Der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß, mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Foto: BMWE/Czybik
Der Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß, mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Foto: BMWE/Czybik
Interview

Dr. Christoph Ploß: Cuxport durch Investitionen in Schienengüterverkehr stärken

von Ulrich Rohde | 01.12.2025

Dr. Christoph Ploß setzt auf zukunftsweisende Investitionen in Schiene und Straße und verspricht sich davon eine Stärkung der Häfen. Die Elektrifizierung von Bahnstrecken und der Weiterbau der A20 stehen im Fokus der Strategie für die Infrastruktur.

Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus, Dr. Christoph Ploß (CDU), ist optimistisch, dass noch in dieser Legislaturperiode entscheidende Weichenstellungen für die Infrastruktur von Straße und Schiene in der Elbe-Weser-Region getroffen werden. Im Interview mit Tim Larschow und Ulrich Rohde äußert er sich unter anderem zum Weiterbau der A20 sowie zur Elektrifizierung der Bahnstrecken in der Region. Die Fortsetzung des Interviews lesen Sie in unserer Wochenendausgabe am 6. Dezember.

Herr Dr. Ploß, Sie sind jetzt ein paar Monate im Amt. Wie ist ihr persönliches Resümee der ersten Zeit?

Wir haben in den ersten Monaten viele Themen für die maritime Wirtschaft und die Tourismusbranche erfolgreich angepackt. Drei Beispiele: Wir setzen die nationale Hafenstrategie zügig um. 400 Millionen Euro zusätzlich sollen in den kommenden vier Jahren in die klimafreundliche Schifffahrt und die Häfen fließen. Das bedeutet rund 100 Millionen Euro Bundesmittel pro Jahr, beispielsweise für den Aufbau von Landstrom- und Bunkeranlagen in den Häfen. Von über 1,3 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen in die Häfen in Bremerhaven wird die Nordseeregion enorm profitieren. Darüber hinaus werden wir so viel in die Schiene stecken wie noch nie zuvor in der Geschichte Deutschlands - allein bis 2029 werden es 107 Milliarden Euro sein.

Was bedeutet die Schiene für die Häfen?

Ein funktionierendes, gut ausgestattetes Schienennetz ist nicht nur wichtig, damit die Bahn wieder pünktlicher fährt, sondern es ist gerade auch für die maritime Wirtschaft von enormer Bedeutung. Die Hinterlandanbindungen an die norddeutschen Häfen sind unsere große Stärke im Vergleich zu anderen europäischen Häfen - diese Stärke werden wir ausbauen.

Was kann der Bund für die Hafenhinterlandanbindungen zur Lenkung der Warenströme tun?

Bahnstrecken wie Cuxhaven-Stade oder Cuxhaven-Bremerhaven müssen mit höchster Priorität elektrifiziert werden. Um die Finanzierung sicherzustellen, sehe ich verschiedene Möglichkeiten: über den Klima- und Transformationsfonds (KTF), das Sondervermögen Infrastruktur oder das Bahn-Elektrifizierungsprogramm des Bundes.

Da geht es vor allem um den Güterverkehr.

Die Investitionen in den Schienengüterverkehr im Elbe-Weser-Dreieck werden wir auch deswegen vorantreiben, weil sie den Cuxport und andere Häfen stärken.

Wie sieht es mit den Anbindungen auf der Straße aus?

Auch hier gibt es gute Nachrichten für Niedersachsen: Der Weiterbau der A20 wird kommen. Im Jahr 2026 werden die Bagger rollen. Wir werden in dem Abschnitt zwischen der A28 bei Westerstede im Landkreis Ammerland und der A29 bei Jaderberg im Landkreis Wesermarsch beginnen. Für die Bundesregierung gilt der Grundsatz: Was baureif ist, wird gebaut.

Was bedeutet das für die Elbe-Weser-Region?

Als Maritimer Koordinator engagiere ich mich mit Nachdruck für diese Infrastrukturprojekte, da sie für die Mobilität der Bürger und die Unternehmen in der Elbe-Weser-Region enorm wichtig sind. Neben der Vertiefung der Außenweser steht der Weiterbau der A20 auf unserer Prioritätenliste ganz oben.

Das ist auch dem Einsatz des langjährigen Verkehrsstaatssekretärs und Bundestagsabgeordneten Enak Ferlemann sowie dessen Nachfolger im Wahlkreis Cuxhaven-Stade II, Christoph Frauenpreiß, zu verdanken. Grundsätzlich hat die Bundesregierung einen Paradigmenwechsel in der Verkehrspolitik eingeleitet: Wir investieren deutlich mehr in die Autobahnen und werden auch neue Autobahnprojekte realisieren, die Norddeutschland dringend benötigt. Neben der A20 zählt dazu auch die A26-Ost, für die es hoffentlich spätestens Ende 2026 Baurecht gibt.

 

Zur Person

Dr. Christoph Ploß (Jahrgang 1985) wuchs in Hamburg auf. Er trat 2005 in die CDU ein und war zeitweilig Vorsitzender der CDU Hamburg. Erstmals zog er 2017 als direkt gewählter Abgeordneter in den Bundestag ein. 2021 erhielt er das Mandat über die Landesliste. Bei der diesjährigen Bundestagswahl gewann er seinen Wahlkreis erneut direkt. Im Mai wurde Ploß zum Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft und Tourismus ernannt.

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Ulrich Rohde

Redaktionsleiter
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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