Chef der Cuxhavener PNE-AG: Warum das Unternehmen seine Strategien überprüft
Heiko Wuttke ist Vorstandsvorsitzender der PNE AG mit Sitz in Cuxhaven. Er spricht im Interview über den Anpassungsdruck in der Energiewirtschaft und darüber, warum das Unternehmen seine Marktstrategien auf den Prüfstand stellt.
Heiko Wuttke, Vorstandsvorsitzender der PNE AG, spricht über die Herausforderungen der Energiewirtschaft und die Notwendigkeit, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren, während politische Rahmenbedingungen die Branche beeinflussen.
Herr Wuttke, Sie sind seit rund einem Jahr Vorstandsvorsitzender der PNE AG. Wie würden Sie die letzten zwölf Monate für sich persönlich charakterisieren?
Ich bin der Überzeugung, den richtigen Schritt gemacht zu haben. Das Unternehmen ist unglaublich spannend, sehr vielfältig und auch in etwa das, was ich erwartet habe.
Sowohl am Standort Cuxhaven als auch am Standort Husum trifft man auf Mitarbeitende, die schon sehr lange im Unternehmen sind und engagiert ihren Job aus dem "Effeff" beherrschen. Das Unternehmen lebt von seinen Mitarbeitenden. In den letzten zwölf Monaten sind wir als gesamte Branche auf einige Herausforderungen getroffen. Das ist weniger überraschend, aber die Frage ist, wie man damit umgeht. Im größeren Kontext spricht man da von Transformation, ob sie nun digital ist oder einfach hinsichtlich der strategischen Ausrichtung.
Also gibt es einen gewissen Anpassungsdruck?
Den gibt es sicherlich. Wir sind im Bereich der Energiewirtschaft, und die ist in der Regel politisch und daher mit Unsicherheiten verbunden.

Was hat Sie überhaupt daran gereizt, die Führung bei PNE zu übernehmen?
Ich komme aus dem Projektgeschäft. Ich habe zwar nicht direkt eigene Projekte entwickelt, aber als Vertriebsmann bei Windkraftanlagenherstellern an Projektentwickler Windkraftanlagen verkauft. Der Vertriebserfolg hängt unmittelbar mit dem Projekterfolg zusammen. Wenn ein Projektentwickler kein Projekt ordentlich entwickeln kann, kann ich keine Anlagen verkaufen. Im Projektgeschäft steht man mitten im Zentrum dessen, was eigentlich die Energiewende, das Treiben der Energiewirtschaft, betrifft. Danach war ich für knapp drei Jahre bei einem Consultingunternehmen. Wir haben technisches Consulting gemacht, Transaktionen von ganzen Pipelines und teilweise auch Unternehmen begleitet. Aber da steht man an der Seitenlinie. Man ist nicht mitten im Geschehen. Als Consultant ist man nie verantwortlich. Man gibt nur den Rat und andere müssen die Verantwortung tragen. Ich muss ganz klar sagen, ich habe mich darauf gefreut, wieder Verantwortung zu übernehmen. Mitten im Feuer zu sein, im Herz, da, wo es sich bewegt. Das habe ich vermisst. Als ich die Chance hatte, die Führung bei PNE zu übernehmen, habe ich gesagt, das ist genau das, was ich mir vorstelle.
Sind Ihre Erwartungen an das Unternehmen eingetroffen? Und wenn ja, in welcher Hinsicht?
Die Erwartungen sind eingetroffen. Ich habe vieles von dem, was ich heute mache, auch schon vorher in ähnlichen Positionen als Vorstand verantwortet. Was neu war, ist der Kapitalmarkt. Da hatte ich weniger Kenntnis. Aber der Umgang mit dem Kapitalmarkt bedeutet natürlich, dass wir unsere Geschichte erzählen, sie transparent machen und Zuversicht ins Unternehmen vermitteln. Ich glaube, da ist meine Vertriebsvergangenheit gar nicht so schädlich. Ich bin ein Netzwerker, ein Kommunikator.
PNE hat sich in den letzten Jahren vom reinen Projektierer für Windenergie weiterentwickelt. Heute betreiben Sie Windparks, bieten Servicedienstleistungen und haben das Portfolio in Richtung Photovoltaik, Batteriespeicher und Wasserstoff erweitert. An welchem Punkt der Transformation ist das Unternehmen angekommen und wo soll die Reise hingehen? Wo sehen Sie noch Potenziale?
