Die Tunnelbohrmaschine „Elsa“ hat laut Tennet bereits mehr als die Hälfte der 5,2 Kilometer langen Strecke gemeistert. Foto: Tennet
Die Tunnelbohrmaschine „Elsa“ hat laut Tennet bereits mehr als die Hälfte der 5,2 Kilometer langen Strecke gemeistert. Foto: Tennet
Bohrmaschine hat Hälfte geschafft

Energieleitung Suedlink: Arbeiten am Tunnel unter der Elbe machen große Fortschritte

von Redaktion | 09.12.2025

Die Arbeiten am Suedlink-Tunnel unter der Elbe machen deutliche Fortschritte: Wie Tennet berichtet, hat die Bohrmaschine "Elsa" bereits mehr als die Hälfte der 5,2 Kilometer langen Strecke geschafft.

Beim Bau des ElbX-Tunnels unter der Elbe ist ein zentraler Meilenstein erreicht: Wie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet mitteilt, hat die Tunnelbohrmaschine "Elsa" mehr als die Hälfte der insgesamt 5,2 Kilometer langen Strecke geschafft. Seit dem Start im Januar 2025 legte sie demnach bereits rund 2,8 Kilometer zurück und hat auch den tiefsten Punkt unter dem Fluss durchfahren.

Anlässlich des Barbara-Tages - die heilige Barbara gilt als Schutzpatronin der Bergleute - besuchte die Tunnelpatin Jette Waldinger-Thiering, Vizepräsidentin des schleswig-holsteinischen Landtags, die Baustelle. Laut Tennet zeigte sie sich "sichtlich beeindruckt" vom Fortschritt des technisch anspruchsvollen Abschnitts der Erdkabeltrasse Suedlink.

Anspruchsvolle Geologie und hohe Sicherheitsanforderungen

Der Tunnel unter der Elbe gilt als eines der komplexesten Bauwerke des Großprojekts. Die Bohrmaschine arbeitet sich nach Angaben von Tennet derzeit durch den sogenannten Lauenburger Ton - ein schwieriges Material, das bei Wasserkontakt quillt und als wenig stabil gilt. Dank genauer Vorerkundungen habe die Maschine diesen Abschnitt sicher bewältigt, so Tennet.

Parallel dazu laufen Druckluftarbeiten mit bis zu 4,8 bar, insbesondere unter der Schifffahrtsrinne. Um die Sicherheit zu gewährleisten, halten Tennet und der Baupartner Porr nach eigenen Angaben rund um die Uhr eine eigene Feuerwehr mit Rettungssanitätern bereit. Regelmäßige Übungen sollen schnelle Hilfe im Ernstfall sichern.

Arbeiten an beiden Elbufern im Plan

Nicht nur im Tunnel selbst, sondern auch an den Schächten beiderseits der Elbe geht es voran. Die Schächte dienen dem Zugang zum Tunnel sowie der technischen Überwachung.

Im Startschacht in Wewelsfleth seien bereits drei von fünf Untergeschossen des 23 Meter tiefen Bauwerks fertiggestellt, teilt Tennet mit. Auf niedersächsischer Seite in Wischhafen ist die 21 Meter tiefe Zielgrube laut Unternehmen vollständig ausgehoben. Der Ingenieurbau arbeitet dort an der Bodenplatte. Die Spezialtiefbauarbeiten wurden bereits im Herbst abgeschlossen.

Bedeutung für die Energiewende

Suedlink soll künftig Windstrom aus Norddeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. Nach Angaben der Projektpartner gilt die 700 Kilometer lange Gleichstromverbindung als eines der größten Infrastrukturvorhaben der Energiewende. Sie soll das Netz stabilisieren, Kosten senken und die industrielle Stärke Deutschlands sichern.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Redaktion
Redaktion

Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung
Tel.: 04721 585 360

redaktion@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Fischereipolitik der EU

"Fisch-Gipfel" in Cuxhaven: Für die deutsche Fischerei wird der Spielraum immer enger

von Tim Larschow

Fangquoten, neue Vorschriften und zunehmende Bürokratie machen es Unternehmen zunehmend schwer im Wettbewerb mit Fischereierzeugnissen aus Drittstaaten mitzuhalten. Was das für den Fischereistandort Cuxhaven bedeutet, war Thema beim "Fisch-Gipfel".

Investitionen in die Zukunft

Siemens Gamesa investiert weiter in Cuxhaven - doch ab 2028 wächst die "Besorgnis"

von Tim Larschow

Siemens Gamesa investiert trotz unsicherer Zukunft weiter in Cuxhaven. Die geplanten Projekte zielen auf die Optimierung der Logistik und die Sicherung der Beschäftigung, doch ab 2028 drohen Unsicherheiten im Offshore-Markt.

Hoffnung auf Investor

Geti Wilba streicht 100 Stellen: So geht es in Cuxhaven und Bremervörde weiter

von Christian Mangels

Bei Geti Wilba verschärft sich die Lage: Rund 100 Beschäftigte haben ihren Arbeitsplatz verloren. Geschäftsführer Michael Hermanns bestätigt die Entlassungen. Doch es gibt Hoffnung - auch wenn die Verlagerung nach Cuxhaven vorerst gestoppt ist.