Die Halbwertszeit der guten Vorsätze
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Vorsätze 2026.
Am 2. Januar sind die großen Vorsätze noch unversehrt. Sie liegen bereit wie neue Turnschuhe: sauber und noch ohne Gebrauchsspuren. Mehr Bewegung, weniger Zucker, weniger Bildschirmzeit, mehr Disziplin. Und doch kippt dieses Hoch oft schneller, als man "Jahreswechsel" sagen kann - nicht unbedingt, weil es an Willenskraft fehlt, sondern weil der Alltag solche Pläne verlässlich abschleift: Termine, Müdigkeit, spontane Umwege.
Eine aktuelle Studie zeigt, welche Ziele sich viele für 2026 setzen: 52 Prozent wollen mehr Geld sparen, 50 Prozent sich gesünder ernähren, 48 Prozent mehr Sport treiben, 37 Prozent abnehmen. So verbreitet die Vorsätze sind, so ernüchternd ist oft ihre Halbwertszeit. Forschende sprechen vom "Falsche-Hoffnung-Syndrom": Wir erwarten schnelle Erfolge und sind enttäuscht, wenn das echte Leben dazwischenfunkt. Vielleicht hilft deshalb ein Perspektivwechsel: Muss es wirklich sofort "besser" sein? Oder ist "netter" das stabilere Ziel - eines, das auch dann noch trägt, wenn die Motivation gerade Pause macht? Netter zu sich. Netter zu anderen. Netter zu den eigenen Plänen.
Starten Sie gut in das Jahr 2026 - mit Zuversicht, Humor und Vorsätzen, die auch nächste Woche noch funktionieren. Frohes Neues!