Das Unternehmen ist breit aufgestellt. Ich will das mal unterteilen in die Märkte, die Technologie und die Organisation. Das Wesen der Projektentwicklung ist, dass man ungewiss, aber mit einer gehörigen Portion Optimismus startet. Das gilt für Deutschland, aber auch in anderen Märkten, in denen man Potenzial sieht. Klar ist, es wird nicht überall etwas gelingen. Das ist ganz normal. Auch die 100 Prozent unserer Projekte in der Entwicklungspipeline werden nicht zu 100 Prozent realisiert. Bestimmte Voraussetzungen verändern sich immer mal wieder. Insbesondere im letzten Jahr, aber auch schon davor, haben wir erkannt, dass wir uns aus einigen Märkten verabschieden müssen. Das haben wir in 2024 mit den USA und im Vereinigten Königreich begonnen und mit Schweden und Panama im letzten Jahr fortgesetzt. Und da stehen noch ein, zwei andere Länder auf der Liste. Warum? Weil sich die Erwartungen nicht erfüllt haben. Das nächste Thema ist die Technologie. Sie haben eben schon eine Bandbreite genannt. Wasserstoff war bei PNE in der Vergangenheit ein Fokus. Am Ende steht da aber immer ein Preisschild. Klar ist, dass Onshore-Windenergie die günstigste Möglichkeit ist, um Strom zu verkaufen. Photovoltaik folgt dem nach. Wasserstoff hat zwar in den Jahren davor einen Hype erfahren. Aber das tatsächlich wirtschaftlich abzuliefern, insbesondere mit grünem Wasserstoff, ist zumindest in Deutschland in der Form nicht machbar. Von daher haben wir ganz klar gesagt, technologisch fahren wir unser Engagement zurück. Es ist wichtig, dass man schaut, wo kann ich den Euro, den ich gerade in die Entwicklung stecke, wieder verdienen.
Für uns steht sowohl bei den Märkten als auch bei der Technologie über allem das Stichwort Fokus. Wir können nicht mehr alles gleichzeitig nach vorne treiben. In Zeiten, in denen der Geldbeutel ein bisschen schmaler wird, muss ich schauen, was ich mir noch leisten kann. Die Margen werden knapper. Deshalb fokussieren wir uns. Und - das ist der dritte Punkt - wir wollen uns ein Stück weit effizienter organisieren. Wenn am Ende weniger übrig bleibt, muss ich schauen, dass ich nur noch das mache, was auch einen Wertbeitrag liefert, und dass ich es auch etwas anders mache. Wir sind zusätzlich dabei, verschiedene Bereiche digital zu verknüpfen und eine digitale Datenbasis zu schaffen, auf die dann auch KI aufsetzen kann.

2025 gilt nicht gerade als Spitzenwindjahr. Sind Sie trotzdem mit dem Geschäftsverlauf zufrieden? Konnten die Unternehmensziele erreicht werden?
Das ist schon sehr freundlich ausgedrückt. 2025 war eines der schlechtesten Windjahre überhaupt. Die offiziellen Zahlen wird es sicherlich noch geben. Wir gehen davon aus, dass wir etwa 20 Prozent unter dem Durchschnitt liegen. Als Betreiber müssen wir sagen, das war ziemlich schlecht. Wir werden das dann im Jahresabschluss sehen, denn wir haben einfach weniger eingenommen.
Konnten Sie das durch Verkäufe von Projekten kompensieren?
Der Wind ist, wie er ist. 2023 war beispielsweise ein gutes Windjahr. Man muss das im Jahresabschluss zwar punktuell betrachten. Aber ich kann nicht plötzlich anfangen, vermehrt Projekte zu verkaufen, nur weil die Tendenz nicht gut ist und ich Ergebnis erzielen möchte. Mit dem Verkaufsprozess muss ich möglichst schon im Frühjahr, spätestens im Sommer beginnen. Und da wissen wir noch gar nicht, wie sich das gesamte Windjahr entwickelt. Das, was wir am Wind verlieren, geht einfach direkt ins Ergebnis und ist weg.
