Raiffeisen Weser-Elbe bleibt solide in schwierigen Zeiten
Das Rekordjahr 2022/2023 konnte die Raiffeisen Weser-Elbe Genossenschaft im zurückliegenden Geschäftsjahr 2023/24 nicht wiederholen. Aber das war aus unterschiedlichen Gründen auch nicht zu erwarten.
Der Umsatz hat sich auf einem immer noch soliden Niveau eingependelt, das vor den beiden vorhergehenden herausragenden Jahren die Regel war.
Vor rund 300 Genossenschaftsmitgliedern, Gästen und Mitarbeitern erläuterte Vorstand und Geschäftsführer Dr. Hauke Bronsema auf der Generalversammlung in der Geestland-Halle in Elmlohe die Bilanz. Infolge sinkender Preise und Mengen ging der Umsatz um 15,4 Prozent auf 178,1 Millionen Euro zurück. Bronsema zeigte sich mit dem Geschäftsbetrieb dennoch zufrieden.
Preisrückgänge und schlechtes Wetter beeinträchtigen das Agrargeschäft
Den größten Anteil am Umsatz der Genossenschaft hat das Agrargeschäft. Hier kam es zu spürbaren Preisrückgängen, begleitet von ungünstigen Wetterbedingungen, die die Bestellung vieler Flächen unmöglich machte. Daher schwächelte die Vermarktung von Getreide und Ölsaaten und die Nachfrage nach Futtermitteln sowie der Absatz von Pflanzenschutzmitteln. Auf der anderen Seite steigerten sich die Umsätze mit Saatgut, da viele Flächen mehrfach bestellt werden mussten.
Gemeinsam mit der Agravis Raiffeisen AG und der Raisa eG organisiert die Genossenschaft mit Sitz in Bad Bederkesa ihre Stückgutlogistik mit einem neuen Standort in Apensen in dem neuen Unternehmen Railog Elbe-Weser neu. Auch eine neue Online-Handelsplattform ist unter dem Namen Akoro am Start, um mit Kunden digital zu kommunizieren und zu handeln.
Stark schwankende Treibstoffpreise
Stark schwankende Treibstoffpreise kennzeichneten das Segment Energiehandel. Der Bereich Tankstellen und Treibstoffe verzeichnete Zuwächse, während der Warenumschlag bei den flüssigen Brennstoffen rückläufig war. Preisbedingt sank der Umsatz im Energiebereich um 7,4 Prozent.
Auch der Handel mit Baustoffen war von der konjunkturellen Schwäche geprägt. Die zurückhaltende Baukonjunktur und die rückläufigen Baugenehmigungen sorgten für einen Umsatzrückgang von rund drei Millionen Euro.
Raiffeisenmärkte verzeichnen stabiles Ergebnis
Die Rezession hat natürlich auch Auswirkungen auf das Konsumverhalten. Die Umsätze der Raiffeisenmärkte konnten jedoch trotz der allgemeinen Kaufzurückhaltung stabil gehalten werden, berichtete Bronsema. Dazu habe auch der konsequente Ausbau der Märkte beigetragen.
Genossenschaft ist finanziell stabil aufgestellt
Der Geschäftsführer stellte die Genossenschaft trotz der schwierigen Rahmenbedingungen als solide und finanziell stabil dar. Die Eigenkapitalquote beträgt 37,9 Prozent. 260 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Berufsfeldern beschäftigt die Raiffeisen Weser-Elbe derzeit. Dazu zählen aktuell 16 Auszubildende.
Weil er die Altersgrenze erreicht hat, ist der Vorstandsvorsitzende Johann Wahlers aus seinem Amt ausgeschieden. Sein Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Jens-Peter Borchers-Stelling aus Armstorf. Neues Mitglied im Aufsichtsrat wurde Marco Hildebrandt aus Hollnseth. Weitere vier Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt.
Die Genossenschaftsmitglieder beschlossen zudem eine Satzungsänderung, nach der das Geschäftsjahr nunmehr dem Kalenderjahr folgen soll.
Aussichten sind eher durchwachsen
Die Aussichten für das bereits begonnene neue Geschäftsjahr beschrieb Dr. Bronsema als als durchwachsen. Er erwartet ein Ergebnis unter dem Vorjahresniveau.
Während der Direktor des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems Johannes Freundlieb das Prüfungsergebnis bekanntgab, richtete der Vorstandsvorsitzende der Agravis Raiffeisen AG, Dr. Dirk Köckler, ein Grußwort an die Versammlung und betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit im genossenschaftlichen Verbund. Auch der CDU-Bundestagskandidat Christoph Frauenpreiß richtete das Wort an die Mitglieder der Genossenschaft. Er wolle sich im Bundestag für eine verlässliche Agrarpolitik mit klaren Rahmenbedingungen und weniger Bürokratie einsetzen, damit Landwirte investieren könnten und sich die Arbeit auf dem Hof wieder lohne.
Mitarbeiter geehrt
Für 25-jährige Tätigkeit in der Genossenschaft wurden Rainer Konrad, Gerhard Siliax, Klaus-Dieter Oest, Reiner Wardelmann und Ilona Hagemeister ausgezeichnet. Bernhard Hadeler blickt auf 40-jährige Betriebszugehörigkeit zurück. Holger Witte wurde für 45-jährige Betriebszugehörigkeit geehrt.