Seemannsdiakon Martin Struwe (m.) bekam am Montag das Bundesverdienstkreuz von Oberbürgermeister Uwe Santjer überreicht. Foto: Fischer
Seemannsdiakon Martin Struwe (m.) bekam am Montag das Bundesverdienstkreuz von Oberbürgermeister Uwe Santjer überreicht. Foto: Fischer
Bundesverdienstkreuz

Darum wurde dem Cuxhavener Martin Struwe das Bundesverdienstkreuz verliehen

von Tim Larschow | 04.10.2023

Martin Struwe hat immer ein offenes Ohr für Seeleute aus aller Welt. Hilfsbereit und empathisch lebt er seine Arbeit in der Seemannsmission. Wenn der Cuxhavener mit seinem Team an Bord kommt, gibt es auch in tristen Zeiten einen Grund zum Lachen.

Unter anderem dafür wurde der 52-Jährige jetzt mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Dieser wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen. Umso mehr ehrt es Struwe, dass sein erster Gedanke war, dass es andere viel mehr verdient hätten.

Martin Struwe selbst steht nicht gerne im Rampenlicht. Er stellt immer die Seemannsmission und sein Team in den Vordergrund: "Aber Du hast diese Ehrung verdient. Wir sind stolz, dass mit Dir ein Bürger unserer Stadt die höchste Auszeichnung unseres Landes erhält. Heute stehst Du einmal im Mittelpunkt", sagte Oberbürgermeister Uwe Santjer, der die Auszeichnung überreichen durfte, zu Beginn der Verleihung.

Der Kreuzfahrtriese "Mein Schiff 3", während der Pandemie im Mai 2020 in Cuxhaven. Für die Besatzungsmitglieder an Bord wurde das Schiff zum "goldenen Käfig". Foto: Reese-Winne

"Mein Schiff 3"-Zwangsstopp am Steubenhöft

Besonders hervorgehoben wurde Struwes Einsatz im psychosozialen Notfallteam auf dem Kreuzfahrtriesen "Mein Schiff 3", der während der Pandemie im Mai 2020 in Cuxhaven festmachen musste und für die Besatzungsmitglieder an Bord zum "goldenen Käfig" wurde. Ungewissheit, Angst um die wirtschaftliche Zukunft, Enge, Heimweh und instabiles Internet quälten die Menschen aus 70 Nationen an Bord. "Das war damals eine sehr bizarre und menschenunwürdige Situation", erinnert sich Santjer.

Martin Struwe und sein Team waren damals schon vor der Ankunft zur Stelle, um einen Bordbesuch zu arrangieren und Unterstützung anzubieten. "Martin Struwe hat sofort die Fäden in die Hand genommen. Im Rahmen der psychosozialen Notfallversorgung war er mit zwei weiteren Beratern und später zusätzlich mit drei Mitarbeitern der heimischen Seemannsmission täglich an Bord. Aber nicht nur, um die Schiffsführung zu unterstützen, sondern auch um mit viel Einfühlungsvermögen auf die Besatzungsmitglieder einzugehen. Du warst der Kapitän einer Mannschaft, der heute auch ein Stück weit stellvertretend für seine Mannschaft den Bundesverdienstorden erhält", so Santjer.

"Mit dieser Auszeichnung werden viele Menschen gewürdigt"

"Es ist eine Ehre und Freude für mich, eine so hohe Auszeichnung zu erhalten. Aber ich sehe mit dieser Auszeichnung sehr viele Menschen gewürdigt, denn ich allein könnte in dieser Arbeit nicht viel bewegen", sagte Struwe und dankte dem großen lokalen und globalen Netzwerk der Mission sowie seiner Familie, die die Arbeit im Grünen Weg erst möglich machten.

Sei es als Weihnachtsmann verkleidet am Heiligen Abend mit Geschenken im Gepäck, mit besonderen Aktionen zum "Tag der Seefahrer" oder einfach als Zuhörer in schwierigen Zeiten bei den täglichen Bordbesuchen: Gemeinsam mit seinem Team wird Martin Struwe auch in den kommenden Jahren als Fürsprecher der Seeleute unterwegs sein und auf die oft schwierigen Arbeitsbedingungen aufmerksam machen. "Wir setzen uns für die Würde der Seeleute ein. Dieses Engagement ist unser Auftrag. Eigenverantwortung und Kooperationsbereitschaft, getragen von einem gemeinsamen diakonischen Geist, sind die Grundpfeiler unserer Arbeit", bekräftigt Martin Struwe.

Jedes Jahr besucht Diakon Martin Struwe als Weihnachtsmann verkleidet die Schiffe im Cuxhavener Hafen. Foto: Fischer

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