Dennoch haben wir diesen Trade-off. Wir verkaufen einen Teil der Projekte und einen anderen nehmen wir in den Eigenbetrieb. Ob wir ein Projekt übernehmen oder verkaufen, entscheiden wir meistens im Laufe des zweiten halben Jahres. Es ist vielleicht bekannt, dass wir eine Ad-hoc-Meldung herausgegeben haben, weil wir die Vorhersage für unser Unternehmensergebnis nicht erfüllen werden. Die hat nichts mit der Performance des Jahres zu tun.
Wir haben außerplanmäßige Wertberichtungen vorgenommen. Ich habe damals gesagt, ich möchte bereinigen, wo Projekte in bestimmten Ländern - das betraf Kanada, Spanien und Rumänien - keine Aussicht auf Erfolg mehr haben, weil zum Beispiel der Netzanschluss doch nicht kommt.
Das war freiwillig. Wenn ich das nicht gemacht hätte, hätten wir unser Ergebnis erreicht. Trotzdem hätte ich später, im Laufe dieses Jahres, wieder vor dieser Frage gestanden, ob ich dort weiter Geld hineinstecken soll. Das holt einen immer ein. Und genau das haben wir vermieden. Wir haben uns ehrlich gemacht. Ich würde immer wieder so vorgehen.

Die Entwicklung der Branche wird stark von den politischen Rahmenbedingungen geprägt. Sind Sie mit den politischen und gesetzgeberischen Vorgaben einverstanden? Gehen für Ihr Unternehmen Signale von Konferenzen wie dem Nordsee-Gipfel in Hamburg aus?
Zum zweiten Punkt: Der Gipfel hat für uns so gut wie keine Auswirkungen. Wir sind anders als früher offshore-seitig, also auf See, in der Nordsee nicht mehr aktiv. Aber der Nordseegipfel zeigt, dass man sich unter den Ländern so vernetzen möchte, dass die Investitionskosten geringer werden. Und man möchte auch ein anderes Ausschreibungsdesign, denn für Offshore-Standorte wurden im letzten Jahr keine Gebote mehr abgegeben, weil die Rahmenbedingungen nicht funktioniert haben.
Welche Rahmenbedingungen finden wir für erneuerbare Energien vor? Provokant gefragt: Gibt es die denn schon? Wir warten ehrlicherweise darauf. Die neue Bundesregierung hat einen gewissen Ton angeschlagen, bei dem die Erneuerbaren nicht zwingend das liebste Kind sind. Dennoch ist das Bekenntnis da, dass die Erneuerbaren weiter gebraucht werden. Mit Abschluss des Koalitionsvertrages wurde gesagt, bei der Energiewirtschaft werden wir noch vor der Sommerpause einen sogenannten Monitoringbericht vorlegen. Tatsächlich ist dieser Bericht erst Mitte September veröffentlicht worden. Die Aussage für die Erneuerbaren war: Der Ausbaupfad muss weitergehen. Aber die Interpretation des Bundeswirtschafts- und Energieministeriums war nicht unbedingt deckungsgleich. Von Brüssel aus werden wir beihilferechtlich 2027 ein neues Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) haben müssen, das mit Differenzverträgen arbeitet. Wir sind langfristig in diesem Geschäft, wir sind ja nicht nur für eine Wahlperiode da. Und wir müssen planen, von welcher Wirtschaftlichkeit ich bei Projekten ausgehen kann, die im Jahr 2027 und folgende kommen. Diese Basis habe ich aber im Moment nicht.
