Der leistungsstarke Schwimmkran hebt die 580 Tonnen schwere Bugsektion der „Verity“ an die Wasseroberfläche. Foto: WSV/brand MARINE CONSULTANTS GmbH
Der leistungsstarke Schwimmkran hebt die 580 Tonnen schwere Bugsektion der „Verity“ an die Wasseroberfläche. Foto: WSV/brand MARINE CONSULTANTS GmbH
Präzision und Planung

Bergung der "Verity" vor Helgoland abgeschlossen - Wie geht es nun weiter?

von Redaktion | 04.09.2024

Die erfolgreiche Bergung des gesunkenen Frachters "Verity" markiert das Ende einer komplexen und herausfordernden Operation in der Nordsee vor Helgoland. Nach intensiver Vorbereitung konnte die 580 Tonnen schwere Bugsektion gehoben werden.

Am Dienstagabend wurde mit dem Heben der 580 Tonnen schweren Bugsektion (Vorschiff) des gesunkenen Frachters "Verity" begonnen. Mit einem sehr leistungsstarken Schwimmkran ist der ca. 50 Meter lange Bug am Mittwochvormittag sicher auf einer Transportbarge abgelegt worden. "Damit ist nun das gesamte Wrack der Verity geborgen", teilte eine Sprecherin der Generaldirektion Wasser und Schifffahrt (GDWS) in Bonn mit.

Umfangreiche Vorbereitungen für die Bergung

Der erfolgreiche Abschluss der Bergung folgt auf umfangreiche Vorbereitungen. Vor dem Heben der Bugsektion wurden detaillierte Berechnungen zum Gewicht und Schwerpunkt der beiden Schiffsteile vorgenommen. Auf Grundlage dieser Berechnungen wurden die Anzahl und Anordnung der Hebeketten festgelegt. Um das Gewicht des Vorschiffs weiter zu reduzieren, wurden zusätzliche Entwässerungsöffnungen in die Seitentanks geschnitten, um die mit Wasser gefüllten Tanks vor dem Heben zu entleeren.

Anerkennung für die geleistete Arbeit

Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, äußerte sich anerkennend zu den abgeschlossenen Arbeiten: "Eine herausragende Bergungsaktion ist heute erfolgreich und sicher beendet worden. Großer Dank an alle Beteiligten für die hochprofessionelle Arbeit unter sehr komplexen Bedingungen. Die größtmögliche Sicherheit hatte jederzeit Priorität - auf dem Wasser und an Land. Es ist gut, dass zwei Seeleute gerettet werden konnten. Unsere Gedanken sind aber auch bei den Familien der Toten und Vermissten."

Die Bergungsarbeiten wurden durch schwierige Bedingungen erschwert, da die Tauchgänge in bis zu 40 Metern Wassertiefe nur bei Stauwasser, also in der Übergangszeit zwischen Ebbe und Flut, durchgeführt werden konnten. Beide Wrackteile werden nun zur fachgerechten Entsorgung in die Niederlande transportiert.

Die ca. 50 Meter lange Bugsektion der "Verity" wird sicher auf einer Transportbarge abgelegt, ein entscheidender Schritt in der Bergungsaktion. Foto: WSV/brand MARINE CONSULTANTS GmbH

Vorangegangene Bergung der Hecksektion

Vor der Bergung des Bugteils war bereits am 1. September das Heck der "Verity" erfolgreich geborgen worden. Die Hecksektion war am 24. Oktober 2023 durch eine Kollision der "Verity" mit dem Frachter "Polesie" gesunken. Der Zusammenstoß ereignete sich etwa 22 Kilometer südwestlich von Helgoland in der Deutschen Bucht. Die "Polesie" konnte nach dem Unfall weiterfahren, während die "Verity" sank.

Zum Zeitpunkt des Unfalls waren sieben Besatzungsmitglieder an Bord der "Verity". Der Kapitän wurde direkt nach dem Unglück tot geborgen, eine weitere Leiche wurde in der am Freitag geborgenen Hecksektion gefunden. Drei weitere Seeleute gelten nach wie vor als vermisst. Zwei Seeleute konnten aus dem Wasser gerettet werden.

Beteiligte Schiffe und Sicherheitsmaßnahmen

Neben dem Schwimmkran waren an der Bergung drei Schlepper, zwei Bargen, das Mehrzweckschiff "Neuwerk", das gecharterte Verkehrssicherungsschiff "Sea Guardian" und der Notschlepper "Nordic" beteiligt. Die Verkehrszentrale in Wilhelmshaven überwachte die Schifffahrt rund um die Uhr, um Gefahren auszuschließen.

Die Kollision der "Verity" mit der "Polesie" ereignete sich in einem stark befahrenen Verkehrsgebiet. Die Marine Accident Investigation Branch (MAIB) aus Großbritannien untersucht gemeinsam mit der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung die Ursachen des Unglücks. Der Ergebnisbericht steht noch aus.

Aufräumarbeiten nach Abschluss der Bergung

Nach Abschluss der Bergungsarbeiten werden nun Aufräumarbeiten im Wrackgebiet durchgeführt, um Lukendeckel und andere Trümmer vom Meeresboden zu entfernen. Die Unfallstelle wird anschließend gründlich untersucht und für die Schifffahrt freigegeben.

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