Im Restaurant des Lamstedter Unternehmens "Wohn-Erlebnis Steffens" fand erneut der Neujahrsempfang der Samtgemeinde Börde Lamstedt und des Gewerbevereins „Börde Lamstedt hat’s“ statt, bei dem es neben den Ansprachen natürlich auch primär um den persönlichen Dialog ging. Foto: Schröder
Im Restaurant des Lamstedter Unternehmens "Wohn-Erlebnis Steffens" fand erneut der Neujahrsempfang der Samtgemeinde Börde Lamstedt und des Gewerbevereins „Börde Lamstedt hat’s“ statt, bei dem es neben den Ansprachen natürlich auch primär um den persönlichen Dialog ging. Foto: Schröder
Neujahrsempfang in der Börde

Lamstedt als "gallisches Dorf": Entsteht jetzt ein "grüner Gewerbepark"?

von Egbert Schröder | 12.01.2026

Kleine Kommune - große Pläne: In Lamstedt steht die Erschließung neuer Gewerbeflächen auf einer Fläche von 15 Hektar bevor. Gibt es sogar einen innovativen Ansatz?

Landrat Thorsten Krüger brachte am Sonntag (11. Januar 2026) die Idee von einem "Grünen Gewerbepark Börde Lamstedt" ins Spiel - und zwar beim Neujahrsempfang der Samtgemeinde Börde Lamstedt und des Gewerbevereins "Börde Lamstedt hat's".

David McAllister (CDU) ist Mitglied des Europaparlamentes und er kennt die Börde gut: "Ihr seid als ein gallisches Dorf bekannt", sagte er bei dem Empfang. Und das war als Lob formuliert, denn in der Börde gleicht man zum Beispiel die sinkende Einwohnerzahl - sie ist inzwischen unter die 6000-Einwohner-Marke gerutscht - durch ein großes Selbstbewusstsein aus. 

Motor in der Börde ist natürlich Lamstedt. Dort gibt es nicht nur eine Vielzahl von Unternehmern, die vom Gewerbeverein unter der Führung von Torsten Wienberg gemeinschaftlich organisiert sind, sondern auch ehrgeizige Projekte der Kommune. So erläuterte Börde-Verwaltungschef Frank Springer, dass in Lamstedt die Ansiedlungs- oder Expansionswilligkeit von Unternehmen zwar bestehe, aber die Fläche fehle. Mittlerweile seien im Gewerbegebiet nicht mehr genug Areale vorhanden. Daher sei er froh, dass perspektivisch das Gewerbegebiet um 15 Hektar wachse. Entsprechende planerische Vorbereitungen seien frühzeitig erfolgt. "Von der ersten Planung bis zur Ausweisung eines solchen Gewerbegebietes dauert es schließlich durchaus einmal 15 Jahre", meinte Springer.

Gute Laune zum Start ins neue Jahr: Landrat Thorsten Krüger, Börde-Samtgemeindebürgermeister Frank Springer, David McAllister (Mitglied des des Europäischen Parlamentes und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses) sowie Torsten Wienberg vom Gewerbeverein "Börde Lamstedt hat's" (v.l.) zeigten Probleme und auch Perspektiven für 2026 auf. Foto: Schröder

Kurzfristig plagt Unternehmen in Lamstedt allerdings ein anderes Problem. So steht - wie berichtet - der Neubau der Ortsdurchfahrt unmittelbar bevor. Torsten Wienberg (Vorsitzender des Gewerbevereins "Börde Lamstedt hat's") sieht in dieser Maßnahme Chance und Risiko zugleich. Natürlich sei es notwendig, für "intakte Verkehrswege" zu sorgen.

Aber gleichzeitig warnte er davor, die Baumaßnahme in die Länge zu ziehen, die möglicherweise zu einem "Super-GAU" für einzelne Betriebe führen könne. Wienberg: "Wir wünschen uns eine kurze Bauphase ohne unnötigen Stillstand. Eine lange Bauphase kann in der wirtschaftlich angespannten Situation existenzbedrohend wirken." Die Gewerbetreibenden im Lamstedter Zentrum hätten mittlerweile bereits eine "große Baustellenerfahrung" sammeln können. Wienberg: "Für Anwohner ist die Baumaßnahme lästig, für betroffene Unternehmen ist diese Baustelle eine wirtschaftliche Herkulesaufgabe mit unabsehbaren Folgen." Er sprach bei Maßnahmen in der Vergangenheit von einem zum Teil 75-prozentigen Umsatzeinbruch.

Landrat Thorsten Krüger warb beim Neujahrsempfang dafür, bei der Erschließung des neuen Gewerbeparks auch das Thema der Energieversorgung in den Fokus zu nehmen. Es werde an der Küste mehr regenerative Energie erzeugt, als man sie vor Ort verwerte. Das müsse sich ändern - vielleicht auch durch einen "grünen Gewerbepark"?

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Egbert Schröder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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