Noch in diesem Jahr soll die neue Logistikfläche nutzungsbereit sein. Damit das gelingt, setzt die Firma Bodo Freimuth unter anderem ihre beiden "Scraper" ein. Foto: Fischer
Noch in diesem Jahr soll die neue Logistikfläche nutzungsbereit sein. Damit das gelingt, setzt die Firma Bodo Freimuth unter anderem ihre beiden "Scraper" ein. Foto: Fischer
Der "Scraper"

Neue Logistikfläche im Hafen von Cuxhaven: Schweres Gerät auf Großbaustelle

von Tim Larschow | 17.05.2023

Neben Dumpern, Baggern und Planierraupen stechen zwei Maschinen auf der Großbaustelle in Cuxhaven besonders hervor. Sie sind Kraftprotze und Multitalente.

Diese Großbaustelle im Cuxhavener Hafen ist nicht zu übersehen. Auf dem 16 Hektar großen Areal der ehemaligen Müllersiedlung entsteht eine neue Logistikfläche für den Terminalbetreiber Cuxport - hier sollen zukünftig Autos stehen. Doch um ein Projekt dieser Großenordnung umzusetzen braucht es vor allem große Baumaschinen. Die Firma Bodo Freimuth aus Bülkau wurde mit den Arbeiten beauftragt und setzt schweres Gerät ein, um noch in diesem Jahr fertig zu werden. Besonders auffällig sind zwei große gelbe "Scraper".

Scraper, auch Schürfzüge genannt, waren in den 50er- bis in die 70er-Jahren auf deutschen Baustellen weit verbreitet. Die zahlreichen Vorteile dieser Maschine seien inzwischen aber in Vergessenheit geraten. Besonders bei flächigen oder lang gestreckten Erdbauarbeiten wie beim Industrie-, Hafen-, Trassen- und Straßenbau glänzt der "Scraper" durch seine große Förderleistung, berichtet Vorarbeiter Gevin Hinck auf der Baustelle von Bodo Freimuth im Hafen.

Ein Eigengewicht von 40 Tonnen

Beim Vorwärtsfahren wird mittels der Schneide des Schürfkübels der Sand gelöst und in den Kübel hineingeschoben. Nach der Füllung wird der Kübel angehoben und mittels einer ebenfalls hydraulisch bewegten Vorderwand (Kübeltor) geschlossen. Im Anschluss fährt die Maschine zur Entladestelle, das Kübeltor wird geöffnet und das Erdmaterial wird während der langsamen Weiterfahrt wieder ausgestoßen und dabei flächig verteilt.

Ein echtes Multitalent

Der große Vorteil: Der "Scraper" kann Material lösen, laden, transportieren und den Sand in ebenen Schichten wieder abladen und gleichzeitig verdichten. "Durch den Einsatz der 'Scraper' kann die Arbeit, die sonst von drei Maschinen erledigt wird, von einer einzigen erledigt werden", erklärt Vorarbeiter Hinck und ergänzt: "Der 'Scraper' kann es schaffen, sich innerhalb von fünf Minuten selbst zu befüllen und zu entladen. "So können pro Stunde bis zu 250 Tonnen Material bewegt werden." Der Sand, der aktuell auf dem Gelände verteilt wird, stammt vom Bau des "Liegeplatz Vier" im Cuxhavener Hafen.

Rund 60.000 Tonnen Schotter

Insgesamt sind zwei Scraper, zwei Planierraupen, drei Bagger, zwei Dumper und eine Walze im Einsatz, um die  Fläche zu bearbeiten. Wenn die Erdarbeiten abgeschlossen sind, wird mit Steinen die sogenannte Tragschicht aufgetragen, auf die am Ende die Betonschicht kommt. Die rund 60.000 Tonnen Schotter, die dafür benötigt werden, kommen mit dem Schiff aus Norwegen. Wenn die Arbeiten Ende des Jahres abgeschlossen sind, sollen hier vorrangig Autos stehen, um die piernahen Flächen im Hafen zu entlasten.

Der "Scraper" 623K Caterpillar

In der Regel werden in Europa für Erdarbeiten Bagger und Dumper eingesetzt. In den USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien und bei Bodo Freimuth, gehören "Scraper" hingegen weiterhin zur gängigen Ausstattung bei großen Tiefbauprojekten. 

Eigengewicht: 40 Tonnen

Muldeninhalt: 17.6 Kubikmeter

Zulässiges Gesamtgewicht: 65 Tonnen

Länge: 14 Meter

Fahrgeschwindigkeit: 50 Kilometer pro Stunde

Motorhersteller: Caterpillar

Im Cuxhavener Hafen entsteht eine neue Logistikfläche. Für die Umsetzung muss viel Sand bewegt werden - für den "Scraper" kein Problem. Foto: Fischer

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