Faktisch haben wir auch im Herbst keine Eckpunkte erhalten. Ministerin Reiche hat gesagt, es wird Ende Januar, Anfang Februar diese Eckpunkte geben. Wir haben jetzt Anfang Februar. Ich bin mal zuversichtlich. Aber im Vorfeld hören wir, dass wir uns auf neue Bedingungen einstellen müssen. Ich hätte kein Problem damit, dass wir Differenzverträge bekommen. Bisher gibt es diesen Abschöpfungsmechanismus. Wenn der Markt mir einen höheren Preis für unseren Strom bietet, verkaufe ich an den Markt. Ansonsten bin ich in einer sicheren EEG-Förderung. Das ist durchaus komfortabel. Die Differenzverträge sagen, wenn ich mehr verdienen kann, muss ich das wieder zurückzahlen. Wenn ich weniger verdiene, der Markt also weniger bietet, bekomme ich das vom Netzbetreiber. Am Ende kann ich von einer geraden Linie, von einem klaren Tarif ausgehen. Damit kann ich arbeiten. Jetzt kommt aber die Situation dazu, dass der Netzausbau in Deutschland zu langsam ist. Diese Erkenntnis ist schon sehr, sehr lange da. Die Signale, die man derzeit aus der Politik heraushört, sind: Dann müssen wir auch das Tempo des Ausbaus der Erneuerbaren verlangsamen. Die Netzkapazitäten reichen nicht aus. Im Koalitionsvertrag steht aber relativ klar, dass der Netzausbau dem Ausbau der Erneuerbaren folgen muss und nicht andersherum.
Meine Befürchtung ist, dass der Ausbau zurückgeht, weil das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen geringeren Strombedarf prognostiziert. Ich sehe das Risiko, dass das Ziel der Bundesregierung bis 2030 80 Prozent des Stroms erneuerbar zu erzeugen, verfehlt wird. Wenn das so weitergeht, werden wir das nicht schaffen.
Dann ist im Gespräch, dass sich auch die Unternehmen am Netzausbau beteiligen müssen. Das war früher eine Staatsaufgabe und später die der privatisierten Netzbetreiber. Das hat Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit unserer Projekte.
Es kommt ein weiterer Aspekt hinzu. Wir haben es hinbekommen Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Gerade im letzten Jahr ist die Anzahl der Genehmigungen deutlich angestiegen. Waren es 2024 noch Genehmigungen für 14 Gigawatt onshore, also an Land, bekamen wir deutschlandweit 2025 20 Gigawatt. Die können aber nur gebaut werden, wenn sie bei der Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Zuschlag für einen Tarif bekommen. Die Volumina für diese Auktion sind 10 Gigawatt groß, also grob die Hälfte. Ich kann also das, was ich an neuen Genehmigungen habe, entweder nicht bauen oder nur deutlich verzögert. Dann bekomme ich möglicherweise keine kurzfristig lieferbaren Windkraftanlagen. Wenn sich so viele für den Zuschlag bewerben, drückt das den Preis. Und wir werden - wie schon gesagt - auch preislich an den Netzanschlusskosten beteiligt. Wir werden da ein Stück weit in Mithaftung genommen.
Ich finde, da haben wir ein Mismatch. Und demnächst bekommen wir auch noch neue Gaskraftwerke, die aber nicht 8760 Stunden im Jahr laufen, sondern nur begrenzt. Also brauchen sie Subventionen. Es wird auch Investitionssubventionen geben, über die sich dann die konventionellen Kraftwerksbetreiber freuen können. Die Ausrichtung finde ich nicht ausgewogen. Weil wir so erfolgreich sind, müssen wir jetzt mehr bluten? Das halte ich für ein falsches Signal. Wenn es zunehmend unattraktiv wird, in Erneuerbare zu investieren, in Zukunftstechnologie, und stattdessen in rückwärtsgewandte konventionelle Technologie: Was sagt denn das über den Standort Deutschland aus?
Ist das nur die Beobachtung eines Laien, dass wir hier von einer energiepolitischen Kehrtwende reden müssen?
Behaupten wird die Politik etwas anderes. Sie können es ja auch nicht völlig umdrehen, dass es mit den Erneuerbaren weitergeht. Sie können es nicht ganz abwürgen, aber sie können es uns schwerer machen. Studien aber auch die Industrie sagen, wir brauchen mehr Erneuerbare, weil die den Strompreis senken. Wir brauchen auch eine Sicherheitsreserve, damit wir bei wenig Wind oder Sonne den Bedarf abdecken können. Aber das kann man auch mit vielen anderen flexiblen Möglichkeiten, zum Beispiel mit großen Batteriespeichern.
Batteriespeicher sind dezentrale Lösungen, während Gaskraftwerke zentrale sind.
