Mittendrin und voller Mystik
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Rauhnächte.
Wir befinden uns jetzt mittendrin. "Zwischen den Jahren" ist diese besondere Zeit zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Alles ist jetzt irgendwie dazwischen, und selbst wer zur Arbeit gehen muss, erlebt diese Tage meist etwas entschleunigter als üblich. Ein bisschen ist es so, als ob die Welt den Atem anhält - und es ist von alters her eine mystische Zeit. Wir befinden uns jetzt mitten in den sogenannten Rauhnächten, um die sich Aberglaube und alte Bräuche ranken. Zum Beispiel sollte man keine Wäsche waschen - und schon gar nicht aufhängen, weil die Gefahr besteht, dass darin Geister sich verfangen könnten. Auch Fegen, Haare- und Nägelschneiden sollten Abergläubische tunlichst vermeiden, um das anstehende Jahr nicht mit Unheil zu belasten. Es soll Leute geben, die in den Rauhnächten das Haus ausräuchern, also Kräuter, Harze und Hölzer verbrennen, um sich von Altlasten und das Haus von negativen Energien zu befreien. Laut nordischer Mythologie ist Odin in dieser mystischen Zeit mit Gefolge unterwegs und zieht durch die Lüfte. Während der Rauhnächte geht es darum, diese "Wilde Jagd" nicht zu stören. Frauen und Kinder mussten nach Einbruch der Dunkelheit zu Hause bleiben, und die Wohnräume, Küche und Werkstätten sollten aufgeräumt sein - ansonsten drohte der Groll der Dämonen.
Alles Spökenkram? Sicherlich. Doch auch wer nichts mit solcher Mystifikation anfangen kann, sollte diese besondere Zeit zwischen den Jahren dazu nutzen, einmal innezuhalten, tief durchzuatmen und sich zu besinnen. Lassen Sie das Alte los, um bereit für einen Neustart zum Jahresbeginn zu sein.