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Die erste Sitzung des Samtgemeinderates der neu gebildeten Samtgemeinde Land Hadeln fand am 1. November 2016 statt. Zehn Jahre später sind von den damals 40 Ratsmitgliedern noch 15 im neu gewählten Rat vertreten. Foto: Mangels
Die erste Sitzung des Samtgemeinderates der neu gebildeten Samtgemeinde Land Hadeln fand am 1. November 2016 statt. Zehn Jahre später sind von den damals 40 Ratsmitgliedern noch 15 im neu gewählten Rat vertreten. Foto: Mangels
Seit 2016 vereint

Zehn Jahre Samtgemeinde Land Hadeln: Was hat die Fusion wirklich gebracht?

von Christian Mangels | 01.11.2026

Rund 27.000 Menschen, 14 Mitgliedsgemeinden, eine Verwaltung: Seit zehn Jahren gibt es die heutige Samtgemeinde Land Hadeln. Der Zusammenschluss brachte finanzielle Vorteile. Aber wie gut funktioniert das Miteinander - und wie sicher ist die Zukunft?

Es war ein historischer Schritt für die kommunale Selbstverwaltung an der Niederelbe: Am 1. November 2016 verschmolzen die Samtgemeinden Am Dobrock und Land Hadeln zur neuen Samtgemeinde Land Hadeln. Durch den gleichzeitigen Zusammenschluss von Cadenberge und Geversdorf verringerte sich die Zahl der Mitgliedsgemeinden von 15 auf 14. Verwaltungssitz wurde Otterndorf. Rund 27.000 Einwohner auf gut 406 Quadratkilometern gehörten fortan zur neuen kommunalen Einheit.

Der Zusammenschluss hatte eine lange Vorgeschichte. Bereits 2009 begannen Gespräche zwischen den Samtgemeinden Hadeln, Sietland und Am Dobrock. Zum 1. Januar 2011 fusionierten zunächst Hadeln und Sietland, fünf Jahre später folgte Am Dobrock.

Entscheidender Motor war die angespannte Finanzlage

Entscheidender Motor war die angespannte Finanzlage. Insbesondere Sietland und Am Dobrock waren hoch verschuldet. Niedersachsen stellte Entschuldungshilfen bereit. Allein Am Dobrock erhielt rund 8,2 Millionen Euro, für beide Fusionen zusammen flossen knapp 20 Millionen Euro. Der damalige Samtgemeindebürgermeister Harald Zahrte begleitete beide Zusammenschlüsse maßgeblich. "Die Fusionen waren kein Selbstzweck, sondern maßgebend und eine notwendige Voraussetzung für die Zukunft unserer Region", betont er rückblickend.

Zahlreiche politische Gremien mussten überzeugt werden. Im Mai 2015 stimmten beide Samtgemeinderäte einstimmig zu. Auch sämtliche Mitgliedsgemeinden gaben grünes Licht, obwohl es bei Bürgerversammlungen kritische Fragen gegeben hatte.

Aus Zahrtes Sicht war der Kraftakt erfolgreich: Die Entschuldung habe leistungsfähige Verwaltungsstrukturen und neue Gestaltungsspielräume geschaffen. Einrichtungen wie die Schwimmbäder und das MoorInformationsZentrum (MoorIZ) hätten erhalten werden können. "Es war ein 'Miteinander-Prozess'", sagt er.

Auch der amtierende Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule zieht eine positive finanzielle Bilanz. Er beziffert die dauerhaften wirtschaftlichen Vorteile auf rund 2,25 Millionen Euro jährlich. Den größten Anteil bilden zusätzliche Schlüsselzuweisungen des Landes von rund zwei Millionen Euro durch die sogenannte Einwohnerveredelung. Hinzu kommen jährliche Einsparungen von rund 100.000 Euro durch den Wegfall eines Samtgemeinderates und etwa 50.000 Euro an Zinsen, weil keine Liquiditätskredite mehr benötigt werden. Weitere Synergieeffekte schätzt Thielebeule auf 100.000 Euro. "Durch die Fusionen haben sich für alle Mitgliedsgemeinden Spielräume und Möglichkeiten ergeben, die es vor den Fusionen nicht gegeben hat", betont er. So konnten Kindergärten, Turnhallen, Feuerwehren und Schulen saniert, erweitert oder neu gebaut werden.

Leistungsfähiger - aber schon zusammengewachsen?

Zehn Jahre später fällt die Bilanz dennoch differenziert aus. Nicole Friedhoff, Bürgermeisterin der Gemeinde Wanna, sieht Fortschritte, aber auch Defizite: "Wir haben eine leistungsstarke Verwaltung, da hat die Fusion für mein Empfinden gut funktioniert, aber ich denke, es wird noch einige Zeit dauern, bis die Gemeinden und die Bevölkerung sich als eine Einheit versteht."

Friedhoff sagt: "Aus meiner Sicht müssen wir uns noch stärker als gemeinsames Land Hadeln verstehen, das fehlt mir noch." Die Herausforderungen müssten gemeinsam angepackt werden, ohne die Interessen einzelner Mitgliedsgemeinden zu vernachlässigen. Thielebeule sieht das Zusammenwachsen positiver. Im Verwaltungshandeln gebe es nur noch eine gemeinsame Samtgemeinde. "Dieses Denken überwiegt meiner Einschätzung nach auch bei allen anderen", sagt er. Auch die Leistungsfähigkeit sei deutlich gestiegen. Die heutige Größe ermögliche eine bessere Planung kommunaler Aufgaben und einen flexibleren Einsatz von Personal und Finanzmitteln.

Zehn Jahre nach der Fusion fällt die Bilanz des früheren Samtgemeindebürgermeisters Harald Zahrte positiv aus. "Es war ein Miteinander-Prozess", erinnert er sich. Foto: J. Reichhardt

Doch die bisherigen Erfolge garantieren keine sorgenfreie Zukunft. Zwar habe die Samtgemeinde überwiegend positive Jahresabschlüsse erzielt, einige Mitgliedsgemeinden hätten sogar Überschussrücklagen gebildet. Inzwischen sei die Finanzlage aber angespannt. "Bei knapper werdenden finanziellen Spielräumen wird es immer schwieriger werden, alle Standards unverändert aufrechtzuerhalten", warnt Thielebeule. Ohne bessere finanzielle Rahmenbedingungen könnten Einschnitte bei bestehenden Angeboten notwendig werden.

Eine weitere Gebietsreform sieht er derzeit nicht als Lösung. Über die Bildung einer Einheitsgemeinde sei mehrfach diskutiert worden, zuletzt 2024 mit den kommunalen Ratsmitgliedern. Doch die Rahmenbedingungen fehlten. "Aus diesem Grund sehe ich für die Bildung einer Einheitsgemeinde derzeit keinen Raum", erklärt Thielebeule.

Auch Zahrte betrachtet die Entwicklung nicht als abgeschlossen. Selbst nach zehn beziehungsweise 15 Jahren müssten die Fusionsprozesse weiterentwickelt werden. Entscheidend sei, die gewonnene finanzielle Handlungsfähigkeit dauerhaft zu sichern und den Menschen zugutekommen zu lassen.

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Christian Mangels

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