Dank des Inklusionskarussells kann nun auch Theo Spaß auf dem Spielplatz der Grundschule Wanna haben. Bürgermeisterin Nicole Friedhoff (rechts), Gemeindedirektor Sönke Westphal und Theos Mutter, Berit Bursky (Mitte), freuen sich ebenfalls über das neue Spielgerät. Foto: Mangels
Dank des Inklusionskarussells kann nun auch Theo Spaß auf dem Spielplatz der Grundschule Wanna haben. Bürgermeisterin Nicole Friedhoff (rechts), Gemeindedirektor Sönke Westphal und Theos Mutter, Berit Bursky (Mitte), freuen sich ebenfalls über das neue Spielgerät. Foto: Mangels
Neues Spielgerät

Inklusionsspielgerät für Theo aus Wanna: Erstes Projekt des Bürgerbudgets realisiert

von Christian Mangels | 14.02.2025

In Wanna sind die Bürgerinnen und Bürger Finanzminister - zumindest, wenn es um das sogenannte Bürgerbudget geht. Mit diesem Geld kann die Bevölkerung eigene, gemeinwohlorientierte Vorhaben umsetzen. Das erste Projekt wurde jetzt realisiert.

In Wanna wird Bürgerbeteiligung großgeschrieben. Die Sietland-Gemeinde ist eine der wenigen Kommunen im Landkreis Cuxhaven, die ein sogenanntes Bürgerbudget eingeführt haben. Dafür stellt die Gemeinde jährlich 10.000 Euro zur Verfügung. Mit dieser Summe erhalten alle Bürgerinnen und Bürger in Wanna die Möglichkeit, sich aktiv für Projekte in der Gemeinde einzusetzen. Viele Ideen sind möglich - von A wie Abenteuerspielplatz bis Z wie Zukunftswerkstatt.

"Solange die Projekte dem Zuständigkeits- und Aufgabenbereich der Gemeinde zuzuordnen sind, dem Gemeinwohl dienen sowie innerhalb eines Jahres und im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budgets umsetzbar sind, sind der Kreativität grundsätzlich keine Grenzen gesetzt", sagt die Gemeinde. Anträge müssen immer bis zum 30. September eines Jahres eingereicht werden. Mitmachen kann jeder, der in Wanna lebt und mindestens 14 Jahre alt ist. 

Theo leidet an einer spinalen Muskelatrophie

Das erste Projekt aus den Vorschlägen für den Bürgerhaushalt 2024 wurde jetzt realisiert: ein Inklusionsspielgerät auf dem Schulhof der Grundschule Wanna. Der Projektantrag kam von Berit und Marcel Bursky, den Eltern von Theo. Der Junge, der am Sonntag vier Jahre alt wird, leidet an einer spinalen Muskelatrophie, einer Erkrankung bestimmter Nervenzellen im Rückenmark, und ist auf den Rollstuhl angewiesen. "Die Familie Bursky hat uns darauf gestoßen, dass wir noch kein inklusives Spielgerät in Wanna haben", sagt Bürgermeisterin Nicole Friedhoff.

Bei der offiziellen Eröffnung des Inklusionskarussells drehte Theo unermüdlich und quietschvergnügt seine Runden, angeschoben durch Papa Marcel. Das inklusive Spielgerät bietet Platz für zwei Rollstühle, wird aber auch von nichtbehinderten Kindern schon jetzt gern genutzt. Der Zugang ist ebenerdig, sodass Rolli-Fahrer ohne Hindernisse in das Karussell einfahren können. Die gesamte Drehmechanik befindet sich unterirdisch. Das Karussell ist mit einem feststehenden Handrad ausgestattet, das von den Kindern selbstständig gedreht werden kann, sowie mit einer Feststellbremse für sicheren Halt.

Neben den Mitteln aus dem Bürgerbudget kam bei der Finanzierung der rund 28.400 Euro teuren Anlage auch Geld aus dem Leader-Fördertopf zum Einsatz. Die lokale Aktionsgruppe (LAG) "Hadler Region" hatte die Förderung einstimmig beschlossen. In der Bewertung des Projekts wurden 57 von 60 möglichen Punkten erreicht.

Das Schicksal des dreijährigen Theo bewegt viele Menschen in Wanna und umzu. Die Familie Bursky hatte im Frühjahr 2024 eine Spendenaktion gestartet, um einen Aufzug für sein Zuhause zu finanzieren. Darauf folgte eine Welle der Hilfsbereitschaft. Insgesamt kamen bei der Aktion mehr als 50.000 Euro zusammen. Im Oktober 2024 wurde der Fahrstuhl eingebaut. "Als Nächstes wollen wir den Garten für Theo umgestalten", berichtete Marcel Bursky am Rande der Inbetriebnahme des Spielgeräts.

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