Wohl "nicht angeschnallt": Schwerer Unfall bei Jork im Alten Land
Ein Auto prallt bei einem Unfall bei Jork im Alten Land (Kreis Stade) gegen einen Baum, der Fahrer wird schwer verletzt eingeklemmt. Dass er wohl nicht angeschnallt gewesen war, ist nur eines der Vergehen, die die Polizei feststellt.
Schwerer Unfall bei Jork: Am Sonntagabend (1. März 2026) prallte ein Stader (43) mit seinem Auto auf der L140 gegen einen Baum. Ein Verdacht: Der Fahrer war offenbar nicht angeschnallt.
Kurz vor 21 Uhr war der 43-Jährige mit seinem Renault Twingo auf dem Muddweg (L140) zwischen Jork und Mittelnkirchen in Richtung Stade unterwegs. Kurz hinter dem Kreisel "Yachthafenstraße" habe der Stader auf der Landesstraße - in einer leichten Rechtskurve - die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, so die Polizei.
Der Kleinwagen kam nach rechts von der L140 ab und schoss über den Grünstreifen und den Fuß- und Fahrradweg weiter in Richtung Graben. Schließlich prallte der Twingo gegen einen Baum. In den Tagen zuvor hatte vermutlich ein Lkw in dem Bereich der L140 eine tiefe Furche durch den unbefestigten seitlichen Randstreifen, das Straßenbankett, gezogen.

Stader schwer verletzt in Autowrack eingeklemmt
Durch die Wucht des Aufpralls habe sich der Motorblock in Richtung Fahrer geschoben. Der 43-Jährige sei im Wrack eingeklemmt worden. Dabei habe er sich laut Polizei schwere Verletzungen zugezogen. Nach ersten Ermittlungen hatte sich der Fahrer "nicht angeschnallt", so die Polizei.

Nach dem Notruf rückten die Einsatzkräfte aus. Mit schwerem Rettungsgerät, unter anderem einem hydraulischen Spreizer und einer Schere, befreiten Feuerwehrleute den im Wrack eingeklemmten Fahrer. Mit einem Stempel weiteten Retter den durch den schweren Aufprall wie eine Ziehharmonika zusammengedrückten Innenraum einige Zentimeter, so der Jorker Gemeindebrandmeister Jens Lohmann.
Währenddessen stabilisierten Notfallsanitäter und Ärzte den Schwerstverletzten. Um den 43-Jährigen möglichst schonend mit einem Spineboard (Rettungsbrett) aus dem Wrack holen zu können, trennten die Retter schließlich das Dach ab. Die Polizei lobte die Ersthelfer, die vor dem Eintreffen der Retter sofort Erste Hilfe geleistet und 112 gewählt hatten.

Mit dem Rettungswagen kam der verletzte Twingo-Fahrer zur weiteren Behandlung in das Elbe-Klinikum nach Stade. Warum der Fahrer von der Straße abkam, ist laut Polizei "noch offen". Weil Bierdosen, eine war offenbar noch halb voll, vorne im Fußraum des Wagens lagen, wurde eine Blutentnahme angeordnet. Damit nicht genug. Laut Polizeisprecher Rainer Bohmbach "ist er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Trunkenheit im Verkehr und des Fahrens ohne Führerschein ermittelt."

Der Twingo wurde laut Polizei total zerstört, der Gesamtschaden wird auf etwa 5000 Euro geschätzt. Die L140 war für Rettung, Unfallaufnahme und Reinigung voll gesperrt. Im Einsatz waren knapp 40 Feuerwehrleute, so der stellvertretende Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde Lühe, Jens Kleine.
Zeugen, die als Ersthelfer noch vor Eintreffen der Rettungskräfte am Unfallort waren und die am Sonntagabend noch nicht von der Polizei befragt werden konnten, melden sich unter Telefon (0 41 61) 64 71 15 beim Buxtehuder Polizeikommissariat.
Von Björn Vasel