Leere Regale und wenig Ware in Cuxhaven: Auch Nachfolger der Hammer-Märkte insolvent
Nach der Insolvenz der Unternehmensgruppe, zu der die Hammer-Fachmärkte gehören, stand im Oktober 2025 nach einigen Filialschließungen fest, wie es für die verbleibenden Standorte weitergeht. Nun gibt es jedoch erneut wirtschaftliche Turbulenzen.
Im Oktober 2025 wurde die Unternehmensgruppe Brüder Schlau von dem sogenannten "REThink-Konsortium" übernommen. Hintergrund war die Insolvenz der Unternehmensgruppe Brüder Schlau. Geplant war eine Neuausrichtung unter dem Namen Hammer Raumstylisten GmbH. Der Hammer-Markt in Cuxhaven gehörte zu den Standorten, die fortgeführt werden sollten. "Der Hammer-Fachmarkt in Cuxhaven ist ein Teil unseres wirtschaftlich stabilen und zukunftsfähigen Rückgrats", hieß es im Oktober auf Nachfrage von cnv-medien.de. Insgesamt sollten 93 Filialen die Basis für das neue Geschäftsmodell bilden. Doch jetzt steht auch die Hammer Raumstylisten GmbH unter vorläufiger Insolvenzverwaltung. Erneut stellt sich die Frage, wie es weitergeht.
Der Geschäftsbetrieb soll gesichert werden
Am 27. Januar 2026 wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Hammer Raumstylisten GmbH angeordnet und ein Rechtsanwalt zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Schwerpunkt seiner kurzfristigen Maßnahmen seien die Stabilisierung des Geschäftsbetriebs in den Hammer-Fachfilialen und die Prüfung der finanziellen Situation der Gesellschaft.
Der operative Betrieb der Fachmarktkette läuft nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt weiter. Alle zum Zeitpunkt der Antragstellung betriebenen 87 Filialen, die aus der Erstinsolvenz übernommen wurden, sollen während des Insolvenzantragsverfahrens geöffnet bleiben. "Die Kundinnen und Kunden können ihre Einkäufe wie gewohnt in den Filialen tätigen", teilten die Gesellschafter mit. Auch die laufenden Liefer- und Serviceprozesse sollen so ungestört wie möglich fortgeführt werden. Unterstützt wird die Hammer Raumstylisten GmbH nach eigenen Angaben zusätzlich von einer Unternehmensberatung. Parallel zu den Stabilisierungsprozessen sollen in den kommenden Wochen erste Verhandlungen, unter anderem mit potenziellen Investoren, geführt werden.
"Unsere vorrangige Aufgabe ist es, den laufenden Geschäftsbetrieb zu sichern und eine verlässliche Grundlage für die nächsten Schritte zu schaffen, was in Anbetracht der sehr kurzfristig eingeleiteten Folgeinsolvenz sehr anspruchsvoll werden wird", erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter in einer Mitteilung, die der CN/NEZ-Redaktion vorliegt.

Verbraucherschützer schlagen jetzt Alarm
Das Unternehmen mit Zentrale in Porta Westfalica beschäftigt über 1100 Mitarbeiter. Deren Gehälter seien über das Insolvenzgeld für drei Monate gesichert. Grund für die Antragstellung sind laut Geschäftsführung Anlaufverzögerungen in der Warenversorgung nach der Neugründung des Unternehmens im Oktober 2025 aus der Insolvenz, die insbesondere durch technische Probleme verursacht wurden. Das führte zu Umsatzausfällen sowie schließlich zu einer Liquiditätskrise. Diese Probleme seien inzwischen weitgehend behoben.
Auf Nachfrage von cnv-medien.de teilte Pressesprecherin Vanessa Herzog mit: "Darüber hinaus können wir zum aktuellen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte erteilen und bitten um Verständnis." Trotz erneuter wirtschaftlicher Turbulenzen sollen die Filialen der Kette geöffnet bleiben - darunter auch der Standort in Cuxhaven.
Vor Ort zeigt sich jedoch ein anderes Bild. In den entsprechenden Abteilungen sind die Regale teilweise leer, Teppiche und Meterware sind kaum vorhanden, auch andere Sortimente wirken ausgedünnt. An Türen und Verkaufsflächen weisen zahlreiche Schilder auf "20 Prozent auf alles" hin. Wie diese Situation mit den Aussagen des Unternehmens zur Fortführung des Geschäftsbetriebs zusammenpasst, bleibt offen. Verbraucherschützer schlagen bereits Alarm und warnen vor Risiken für Käufer.

Mindestens drei Firmen der Brüder Schlau Gruppe sind insolvent - alle mit sogenannter Masseunzulänglichkeit, und "daher kaum Chancen auf Rückzahlungen oder Vertragserfüllung", warnt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Neben dem Mutterkonzern Hammer der Brüder Schlau GmbH & Co. KG, habe es noch weitere Unternehmen der Gruppe erwischt: Auch die Hammer System Management GmbH sowie die Hammer Fachmärkte für Heim-Ausstattung GmbH & Co. KG Nord befinden sich im laufenden Insolvenzverfahren.