Taucher bei der Inspektion des gesunkenen Frachters „Verity“ vor Helgoland. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
Taucher bei der Inspektion des gesunkenen Frachters „Verity“ vor Helgoland. Foto: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV)
Nach Schiffsunglück

Während der Bergung vor Helgoland: Toter Seemann an Bord der "Verity" entdeckt

von Redaktion | 02.09.2024

Nach dem schweren Schiffsunglück vor Helgoland in der Nordsee im Oktober wurde nun im Wrack des gesunkenen Frachters "Verity" die Leiche eines Seemanns entdeckt. Was bisher bekannt ist und wie es weitergeht, erfahren Sie hier.

"Nach dem Bergen der Hecksektion hat das Bergeunternehmen eine gezielte Suche nach den vermissten vier Seeleuten durchgeführt. Dabei wurde in einer Kabine ein toter Seemann gefunden", das teilte eine Sprecherin der Generaldirektion Wasser und Schifffahrt (GDWS) in Bonn mit. Die Bundespolizei brachte den Leichnam zur weiteren Untersuchung nach Hamburg. "Die Anwälte der verbliebenen Familien wurden umgehend über den Fund informiert", heißt es weiter in einer Pressemitteilung.

Das Küstenmotorschiff "Verity" kollidierte am 24. Oktober 2023 in der Deutschen Bucht mit dem Frachter "Polesie". Der Zusammenstoß ereignete sich etwa 22 Kilometer südwestlich der Hochseeinsel Helgoland und 31 Kilometer nordöstlich der ostfriesischen Insel Langeoog. Die unter der Flagge der Isle of Man fahrende "Verity", die 91 Meter lang war, sank infolge des Unfalls. Das Schiff befand sich auf einer Fahrt von Bremen nach Immingham in Großbritannien.

Drei Personen noch vermisst

Zum Zeitpunkt des Unfalls waren sieben Besatzungsmitglieder an Bord der "Verity". Drei von ihnen gelten weiterhin als vermisst. Der Kapitän wurde bereits tot geborgen, während zwei Seeleute damals aus dem Wasser gerettet werden konnten. 

Die "Polesie", die 22 Menschen an Bord hatte, blieb nach dem Unfall fahrtüchtig, wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilte. Mit ihrer Länge von 190 Metern war die "Polesie" erheblich größer als die "Verity".

Heck am Freitag geboren

Am Freitag wurde das etwa 600 Tonnen schwere Heck, der hintere Teil des Schiffs, mithilfe eines Schwimmkrans aus rund 40 Metern Wassertiefe geborgen. Daraufhin begann eine gezielte Suche nach den zu diesem Zeitpunkt noch vier vermissten Besatzungsmitgliedern. Für die Bergungsarbeiten war laut GDWS einer der stärksten Schwimmkräne Europas, der Hebo Lift 10, im Einsatz, der bis zu 2.200 Tonnen heben kann.

Die komplexe und aufwendige Bergung des Schiffes erforderte monatelange Vorbereitungen, wie die Behörde mitteilte. Zunächst wurden Gefahrstoffe aus den Tanks des Schiffes abgepumpt. Danach konnten die 187 Stahlbandrollen, die als Ladung des Frachters transportiert wurden, geborgen werden. Das gesamte Wrack stellte aufgrund seiner Lage eine Gefahr für die Schifffahrt dar.

Bug soll am Montag geboren werden

Um das Wrack aus dem Wasser zu heben, wurde es unter Wasser in zwei Teile geschnitten, was neun Stunden dauerte. Zum Heben wurden Hebeketten unter den Wrackteilen befestigt, und Taucher brachten Pumpen ins Wrack, um das Gewicht während des Hebens zu reduzieren.

Der vordere Schiffsteil, der Bug, der etwa 580 Tonnen wiegt, soll am Montag gehoben werden. "Die Wetterbedingungen sind gut, sodass die Arbeiten planmäßig verlaufen", sagte eine Sprecherin der GDWS. Die Suche nach den weiteren Vermissten wird dann fortgesetzt. Rund um den Unglücksort wurde ein Sperrgebiet mit einem Radius von einer Seemeile eingerichtet, das bis zum Ende der Bergungsarbeiten bestehen bleibt. Die beiden Wrackteile sollen nach Abschluss der Bergung in die Niederlande geschleppt und dort fachgerecht entsorgt werden.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Nachrichten-Newsletter

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Die wichtigsten Meldungen aktuell


Bild von Redaktion
Redaktion

Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung
Tel.: 04721 585 360

redaktion@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Die "Rote Lady"

Feuerschiff "Elbe 1" zurück an der Alten Liebe in Cuxhaven - bereit für Saison 2026

von Tim Larschow

Nach Werftarbeiten ist das Feuerschiff "Elbe 1" zurück in Cuxhaven und bereit für die Saison. Ab Ostern wieder geöffnet, stehen 2026 zahlreiche Highlights an - von Rostock bis Holland und zum Hafengeburtstag in Hamburg.

Gut für Fahrgäste

"Flipper" startet in die Cuxhaven-Neuwerk-Saison 2026 - mit einer Neuerung

Die Schiffsverbindung ab Cuxhaven zur Insel Neuwerk startet in die neue Saison. Die "Flipper" der Reederei Cassen Eils fährt ab jetzt täglich zur Insel - mit einer Neuerung, die für Fahrgäste einen Vorteil bringt.

Projekt "Bagger ohne Laderaum"

Behörde tritt auf die Bremse: Erhält Baggerkonzept aus Cuxhaven eine Chance?

von Ulrich Rohde

Das innovative Baggerkonzept aus Cuxhaven, das Kosten senken und die Effizienz steigern könnte, steht vor bürokratischen Hürden. Ingenieur Grzeskowiak hofft auf politischen Rückhalt, um den Bau der vielseitig einsetzbaren Schiffe  voranzutreiben.