Am Vormittag bekommt das etwa 18 Meter lange Schiff Schlagseite. Dann kentert es. Foto: Bundespolizei
Am Vormittag bekommt das etwa 18 Meter lange Schiff Schlagseite. Dann kentert es. Foto: Bundespolizei
Fischkutter "Wotan" vor Büsum

Havarie in der Nordsee: Kutter brennt und kentert dann - Cuxhavener Retter im Einsatz

von Redaktion | 18.08.2023

Ein Fischkutter ist am Freitagmorgen in der Nordsee in Flammen aufgegangen. Bei den Löscharbeiten kenterte das Schiff plötzlich. Einige Rettungskräfte aus Cuxhaven sind im Einsatz.

Der Fischkutter "Wotan" ist am Freitagmorgen in der Nordsee gekentert. Zuvor war das Schiff gegen 4.20 Uhr rund 13 Kilometer westlich von Büsum in Brand geraten.

Gegen 10 Uhr bemerkten die Einsatzkräfte dann, dass das etwa 18 Meter lange Schiff Schlagseite bekam. "Innerhalb von Minuten wurde es instabil und kenterte über die Steuerbordseite", erklärt Stefan Remmers, Pressesprecher des Cuxhavener Havariekommandos, das die Einsatzleitung übernahm. Für den Fall, dass der Treibstoff des Fischkutters ins Wasser gelangt, werden Maßnahmen koordiniert. An Bord sind den Angaben zufolge 2.800 Liter Marinediesel. Dazu kommen etwa 200 Liter Hydrauliköl.

Fischer werden im Schlaf vom Feuer überrascht

Die Besatzung der "Wotan" hatte zum Zeitpunkt des Brandausbruchs aus zwei Personen bestanden, die sich in eine Rettungsinsel retteten. Der Seenotrettungskreuzer "Theodor Storm" (Station Büsum) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nahm die beiden Personen auf und brachte sie nach Büsum, wo sie der Rettungsdienst versorgte und ins Krankenhaus brachte. Nach Angaben der DGzRS waren die beiden Fischer im Schlaf vom Feuer überrascht worden.

Achterdeck der "Wotan" steht bereits in Flammen

Zu diesem Zeitpunkt stand bereits das Achterdeck des Fischkutters in Brand, heißt es. Es sei den Fischer gerade noch gelungen, die Rettungsinsel auszulösen und den Kutter zu verlassen. Über ein Handfunkgerät sendeten sie einen Notruf aus.

Als die Seenotretter gegen 4.45 Uhr Sichtkontakt zum brennenden Kutter hatten, zündeten die Fischer eine Handfackel, sodass die Besatzung auf der "Theodor Storm" die Position der Rettungsinsel in der Dunkelheit sofort erkannte.

13 Kilometer westlich von Büsum gerät das Schiff gegen 4.20 Uhr in Brand. Foto: Die Seenotretter - DGzRS

Ursprünglich war geplant, den Fischkutter nach dem Feuer in den Hafen von Büsum zu schleppen. Ein Team der Feuerwehr Cuxhaven hatte am Vormittag an Bord gehen können und den Brand bekämpft. Die Einsatzkräfte mussten den Kutter dann laut Pressesprecher Remmers allerdings verlassen.

Sensorflugzeug überfliegt die Nordsee

Im Einsatz sind weiterhin das Mehrzweckschiff "Mellum" der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie die "Neustadt" der Bundespolizei. Die "Trischen", ein Schiff des Landes Schleswig-Holstein mit Material zur Schadstoffunfallbekämpfung an Bord, ist auf dem Weg zur Einsatzstelle. Das Sensorflugzeug DO 228 überfliegt regelmäßig die Einsatzstelle, um frühzeitig festzustellen zu können, ob Schadstoffe ausgetreten sind.

Warum das Schiff in Brand geraten ist, ist noch nicht bekannt. Das Wetter war laut DGzRS zum Zeitpunkt des Unglücks ruhig bei Wind aus Nordost mit drei Beaufort (bis zu 19 km/h). (Stand: 13 Uhr)

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