Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ „Super Puma“ wurden die Feuerwehrkräfte auf das Schiff gebracht. Foto: Havariekommando
Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ „Super Puma“ wurden die Feuerwehrkräfte auf das Schiff gebracht. Foto: Havariekommando
1294 Fahrzeuge geladen

Brand auf Autotransporter: Spezialisten der Cuxhavener Feuerwehr zum Einsatz geflogen

von Tim Larschow | 27.01.2026

Nach dem Brand auf dem Autotransporter "Thames Highway" vor Borkum übernahm das Havariekommando die Einsatzleitung. Spezialkräfte der Feuerwehr Cuxhaven wurden zur Brandbekämpfung auf See zum Schiff geflogen. Dies ist der aktuelle Stand.

Am späten Montagabend kam es im Maschinenraum des Autotransporters "Thames Highway" unter der Flagge: Bahamas und einer Länge von 149 Meter und einer Breite von 25 Metern, zu einem Brand, kurz nachdem das Schiff den Hafen Emden verlassen hatte. Das Schiff war manövrierunfähig und musste als Sicherheitsmaßnahme außerhalb des Fahrwassers der Emsmündung nordwestlich von Borkum vor Anker gehen. Vor Ort herrschten Wetterverhältnisse mit zwei Meter hohen Wellen und Windstärke vier.

An Bord befinden sich 18 Besatzungsmitglieder und ein Lotse. Es gibt keine Verletzten und keinen Schadstoffaustritt, teilte das Havariekommando (HK) mit Sitz in Cuxhaven mit. Die Besatzung hatte im Maschinenraum direkt nach Ausbruch des Brandes den "Verschlusszustand" hergestellt und den Raum somit luftdicht verschlossen. Dadurch wurde eine weitere Brandausbreitung verhindert.

Einsatzleitung durch das Havariekommando

Das Havariekommando übernahm gegen Mitternacht die Gesamteinsatzleitung und umgehend wurden die Spezialisten, ein sechsköpfiges Team der Feuerwehr Cuxhaven zum Havaristen geschickt. Hierbei handelt es sich um die "Maritime Incident Response Group" (MIRG). Die speziell für die Schiffsbrandbekämpfung auf See ausgebildeten Einsatzkräfte wurden mit einem Bundespolizeihubschrauber zum Schiff geflogen und per Seilwinde auf den Autofrachter abgesetzt. Weitere Einsatzkräfte der Feuerwehren Emden und Wilhelmshaven machten sich auf den Weg.

Mit einem Hubschrauber der Bundespolizei vom Typ "Super Puma" wurden die Feuerwehrkräfte auf das Schiff gebracht. Foto: Havariekommando

Werden auf Nord- und Ostsee Feuerwehrleute zur Brandbekämpfung oder Technischen Hilfeleistung bei einer komplexen Schadenslage benötigt, werden diese durch das Havariekommando koordiniert. Seit 1. Januar 2022 gilt dabei eine neue Generalvereinbarung zwischen diesem und den eingesetzten Wehren.

Diese Vereinbarung basiert auf einem weiterentwickelten Fachkonzept, das Erfahrungen aus früheren Einsätzen berücksichtigt und neue Aufgabenfelder einschließt, zum Beispiel Höhenrettung aus Offshore-Windkraftanlagen. Der Begriff MIRG ist international gebräuchlich und erleichtert die Zusammenarbeit in der Seeschifffahrt.

Es gibt drei Arten von MIRG-Einheiten: Firefighting (FF) fünf Personen zur Brandbekämpfung, Medical Response (MR), sechs Personen zur medizinischen Versorgung (inklusive 2 Ärzten) und die First Response (FR), fünf Personen als schnelle Eingreiftruppe. Entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste stehen 18 MIRG an neun Standorten bereit, darunter Cuxhaven mit einer First-Response- und einer Firefighting-Einheit.

Feuer im Maschinenraum konnte gelöscht werden

Die "Thames Highway" war auf dem Weg von Emden nach Grimsby in Großbritannien und ist mit 1294 Fahrzeugen beladen, darunter 477 Elektroautos.

Der Seenotrettungskreuzer "Hamburg" (Station Borkum) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) war seit Montagabend in unmittelbarer Nähe des Havaristen, um bei Bedarf medizinische Unterstützung zu leisten. Außerdem wurden weitere Hubschrauber, Einsatzkräfte und Schiffe alarmiert, darunter der Notschlepper "Nordic" sowie das Mehrzweckschiff des Bundes "Mellum".

Die Feuerwehrteams aus Cuxhaven und Wilhelmshaven blieben zunächst zur Brandwache an Bord und wurden am Dienstagmittag per Helikopter zurück an Land gebracht.

Da sich das Schiff aufgrund von Maschinenschäden nicht mehr eigenständig fortbewegen kann, wird das Schiff von privaten Bergungsunternehmen nach Emden geschleppt. Insgesamt waren 63 Einsatzkräfte, vier Schiffe und zwei Hubschrauber an dem Einsatz beteiligt.

Im Einsatz für einen Maschinenbrand an Bord des Autotransporters "Thames Highway": Der Seenotrettungskreuzer "Hamburg" der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Foto: DGzRS

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tlarschow@no-spamcuxonline.de

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