CNV Medien

Alle auf einen Blick: Preisträger, Sponsoren und Vorstandsmitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Osteland“. Foto: Schröder
Alle auf einen Blick: Preisträger, Sponsoren und Vorstandsmitglieder der "Arbeitsgemeinschaft Osteland“. Foto: Schröder
AG Osteland vergibt Preise

Igel, Blasmusik und alternative Schule: "Goldener Hecht 2026" in Cadenberge übergeben

von Egbert Schröder | 07.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 08.09.2026 14:24 Uhr

Beim "Tag der Oste" gab es viele strahlende Gesichter. Kein Wunder: Es wurden erneut in verschiedenen Kategorien Kulturpreise für Engagement in drei den Landkreisen Cuxhaven, Stade und Osterholz vergeben. (mit Video)

Wenn Claus List zum Telefon greift, dann kann das durchaus zu unerwarteten Reaktionen seiner Gesprächspartner in Form von "Das kann doch nicht sein" oder "Da bin ich platt" führen. List ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Osteland und hat einmal im Jahr die besondere Aufgabe, Gruppen, einzelne Personen oder Initiativen darüber zu informieren, dass sie den Oste-Kulturpreis "Der goldene Hecht" für ihr Engagement erhalten sollen. Am Sonntag wurden die diesjährigen Preisträger in Cadenberge vorgestellt und ausgezeichnet.

List blickte zu Beginn der Veranstaltung kurz auf Aktivitäten der AG Osteland zurück, zu denen unter anderem das Ringen um den Erhalt des Bremervörder Ostewehrs, der "Osteland-Salon" zur Sturmflut vor 50 Jahren oder auch die Erneuerung der "Deutsche Fährstraße"-Beschilderung zählten. Im Oktober stehen zudem wieder Autorenlesungen an. Zugleich dankte List allen Sponsoren, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten rund 70.000 Euro für die Trophäen bei der Verleihung des Kulturpreises zur Verfügung gestellt haben.

Landrat: "Machen Sie weiter so"

Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule, Bürgermeister Wolfgang Heß und Cuxhavens Landrat Thorsten Krüger hoben bei der Feier in Cadenberge in ihren Reden die Energieleistung der rund 600 Mitglieder starken AG Osteland hervor, die ihre Aktivitäten insbesondere in den drei Landkreisen Cuxhaven, Stade und Rotenburg entfaltet. "Machen Sie weiter so. Wir alle können uns für eine lebenswerte Region einsetzen - im Alltag und darüber hinaus. Genau das brauchen wir für unsere Gesellschaft. Gemeinsam können wir mehr bewegen als allein. Und Gemeinschaft zu erleben? Das tut gut", so Landrat Krüger.

Cuxhavens Landrat Thorsten Krüger hob die Bedeutung des Ehrenamtes und gemeinsamer Aktivitäten hervor. Foto: Schröder

Das Geheimnis, wer in den einzelnen Kategorien in diesem Jahr Preisträger ist, lüftete Moderator Florian Hinz-Woldmann gemeinsam mit anderen Vorstandsmitgliedern:

"Kategorie Jugend": Das "Jugendorchester Himmelpforten" besteht aus fast 30 Musikerinnen und Musikern zwischen neun und 16 Jahren. Seit seiner Gründung im Jahr 2012 sei - so die AG Osteland - das Kooperationsorchester der Kreisjugendmusikschule Stade und des Blasorchesters Himmelpforten stetig gewachsen. Unter der Leitung von Jaqueline Berge werde einmal wöchentlich 90 Minuten geprobt; ergänzt durch weitere Probentage und ein jährliches Übungswochenende in der Wingst. "Lustig, gemeinschaftlich, wild", sagt die Leiterin des Orchesters über ihre Truppe. Musikalische "Grenzübertritte" sind ausdrücklich gewollt: von Jazz über Klassik bis hin zum Rock.