Wir werden sehen, dass die Gaskraftwerke im Ruhrgebiet, in der Lausitz entstehen, also da, wo schon Kraftwerke und günstige Stromanschlüsse sind. Batteriespeicher sind dezentral und, noch viel wichtiger, kommen ohne Subvention aus. Ich kann selbst daran verdienen, aber ich kann auch das Netz stützen, also system- oder netzdienlicher sein. Der verstärkte Ausbau von Batteriespeichern passiert zum Beispiel in China aber auch in Großbritannien.

Wie wird sich PNE in diesem Umfeld schlagen?
Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten drei bis maximal fünf Jahren eine durchaus sehr herausfordernde Phase haben werden. Deshalb ist es das Gebot der Stunde, dass wir uns fokussieren. Wir werden nicht in die Wärmegewinnung gehen. Wir werden nicht in alternative Energiequellen oder Kraftstoffe wie E-Fuels gehen. Wir werden uns auf das besinnen, was wir sehr gut können. Das ist, Projekte im Onshore-Windbereich und im Photovoltaik-Bereich zu realisieren. Photovoltaik ist zurzeit in Deutschland allerdings sehr, sehr schwierig. Da haben wir einen anderen Fokus. Der Markt ist zurzeit in Polen und in Italien lukrativer. Und wir versuchen, unsere Batteriespeicherprojekte voranzubringen, wir sehen da durchaus für uns eine gute Möglichkeit. Wir sind ja auch Eigentümer von vielen Umspannwerken, die wir im Laufe der Zeit in der Nähe von unseren Windparks gebaut haben. Die sind von der Kapazität her nicht ausgelastet. Das ist für einen Netzbetreiber sehr attraktiv. Jetzt ist die Zeit, in der die Branche sehr gut trainiert durch diese Phase gehen müssen, damit wir durchhalten. Und danach kommt auch wieder eine Phase, wo wir ein bisschen mehr links und rechts schauen können. Das ist für uns das Gebot der Stunde.
Ich bin trotzdem nicht pessimistisch, was die Zukunft angeht, sowohl für das Unternehmen als auch für die Branche. Wichtig ist, frühzeitig zu agieren.
Es gibt Anleger, die die Entwicklung des Aktienwerts von PNE über die Jahre für zu gering erachten. Haben Sie da für diese Menschen eine Botschaft?
Da kommt es schon darauf an, wann sie angefangen haben zu investieren. Wenn Sie irgendwann für zwei Euro die Aktie gekauft haben, sollten Sie relativ glücklich sein. Wo hat man das schon, eine Viervier- oder Verfünffachung zu haben. Wer 2022 oder 2023, als die Aktie über 20 Euro lag, investiert hat, hat eine persönliche Entscheidung getroffen. Ich bin der Meinung, dass das Unternehmen über den aktuellen Aktienkurs hinaus performen kann und wird. Wir hatten permanent gute Nachrichten, als wir angekündigt haben, im zweiten Halbjahr Projekte zu verkaufen. Und dann gab es in der Branche negative Schlagzeilen und wir sind quasi mit runtergezogen worden, ohne dass wir irgendeinen Anlass geboten hätten. Wir können die Märkte ganz gut einschätzen und stellen uns darauf ein. Wenn man eine erfahrene Führungsmannschaft hat und auch Mitarbeitende, die wissen, wie man darauf reagiert, dann ist man schon mal ganz gut mit dem Unternehmen unterwegs.
PNE ist das einzige börsennotierte, weltweit agierende Unternehmen mit Sitz in Cuxhaven. Welche Bedeutung hat dieser Standort in Ihren Augen?
Cuxhaven ist sicherlich die Identität von PNE. Wir haben im letzten Jahr unsere Markenintegration vollzogen. Deswegen erwähne ich, auch wenn ich jetzt hier in Cuxhaven bin, immer auch die Kolleginnen und Kollegen in Husum. Aber um auf Cuxhaven zurückzukommen, der Standort spielt eine wichtige Rolle, weil hier sehr, sehr viele Funktionen sind, die entscheidend sind für den Unternehmenserfolg. Cuxhaven ist Stammhaus, unser Headquarter, der Ursprung und ist hier mit Norbert Plambeck als Gründer und Namensgeber ja auch gestartet. Insofern spielt es weiterhin eine wichtige Rolle. Aber ich mache ungern im Gesamtunternehmen Unterschiede zwischen den Standorten, weil wir als Team funktionieren.