Der letzte Flügel im Offshore-Windpark "Hollandse Kust Zuid" wird montiert. Foto: Matthias Ibeler Vattenfall
Der letzte Flügel im Offshore-Windpark "Hollandse Kust Zuid" wird montiert. Foto: Matthias Ibeler Vattenfall
Größter Offshore-Windpark der Welt

Größter Offshore-Windpark der Welt ist fertig: Cuxhaven spielt wichtige Rolle

von Tim Larschow | 19.06.2023

Gerade einmal zwei Jahre hat der Bau des weltgrößten Offshore-Windparks "Hollandse Kust Zuid" in den Niederlanden gedauert. Dabei spielte ein Unternehmen aus Cuxhaven eine besonders wichtige Rolle.

"Der Offshore-Windpark 'Hollandse Kust Zuid' ist aus drei Gründen besonders für mich. Es ist der erste Windpark, der unsere neue Elf-Megawattturbine bekommen hat, ist dabei aktuell der Größte der Welt und auch der erste, der ohne Subventionen auskommt. Das ist für mich und natürlich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Grund, stolz zu sein", berichtet Kristoffer Mordhorst, Werkleiter bei Siemens Gamesa, das alle 139 Turbinen hergestellt hat. 

Schon Ende des Jahres sollen alle 139 Offshore-Windturbinen von Siemens Gamesa mit einer Gesamtleistung von 1.520 Megawatt in Betrieb gehen. Hunderttausenden Menschen soll der Park zukünftig sauberen Strom liefern. Nach Informationen des Energieversorgers und Windparkbetreiber Vattenfall, ist jetzt die letzte der 139 Offshore-Windturbinen mit einer Leistung von je elf Megawatt errichtet worden. In den nächsten Monaten werden die Turbinen in Betrieb genommen und getestet.

Kollision mit dem Massengutfrachter

Vattenfalls Projektleiter Ian Bremner sagt: "Wir sind sehr stolz darauf, diesen Meilenstein erreicht zu haben. Die Installation dieser letzten Turbine ist ein wichtiger Moment für das Projekt, nicht nur für uns, sondern auch für unsere Partner und alle Zulieferer und Auftragnehmer, die uns geholfen haben, dieses Ziel zu erreichen."

Ursprünglich waren 140 Windturbinen vorgesehen. Im vergangenen Jahr 2022 ist jedoch eines der Fundamente nach einer Kollision mit dem Massengutfrachter "Julietta D" beschädigt worden. Grund dafür war, dass das Schiff während eines Sturms das Ruder verlor und durch den Windpark trieb.

Siemens-Gamesa-Werksleiter Kristoffer Mordhorst. Foto: Siemens Gamesa

Großprojekte mit Turbinen aus Cuxhaven

Für Siemens Gamesa ist die Richtung in Cuxhaven klar - immer größer. Aktuell wird in der Halle an der Baumrönne die Elf-Megawattturbine hergestellt, die auch im Offshore-Windpark "Hollandse Kust Zuid" verbaut worden ist. Im Herbst sollen hier bereits die 14-Megawatt-Turbinen gebaut werden. Und auch für diese Einheiten hat der Hersteller in Cuxhaven schon große Aufträge in der Pipeline.

Siemens Gamesa soll laut eigenen Angaben zum Beispiel 95 Anlagen des neuen Flaggschiffmodells nach Großbritannien liefern. Installiert werden sollen die Turbinen im Offshore-Windkraftfeld "East Anglia 3" ab Frühling 2026. Nach seiner Fertigstellung soll "East Anglia 3" 1,3 Millionen britische Haushalte mit sauberer Energie versorgen.

Deutschland hängt noch hinterher

Was die Auftragslage im eigenen Land angeht, befindet sich Deutschland laut Kristoffer Mordhorst immer noch in einer Ausbaulücke. Diese Ausbaulücke sei nicht der Ausdruck mangelnden Interesses von Investoren oder fehlender Kraft der Industrie, sondern Folge von politischen Entscheidungen, deren Auswirkungen für die Offshore-Windindustrie in Deutschland nun seit einigen Jahren sichtbar würden.

Der große Vorteil von Siemens Gamesa in Bezug auf die Auftragsflaute in Deutschland seien die großen Projekte im Ausland: "Die Anlagen aus Cuxhaven gehen in die USA, nach Asien und in großen Teilen an die Nordseeanrainer - hier vor allem Großbritannien", geht Mordhorst ins Detail.

Diesen Sommer erreicht das Werk in Cuxhaven einen Meilenstein mit der Fertigstellung der 1000. Anlage, doch ein Wermutstropfen bleibt: "Lediglich 87 Anlagen sind in Cuxhaven bisher für den deutschen Markt gebaut worden", berichtet Werksleiter Kristoffer Mordhorst.

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