Es gibt sie noch, die intakten Biotope - ob man will oder nicht
Seit vielen Jahren begeistert die Kolumne "Moin Cuxhaven" die Leserinnen und Leser der Cuxhavener Nachrichten. Inzwischen sorgt die Rubrik auch auf cnv-medien.de für Unterhaltung und Information. Heute: Ein Herz für achtbeininige Hausgenossen.
Bisher hatte ich geglaubt, ohne Haustiere zu leben und war damit auch ganz glücklich. Doch es sollte ja so anders sein, wie ich entdeckte, als wir vor ein paar Tagen (nach immerhin guten 27 Jahren) meine Küchenzeile abbauten und dabei eine ungeahnte Zahl an achtbeinigen Hausgenossen aufschreckten. Ich hörte nur meinen Sohn zu meinen Freunden sagen: "Das ist Otto, der wohnt bei uns", als hinter einem Schrank ein weiteres besonders ansehnliches Spinnen-Exemplar auftauchte. Ich sage Ihnen, es gibt sie noch, die intakten ökologischen Lebensräume; ob wir wollen oder nicht.
Das durfte ich auch feststellen, als die wochenlang bestehende Schneedecke im Garten endlich abgetaut war und ich bei einem ersten Rundgang im Vorgarten verdächtige Erdhaufen feststellte. War ja klar: mein erster Maulwurf. Mal sehen, wie weit er sich noch vorarbeitet, seine Spur ist jedoch schon bestens zu erkennen. Noch sehe ich's gelassen, denn bekanntlich ist der Maulwurf streng geschützt und jegliche martialische Maßnahme sowieso untersagt.
Nicht nur, dass ich mich laut Internet über kostenlose Blumenerde freuen darf, wahrscheinlich bin ich nun auch prädestiniert dafür, demnächst über die alles andere als erfreuliche Maulwurfsinvasion auf den Sportplätzen des Cuxlands (siehe aktuelle Berichterstattung) zu recherchieren und mir dort womöglich noch umweltfreundliche Tipps zu holen, wie ich das Tierchen dazu bewegen kann, in die Weiten des Altenwalder Grünlands umzuziehen. Solange nicht noch der Wolf durch den Garten zieht, muss ich wahrscheinlich schon zufrieden sein.