Dänemark schafft den Briefkasten ab
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: das Ende der Briefkästen in Dänemark.
Etwas ist faul im Staate Dänemark. Und man muss es leider so direkt sagen: Es sind die Dänen selbst. Die sind nämlich mit den Jahren schreibfaul geworden. So faul, dass jetzt sämtliche Briefkästen abgeschraubt werden. Kein Witz: Das Postunternehmen Postnord stellt zum Jahresende die öffentliche Briefzustellung in Dänemark ein. Bis zum 31. Dezember können die roten Briefkästen mit der Königskrone und dem goldenen Posthorn noch genutzt werden - dann kommen sie ins Museum. Der Grund ist der massive Rückgang klassischer Briefe im deutschen Nachbarland. Das Briefaufkommen ist seit dem Jahr 2000 um mehr als 90 Prozent gesunken. Dafür werden jetzt deutlich mehr Pakete bestellt, und auf deren zuverlässige Zustellung will sich nun PostNord konzentrieren. Droht Deutschland eine ähnliche Entwicklung? Hoffentlich nicht. Nichts gegen virtuelle Post - auch E-Mails, WhatsApp-Nachrichten und SMS können Freude machen, aber ein Brief, also richtige Sätze auf Papier, mit Tinte geschrieben, hat doch noch eine andere Qualität. Ein Brief, dafür nimmt man sich Zeit, denkt nach, versucht, leserlich zu schreiben. Man muss ihn verpacken, beschriften und versenden, und all das bedeutet Mühe. Das Gegenteil von Gleichgültigkeit. Briefe sind das Gegenkonzept zu den nicht enden wollenden Zoom-Konferenzen, den ermüdenden WhatsApp-Gruppen und all den anderen Chats, Mails und Messages, in denen wir uns täglich austauschen, oft, ohne viel zu sagen. Mein guter Vorsatz fürs neue Jahr: Ich will wieder mehr Briefe schreiben. Machen Sie mit, liebe Leserinnen und Leser? Schließen Sie sich gern meiner kleinen Initiative "Rettet die Briefkultur" an. Unterstützerzuschriften können Sie mir gern per Briefpost schicken.