"Kategorie Kultur": Auch dort ging es bei der Preisverleihung in diesem Jahr musikalisch zu. Was 1982 mit einem Schützenfestauftritt in Hechthausen-Klint begann, ist ein echtes Markenzeichen musikalischer Qualität im Cuxland geworden. Die "Hechthausener Oste-Musikanten" zählen 46 aktive Bläser, die inzwischen im In- und Ausland auftreten. Das Repertoire ist breit gefächert und reicht von klassischer Blasmusik bis hin zu Schlager und Pop.

Erfolgreich und präsent im In- und Ausland: die Hechthausener Oste-Musikanten. Ende September steht der nächste größere Auftritt für das Team um Volker Wacker (l.) an. Foto: Schröder

"Kategorie Lernkultur": Die "Freie Schule LernArt" in Oberndorf wurde 2018 eröffnet. "Die Wahl der Unterrichtsthemen aus dem umfangreichen Lernstoffangebot findet auf freiwilliger Basis statt und somit wird ein eigenständiges Lernen gefördert. Die in den staatlichen Schulen vorherrschenden Jahrgangsklassen und -kurse sind in der Freien Schule Oberndorf durch jahrgangsübergreifende Lerngruppen ersetzt. Somit können die jüngeren Schülerinnen und Schüler durch Ältere im Lernprozess unterstützt werden", erläutert die AG Osteland und spricht von einer "Ergänzung und Erweiterung" der Schullandschaft.

Die "Freie Schule LernArt" in Oberndorf bietet erfolgreich einen alternativen Unterricht an und wurde dafür von Laudator Michael Johnen stellvertretend für den AG-Vorstand gelobt. Foto: Schröder

"Kategorie Naturschutz": Die Igelhilfe Himmelpforten ist eine ehrenamtliche Privatinitiative, die sich um den Schutz und die Rettung von Igeln in der Region Himmelpforten und Umgebung kümmert. Die aktiven Mitglieder sind 365 Tage im Jahr erreichbar und umfangreich vernetzt, um den Tieren zu helfen.

365 Tage im Jahr im Einsatz für bedrohte Tierart: Die "Igelhilfe Himmelpforten" wurde in der Kategorie "Naturschutz" geehrt. Foto: Schröder

"Kategorie Tourismus": Träger des Naturfreibades in Krummendeich in seiner heutigen Form ist zwar die Samtgemeinde Nordkehdingen, die auch die Schwimmaufsicht stellt. 2003 wurde jedoch der inzwischen über 250  Mitglieder starke Förderverein gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Freibad finanziell und tatkräftig zu unterstützen. Von Mitte Mai bis in den September hinein ist das Bad mit barrierefreiem Zugang zum Wasser täglich geöffnet. Für das ehrenamtliche Engagement erhielt der Förderverein den "Goldenen Hecht".

Migrationsgeschichte im Elbe-Weser-Raum

"Kategorie Kunst": Die AG Osteland bezeichnet den "Tügelhof" in Barchel (Kreis Rotenburg) als eine "Insel der Kunst im Nebelland". Dieser Hof ist der Sitz des "Tetjus-Tügel-Kunstvereins" und seit 2022 Ausstellungs- und Auftrittsort sowie museales Erbe zugleich. Der Kunstverein widmet sich dem Erhalt und der Ausstellung und erhielt dafür ebenfalls einen Kulturpreis.

"Kategorie Regionalgeschichte": Aus Bremen war Dr. Horst Rößler angereist. Er beschäftigt sich unter anderem intensiv mit den "historischen Migrationsbewegungen" im Elbe-Weser-Raum. Aktuell arbeitet Rößler an einer Studie zum (gescheiterten) Versuch einer Ansiedlung von Hugenotten in Neuhaus (Oste) gegen Ende des 17. Jahrhunderts.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Veränderungen miterlebt 

49 Jahre lang Briefträger in Cadenberge: "Ich war draußen mein eigener Herr"

Kreuzung voll gesperrt

Unfall auf der B73 in Cadenberge: 17-jährige Motorradfahrerin schwer verletzt

Feuerwehrprüfung

Neue Truppführer für Landkreis Cuxhaven: 26 Anwärter bestehen in Cadenberge Prüfung

Besonderer Geburtstag 

Cadenberger wird 105 Jahre alt: "Die Soldatenzeit hat es in sich gehabt"