Rammarbeiten im Hafen in Cuxhaven: Jetzt soll der letzte Pfahl gesetzt werden
Viele Cuxhavener atmen bei dieser Nachricht auf, denn es dürfte ruhiger werden: Im Hafen neigt sich ein ehrgeiziges Bauprojekt dem Ende zu. Bei den Rammarbeiten zu den neuen Liegeplätzen 5 bis 7 soll schon in Kürze der letzte Pfahl gesetzt werden.
Der Hafenbau im Bereich Groden geht in eine neue Phase: Rammarbeiten für eine Befestigung der künftigen Liegeplätze 5 bis 7 sind so gut wie beendet. In einem Folgeschritt soll nun mit der Sandaufspülung begonnen werden. Nach Angaben von Niedersachsen Ports-Niederlassungsleiter Knut Kokkelink wird der erste Hopperbagger schon Mitte kommenden Monats auf der Hafenbaustelle erwartet.
Für Anwohner südlich der B73 dürfte vor allem ins Gewicht fallen, dass "Annegret" ihre Mission erfüllt hat. Seit einem Jahr trieb die Ramme einen Pfahl nach dem anderen in den Grund der Elbe - seit Herbst vergangenen Jahres unterstützt durch ein weiteres Baugerät. Der letzte von 427 Schräg- und ebenso vielen Vertikalpfählen soll nun am Donnerstag (26. Februar 2026) gerammt werden: Das kündigten Kokkelink und seine Stellvertreterin Alexandra Brandt am Montag (23. Februar 2026) in einem Pressegespräch an.

Aufspülarbeiten laufen deutlich ruhiger
Aufspülarbeiten, bei denen der Bereich hinter der neuen Kailinie mit mehr als drei Millionen Kubikmetern Sand aus der Außenweser gefüllt wird, würden "deutlich ruhiger" vonstatten gehen: Das ist die gute Nachricht für Bürgerinnen und Bürger, die vor allem in der Anfangsphase der am 6. Februar 2025 begonnenen Baumaßnahme über die durch die Rammschläge verursachte Lärmbelastung geklagt hatten. "Die Sonntagsarbeit war trotzdem notwendig", rekapitulierten die lokalen NPorts-Spitzen in Bezug auf die Beschwerden: Ohne die als besonders enervierend empfundene Rammerei an den Ruhetagen (ab Anfang November konnte sie ausgesetzt werden) wäre man aktuell nicht ansatzweise so weit. Hatte doch der für Cuxhavener Verhältnisse ungewöhnlich frostreiche Winter den über das Jahr hinweg erarbeiteten Vorsprung zusammenschmelzen lassen. "Die Pontons waren vereist", berichtete Brandt; Grund dafür, dass Schweißarbeiten, bei denen Schräg- und Vertikalpfähle verbunden werden, gegenwärtig noch andauern. Aus Sicht von Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer ist es auch den NPorts-Bemühungen um die oben erwähnte zweite Ramme zu verdanken, dass aktuell die letzten Rammschläge für die 1,25 Kilometer lange neue Kailinie fallen.

Anhand der Pfahlreihe lässt sich bereits auf den Flächenzugewinn schließen, der sich mit der Aufspülung ergibt. Insgesamt entstehen durch den als "Lückenschluss" beschriebenen Liegeplatzbau 38 Hektar Terminalfläche. Im sogenannten "Rainbow-Verfahren" werden die Bagger dazu ein Wasser-/Sandgemisch hinter die neu gesetzte Spundwand sprühen. "Das funktioniert so lange, bis wir die Wasserlinie überschreiten", erläuterte Kokkelink. Die nachfolgenden Sedimentmassen würden per Spülleitung aufgebracht.
Sandmassen drücken das Wasser aus dem Spülfeld
"Wir spülen dabei höher auf als der bisherige Deich", so der NPorts-Niederlassungsleiter. Das Gewicht des Sandes - zwölf Tonnen pro Quadratmeter - diene dazu, das Wasser aus dem Spülfeld zu drücken. Damit sich der Boden besser setzen kann, wird die Hafen-Gesellschaft außerdem Vertikaldrainagen in den Baukörper einziehen. Geschehen soll das nach Abschluss einer ersten Spülphase im Juni dieses Jahres. Anschließend soll noch bis in den Monat Oktober hinein Sediment gepumpt werden.