Die Kizimkazi Primary School, eine Einrichtung mit 115 Schülerinnen und Schülern, liegt im Süden der Insel Sansibar und wird komplett durch Spenden finanziert. Franziska Mangels hat dort im Oktober und November 2025 gearbeitet. Foto: Franziska Mangels
Die Kizimkazi Primary School, eine Einrichtung mit 115 Schülerinnen und Schülern, liegt im Süden der Insel Sansibar und wird komplett durch Spenden finanziert. Franziska Mangels hat dort im Oktober und November 2025 gearbeitet. Foto: Franziska Mangels
Freiwilligen-Projekt

Afrika-Aufenthalt: Steinauerin engagiert sich für Schule in extremer Armut

von Christian Mangels | 08.01.2026

Franziska "Franzi" Mangels aus Steinau hat ehrenamtlich mehrere Wochen in einer Schule auf der zu Tansania gehörenden Insel Sansibar gearbeitet. Die Zeit vor Ort hat sie so sehr beeindruckt, dass sie auch von Deutschland aus weiterhelfen möchte.

Sansibar, vor der Küste Ostafrikas gelegen, gehört zu den ärmsten Regionen der Erde. Das Jahreseinkommen eines Menschen dort beträgt im Schnitt 250 Dollar. Viele Kinder leiden unter akuter Mangelernährung, das Bildungssystem ist bestenfalls rudimentär, gerade Kinder aus den ärmsten Familien gehen gar nicht zur Schule, weil sie zu Hause helfen müssen, das Überleben der Familie zu sichern.

Das alles muss man wissen, wenn man der Frage nachgeht, warum Franziska Mangels ausgerechnet die zu Tansania gehörende 1,9 Millionen Einwohner zählende Inselgruppe im Indischen Ozean für ihr Hilfsprojekt ausgesucht hat. "Ich wollte schon seit längerer Zeit ein soziales Projekt machen, und Sansibar hat sich angeboten", sagt die 33 Jahre alte Teamleiterin, die beim Hamburger Mobilitätsdienstleister Freenow arbeitet.

Über einen Bekannten habe sie von der Kizimkazi Primary School erfahren. Diese Einrichtung mit 115 Schülerinnen und Schülern liegt im Süden der Insel, wird komplett durch Spenden finanziert und lebt durch die Mitarbeit freiwilliger "Hilfslehrer" aus aller Welt. Um in der Schule zu helfen, hat Franziska unbezahlten Urlaub genommen. "Mir ging es darum, mit einem Perspektivwechsel den Blick zu weiten und die westliche Brille abzunehmen", erklärt die Tochter des früheren Steinauer Bürgermeisters Hans-Jürgen Mangels. Mit ihr waren neun weitere Ehrenamtliche aus allen Teilen der Erde im Einsatz.

Die Schulkinder sehr schnell ins Herz geschlossen

Ganz viel Armut, aber auch Lebensfreude und Hilfsbereitschaft hat die Steinauerin in und im Umfeld der Schule erlebt. Als Hilfskraft der Lehrer wurde sie unter anderem im Sachkunde- und im Matheunterricht eingesetzt. Sie hat mit den sechs- bis siebenjährigen Kindern Lernspiele und sportliche Aktivitäten gemacht und sie zum Schwimmunterricht begleitet. Positiv überrascht war Franziska Mangels von der Sprachbegabung der Schulkinder: "Sie lernen dort drei Sprachen: Englisch, Suaheli und Arabisch." Sehr schnell habe sie die Mädchen und Jungen ins Herz geschlossen.

Franziska "Franzi" Mangels hat ihre Schützlinge an der Kizimkazi Primary School schnell ins Herz geschlossen. Foto: Franziska Mangels

Spannende Einblicke erhielt sie auch in einem Frauenzentrum, wo sie beim Brotbacken mitgeholfen hat, und im "Zaso Children's Home", dem Zuhause von rund 50 HIV-positiven Waisenkindern und Kindern, die wegen ihrer Krankheit von ihren Familien verstoßen wurden und medizinische, pädagogische sowie psychologische Betreuung benötigen. Den Tag im Waisenhaus bezeichnet Franziska als den "schönsten und intensivsten Tag" ihres Afrika-Aufenthalts. Statt großer Traurigkeit habe sie dort sehr viel Leichtigkeit und Liebe erlebt.

Überschattet wurde der dreiwöchige Freiwilligendienst von Unruhen und Protesten im Zuge der Präsidentenwahlen in Tansania Ende Oktober 2025. Bei der umstrittenen Abstimmung war Staatschefin Samia Suluhu Hassan mit haushoher Mehrheit im Amt bestätigt worden. Dass die Wahl demokratisch abgelaufen ist, wird angezweifelt. Viele Demonstranten seien getötet worden, berichtet Franziska. "Und das Internet war am Wahltag komplett abgeschaltet." Ein "mulmiges Gefühl" habe sie gehabt in diesen Tagen.

Wenn Franziska Mangels auf ihre drei Wochen auf der Insel Sansibar zurückblickt, dann mit einem Gefühl der Dankbarkeit und Demut. "Diese Zeit hat meine Sicht auf ganz viele Dinge verändert", sagt sie. Im Vergleich zu den Problemen in Afrika würde manche Sorge in Deutschland ganz klein erscheinen. "Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses und haben so viele Möglichkeiten."

Ihre Schützlinge an der Kizimkazi Primary School will die Steinauerin auch künftig nicht im Stich lassen. Sie hat eine Spendenaktion organisiert, um neue Stühle und Tische für eine Schulklasse anzuschaffen. "850 Euro sind dabei zusammengekommen", erzählt sie. Außerdem unterstützt Franziska eine Lehrerin dabei, einen Computerkurs zu besuchen. Raus aus der Komfortzone, rein in ein Freiwilligen-Projekt - diese Erfahrung kann sie nur jedem empfehlen.

Franziska Mangels sammelt auch weiterhin Spenden für die Schule auf Sansibar, um den Kindern die Chance auf Bildung und Lernen zu geben. Wer sie unterstützen will, kann das auf der Seite https://www.paypal.com/pools/c/9lBKxkuV3u tun.

Ganz viel Lebensfreude und Liebe hat Franziska Mangels an der Kizimkazi Primary School in Tansania erlebt. Foto: Franziska Mangels

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Christian Mangels

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