Darts und die verfluchte 180
Seit Jahrzehnten begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: die verfluchte 180.
Seit knapp zehn Monaten hängt bei mir eine Dartscheibe. Seit knapp zehn Monaten jage ich derselben Zahl hinterher: der 180. Dreimal die Triple 20 - theoretisch einfach. In der Praxis sieht es anders aus. Tausende Würfe später habe ich zwar das Ziel oft, aber nie dreimal hintereinander getroffen.
Jedes Mal das gleiche Spiel: Die ersten beiden Pfeile sitzen, der Puls steigt und genau dann entscheidet sich der dritte Pfeil, irgendwohin zu fliegen. Nur nicht ins Ziel. Manchmal ist es fast schon komisch.
Dann schalte ich den Fernseher ein und sehe Luke Littler. 18 Jahre alt, die Nummer eins der Welt. 17-mal wirft er in einem einzigen Match die 180. Je mehr ich selbst zu Hause spiele - fast jeden Tag ein paar Würfe -, desto beeindruckender wird das, was dort auf der großen Bühne passiert. Diese Präzision. Diese Ruhe. Und das alles unter maximalem Druck.
Sogar meine Frau kann inzwischen ein kleines bisschen nachvollziehen, woher meine Begeisterung für diesen Sport kommt. Dass Darts ein echter Sport sein soll, sieht sie trotzdem nicht ein. Bleibt nur eine Frage offen: Wie lange wird es noch dauern, bis auch bei mir endlich diese verfluchte 180 fällt? Vielleicht ja 2026. Ich bleibe dran.