Ende März war die mannshohe Figur "Zementpacker" aus dem Hemmoorer Freilicht-Museum gestohlen worden. Jetzt sind Einzelteile wieder aufgetaucht - und es läuft ein Strafverfahren. Archivfoto: Schröder
Ende März war die mannshohe Figur "Zementpacker" aus dem Hemmoorer Freilicht-Museum gestohlen worden. Jetzt sind Einzelteile wieder aufgetaucht - und es läuft ein Strafverfahren. Archivfoto: Schröder
Gestohlene Bronzeskulptur

Nach Diebstahl der Hemmoorer Skulptur "Zementpacker": Einzelteile wieder aufgetaucht

von Egbert Schröder | 18.07.2023

Die "Vermisstensuche" hat ein Ende gefunden: Nach Darstellung der Polizei sind Teile der Ende März in Hemmoor entwendeten Bronzeskulptur "Zementpacker" in Bremen wieder aufgetaucht.

Der Fall hatte Ende März auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Die 1986 vom Hemmoorer Künstler Frijo Müller-Belecke geschaffene Skulptur war Ende März spurlos verschwunden. Zuvor hatte sie auf dem Freigelände des Hemmoorer Zement-Museums gestanden. Bis dato unbekannte Täter hatten sie anscheinend mit einem Winkelschleifer vom Steinsockel abgetrennt und dann in Sicherheit gebracht, um sie zu anschließend als kostbares Altmetall zu verhökern.

Mitarbeiter auf Bremer Reyclinghof wird misstrauisch

Doch wie die Polizei am Dienstag mitteilte, hat es mit der Weiterwertung der Skulptur für die Tatverdächtigen nicht problemlos geklappt. Bereits kurze Zeit nach dem Diebstahl des Kunstwerks tauchten erste Metallstücke auf dem Geländes eines Bremer Reyclinghofes auf.

Einem der dort tätigen Mitarbeiter kam die Sache nicht geheuer vor und er informierte die Polizei, die vorerst die Ermittlungen angesichts der Beweislage abschließen konnte: "Gegen den Verantwortlichen eines Metallverarbeitungsbetriebes aus Schwanewede, durch den die Statuenteile angeliefert worden waren, wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Hehlerei eingeleitet", so der Cuxhavener Pressesprecher der Polizei Stefan Hertz.

Die sichergestellten Teile des Kunstwerkes würden nach einer Freigabe durch die Staatsanwaltschaft Stade dann an die Samtgemeinde Hemmoor übergeben.

Zement-Museum erinnert an die Geschichte Hemmoors

Der "Zementpacker" war eines der prägenden Elemente des Zement-Museums, das an die Geschichte Hemmoors und die Bedeutung der Produktion des Werkes "Portland-Cement" erinnerte, das auch für den Weltmarkt produzierte, bevor in den 80er-Jahren die Schließung und der Abriss erfolgten.

Die Skulptur hatte der auch überregional bekannte und 2008 verstorbene Hemmoorer Künstler Frijo Müller-Belecke angefertigt, der insbesondere im norddeutschen Raum durch zahlreiche Werke seine Spuren hinterlassen hat. Dazu zählen unter anderem auch das "Deister"-Denkmal in Osterbruch, der Otterndorfer "Utröper" und die dortige Voß-Büste oder auch die "Fischfrau" in Stade.

Eines seiner Werke ist übrigens auch das "Deichbauer"-Denkmal am Otterndorfer Deich. Eine der drei Figuren war vor 13 Jahren ebenfalls von Dieben gestohlen worden und blieb verschwunden. Dank einer erhaltenen Gussform konnte das Trio jedoch wieder vervollständigt werden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Egbert Schröder
Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Baustelle

Kreisstraße 5 zwischen Lüdingworth und Wanna wird saniert: Vollsperrung ab Oktober

von Egbert Schröder

Zahlreiche Kreisstraßen im Landkreis Cuxhaven befinden sich nicht in bester Verfassung. Das soll sich ändern: Zwischen Lüdingworth und Wanna wird zum Beispiel ein Teil der Straßenverbindung demnächst saniert.

Neuer Kalender

So arbeiteten die Menschen in Cuxhaven und im Land Hadeln vor 100 Jahren

von Christian Mangels

Zwölf Fotografien, zwölf Einblicke in den Arbeitsalltag vergangener Zeiten: Der neue Kalender des Wilhelm-Heidsiek-Verlags zeigt Menschen aus Cuxhaven und dem Land Hadeln bei Tätigkeiten, die damals viel Kraft, Können und Ausdauer verlangten.

Haftlockerungen vor Suizid

Tod des mutmaßlichen Todesschützen von Stade: Schwere Vorwürfe gegen die Justiz

von Redaktion

Nach dem mutmaßlichen Suizid des Verdächtigen im Fall Stade bleibt für die Hinterbliebenen vieles ungeklärt. Opferanwalt Steffen Hörning erhebt schwere Vorwürfe gegen die Justiz und warnt vor möglichen Versäumnissen.

Höchstmögliche Strafe

Landgericht Stade verhängt die Höchststrafe: Lebenslang für Angeklagten aus Gyhum

Nach einem aufsehenerregenden Prozess hat das Landgericht Stade einen Mann aus Gyhum wegen Mordes in Tateinheit mit Vergewaltigung mit Todesfolge und Brandstiftung verurteilt. Das Gericht stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest.