Nach mehreren Attacken auf Schafherde im Kreis Cuxhaven: Wolf abgeschossen
Nach wiederholten Wolfsattacken auf Schafe in der Börde Lamstedt (Kreis Cuxhaven) wurde nun ein Wolf erlegt. Der Abschuss sendet ein klares Signal an Weidetierhalter und zeigt Entschlossenheit im Wolfsmanagement.
Im Kreis Cuxhaven hat es den Abschuss eines Wolfs gegeben. Nach Angaben der Kreisverwaltung ist eine Fähe erlegt worden, die "für den maßgeblichen Teil der Nutztierrisse in den letzten Tagen und Wochen verantwortlich" gewesen sein soll.
Die Attacke eines Wolfsrudels auf eine Schafherde in der Börde Lamstedt hatte für Fassungslosigkeit in der Bevölkerung gesorgt. In der Nacht vom 17. auf den 18. Februar 2026 war die rund 100-köpfige Herde kilometerweit von Wölfen zwischen Stinstedt und Mittelstenahe getrieben und attackiert worden. Mehr als 20 Tiere starben oder mussten angesichts ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Einen zweiten Vorfall mit vier toten Schafen gab es nur wenige Tage später - wieder in Stinstedt.

In Gesprächen zwischen dem Landkreis Cuxhaven und dem niedersächsischen Umweltministerium war daraufhin die weitere Vorgehensweise abgesteckt worden. Der Fokus lag dabei nach NEZ/CN-Informationen auf der "Wolfs-Fähe GW2492f", die im Rudel offensichtlich die treibende Kraft bei den Attacken auf die Schafherde war.
Vor wenigen Tagen trat eine "artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zur legalen Entnahme" dieses Tieres in Kraft. "Diese Wölfin ist für den maßgeblichen Teil der Nutztierrisse in den letzten Tagen und Wochen verantwortlich. Richtlinienkonforme Zäune und Herdenschutzhunde stellten für Weidetiere keinen hinreichenden Schutz mehr dar. Daher haben wir uns für die letale Entnahme dieser Fähe entschieden", so Landrat Thorsten Krüger am Montag (2. März 2026).
Diese Genehmigung sei nun erst einmal ausgesetzt. Die abgeschossene Fähe werde "zeitnah nach Berlin ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zur Sektion verbracht und genetisch beprobt".

Minister: "Klares und wichtiges Signal"
Die Ausnahmegenehmigung ist nach Darstellung der Kreisverwaltung intensiv mit dem niedersächsischen Umweltministerium abgestimmt gewesen. "Wir haben immer gesagt: Wo Wölfe trotz Herdenschutzes wiederholt Nutztiere reißen, müssen wir handeln, ohne die Gesamtpopulation zu gefährden", wird Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer vom Landkreis zitiert. Und: "Der Abschuss ist ein klares und wichtiges Signal für unsere Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter: Diese Landesregierung ist gewillt und bereit, zu handeln. Wir warten die geplanten Rechtsänderungen auf Bundesebene nicht ab, auch wenn es schwierig ist. Unabhängig davon brauchen wir endlich bessere Möglichkeiten für eine einfache, unbürokratische und rechtssichere Entnahme von Problemwölfen sowie ein regional differenziertes Wolfsmanagement, um auf Risshäufungen wie im Raum Cuxhaven besser reagieren zu können."
Meyer bedankte sich bei Landrat Thorsten Krüger "für die gute Abstimmung zwischen dem Landkreis und dem Land und seinen festen Willen, eine Ausnahmegenehmigung zum Schutz vor weiteren Weidetierrissen anzuordnen. Und natürlich hoffe ich sehr, dass die Fähe entnommen wurde, die viele Risse verursacht hat - damit weitere wirtschaftliche Schäden für die Weidetierhaltung vermieden werden können."
Reaktionen auf den Wolfsabschuss im Kreis Cuxhaven lesen Sie hier.