EU-Ebene hingelegt habe.
Seit 2017 im EU-Parlament
Da wird ihm wohl niemand widersprechen, denn nachdem McAllister bis 2013 niedersächsischer Ministerpräsident war und dieses Amt nach einer knappen Wahlniederlage an Rot/Grün mit dem nun scheidenden Amtsinhaber Stephan Weil (SPD) abgeben musste, wechselte er ein Jahr später nach Europa. McAllister führte die CDU als Spitzenkandidat in den Europawahlkampf und zog in das Parlament ein. Seit 2015 ist er Vizepräsident der Europäischen Volkspartei (EVP) und seit 2017 führt er den "Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten" des Parlamentes an.
McAllister gilt als gut vernetzt und verfügt nicht nur durch seine Funktion als Ausschussvorsitzender über reichlich außenpolitische Erfahrung. Das zeigt auch ein Blick in seinen aktuellen Terminkalender: Neben anderen Sitzungen stand gerade das Plenum in Straßburg auf dem Programm, in der kommenden Woche bricht er einen Tag nach einem Gespräch mit dem indischen Botschafter zu einem Besuch nach Washington auf, bevor es dann mit Mitgliedern des Auswärtigen Ausschusses nach Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate geht.
An Koalitionsverhandlungen beteiligt
Der CDU-Politiker fühlt sich wohl auf der europäischen Bühne und mischte ganz nebenbei auch noch als Mitglied der Arbeitsgruppe "Europa" bei den vorbereitenden Koalitionsverhandlungen in Berlin mit. Was passiert, wenn der designierte Bundeskanzler Friedrich Merz für ihn mehr als nur diese Tätigkeit in Berlin vorsieht? Zurzeit gilt Armin Laschet als einer der Favoriten auf den Posten des Außenministers, wenn diese Spitzenposition aber überhaupt für die CDU zur Verfügung steht. Wechselt McAllister dann in die Bundeshauptstadt und ist für ihn langfristig vielleicht sogar mehr drin als nur ein Ministerposten? US-Journalist Erik Kirschbaum traut ihm sogar zu, auf Bundesebene "die Zukunft der CDU" und damit Nachfolger von Friedrich Merz zu werden.
"Ich habe eine anspruchsvolle Aufgabe"
McAllister hält den Ball flach und verweist darauf, dass er in seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses aktuell und auch gerne die "anspruchsvolle Aufgabe habe, in schwierigen und besonderen Zeiten die europäische Außenpolitik zu gestalten und voranzubringen". An Spekulationen hinsichtlich seiner Person wolle er sich nicht beteiligen: "Wir haben in unserer Arbeitsgruppe 'Europa' im Rahmen der Koalitionsverhandlungen unsere Stellungnahme zu verschiedenen Themen rechtzeitig abgegeben", betont der 54-Jährige. Jetzt gehe es erst einmal darum, wie die weiteren Gespräche zwischen CDU und SPD verlaufen, wer welche Ministerien erhalte und noch nicht um die Vergabe von Ministerposten.